13. April 2021 / 20:30 Uhr

IceFighters-Coach Gericke zieht Bilanz: „Froh, dass wir überhaupt spielen konnten“

IceFighters-Coach Gericke zieht Bilanz: „Froh, dass wir überhaupt spielen konnten“

Uwe Köster
Leipziger Volkszeitung
IceFighters Leipzig vs. Hannover Indians, Eishockey, Oberliga Nord, 16.02.2021
IceFighters-Trainer Sven Gericke ist im Großen und Ganzen mit der Saison zufrieden. © Christian Modla
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Trotz der Niederlage gegen die Hamburg Crocodiles zieht Sven Gerike, Coach der EXA IceFighters Leipzig, eine positive Saisonbilanz. Das die Playoffs stattfinden, obwohl Halle und Hannover corona-bedingt nicht teilnehmen können, hält der 43-Jährige noch immer für fragwürdig.

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Leipzig. Mit der 3:6-Niederlage gegen die Hamburg Crocodiles endete am Sonntagabend die Saison für die EXA IceFighters Leipzig in der Eishockey Oberliga. Am Montag traf sich die Mannschaft noch ein letztes Mal, im Laufe dieser Woche wird es noch Einzelgespräche des Trainers mit einigen Spielern geben. Trainiert wird nicht mehr. Bis zum Wochenende soll das Eis im Kohlrabizirkus abgetaut sein. Über das Ausscheiden gegen Hamburg in der ersten Playoff-Runde war IceFighters-Coach Sven Gerike, 43, gar nicht erfreut, sein Saisonfazit ist jedoch positiv.

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Sven Gerike über ...

... die Playoffs: „Ich finde es immer noch sehr fragwürdig, einen sportlichen Aufsteiger auszuspielen, wenn Mannschaften wegen Corona einfach mal raus sind. Wo ist der sportliche Wert, wenn plötzlich Halle oder Hannover nicht mehr spielen? Das sind zwei Mannschaften, die in den Playoffs eine gute Rolle hätten spielen können. Was soll das alles? Die Frage der Wertigkeit ist nicht gegeben.“

... das Ausscheiden der EXA IceFighters: „Natürlich bin ich nicht froh, weil ich die Playoffs schon als Spieler immer geliebt habe, als Coach genau so. Und verlieren kann ich sowieso überhaupt nicht leiden. Ich bin also ganz und gar nicht froh, dass wir raus sind.“

... den nicht gestellten Lizenzantrag für die DEL2: „Das war gar kein Thema. Wir waren froh, dass wir diese Saison überhaupt spielen konnten. Dass wir den letzten Sommer überlebt haben und überhaupt spielen konnten, war an sich schon ein Riesenakt. Deswegen war eine Meldung für die zweite Liga überhaupt keine Option. In die Playoffs haben wir trotzdem alles reingeworfen. Denn wenn du Sport machst und auf dem Eis stehst, dann willst du auch gewinnen.“

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... das, was von dieser Saison hängen bleiben wird: „Hängen bleiben wird, dass es doch eine gute Zusammenarbeit gab zwischen den Vereinen. Es war aufgrund dieser Gesamtsituation ein deutlich besseres Miteinander als in früheren Jahren.“

... Positives in dieser Spielzeit: „Wir hatten bis August keine Lizenz, kein Eisstadion und eigentlich keine Chance zu spielen. Und wir hatten trotzdem eine Mannschaft. Das ist das allergrößte Plus. Dass wir uns mit all den Sachen, die dann noch passiert sind, den Abgängen, den Nachverpflichtungen, den Langzeitverletzten und so weiter, trotzdem regulär für die Playoffs qualifiziert haben, war sportlich gesehen sehr, sehr gut.“

... Negatives in dieser Spielzeit: „Mal wieder die Inkonstanz. Wir hatten richtig gute Spiele. Und dann gab es Spiele, die absolut unterirdisch waren.“

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Die IceFighters aus Leipzig verlieren auch das zweite Playoff-Spiel gegen Hamburg (3:6) und scheiden somit aus. Zur Galerie
Die IceFighters aus Leipzig verlieren auch das zweite Playoff-Spiel gegen Hamburg (3:6) und scheiden somit aus. ©

... Fehlentscheidungen: „Das Fehlentscheidungen getroffen werden, ist normal. Aber gravierende Sachen regen mich auf. Zum Beispiel was am Sonntag im Spiel gegen Hamburg passiert ist. Das Spiel wurde im zweiten Drittel angepfiffen, obwohl die Eisfläche noch nicht fertig war, da war noch Wasser auf dem Eis. Der Schiedsrichter hat trotzdem angepfiffen und wir haben schnell ein Tor geschossen, weil den Hamburgern bei einem Zuspiel der Puck im Wasser liegengeblieben war. Wir haben den Puck genommen und ein Tor erzielt. Der Schiedsrichter hat das Tor nicht gelten lassen. Das ist eine krasse Fehlentscheidung. So was habe ich in 40 Jahren Eishockey noch nicht erlebt.“

... Probleme mit Schiedsrichtern: „Du findest als Trainer in jedem Spiel von 20 Situationen fünf bis zehn, wo du sagst, das hätte man auch anders entscheiden können. Darum geht’s mir gar nicht. Die Art und Weise mancher Schiedsrichter regt mich auf. Ich bin als ruhiger Trainer bekannt. Aber davon profitiere ich nicht. Es gibt genug Kollegen, die permanent reinbrüllen, die permanent den Schiedsrichter belöffeln. Offensichtlich ist das der bessere Weg, denn die bekommen keine Probleme. Ich wurde auf die Tribüne geschickt, weil ich zum Schiedsrichter gesagt habe: ’Ich möchte nicht mit dir reden.’ Das ist etwas, das ich nicht verstehe.“

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... den aktuellen Stand der Geschäftsführung: „Die IceFighter Projekt Leipzig UG existiert, André Krüll ist der Geschäftsführer. Im April, Mai haben wir Termine zur Umwandlung der UG in eine GmbH, die Gesellschafterverträge werden gerade geschrieben. Wir haben auch schon einen Notartermin. Aus dem Kreis der sieben Gesellschafter wird dann der neue Geschäftsführer benannt.“

... die neue Spielzeit: „Wir werden eine Mannschaft haben und wir werden die Lizenz bekommen. Quantitativ hat es gepasst, qualitativ müssen wir ein bisschen aufzünden. Aber der Kern der Mannschaft soll erhalten bleiben. Und dann hoffe ich auf eine störungsfreie Vorbereitung.“