14. Januar 2021 / 11:01 Uhr

IceFighters-Kapitän Eichelkraut blickt auf die Corona-Saison: „Hauptsache spielen“

IceFighters-Kapitän Eichelkraut blickt auf die Corona-Saison: „Hauptsache spielen“

Uwe Köster
Leipziger Volkszeitung
Florian Eichelkraut spielt mit den IceFighters eine Saison, die es in sich hat.
Florian Eichelkraut spielt mit den IceFighters eine Saison, die es in sich hat. © Christian Modla
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Eishockey-Crack Florian Eichelkraut ist Kapitän der IceFighters Leipzig. Der 36-Jährige ist schon lange im Geschäft. Mit dem SPORTBUZZER hat er über eine Saison, die er bisher so auch noch nicht erlebt hat, gesprochen.

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Leipzig. Er ist eigentlich ein Mann klarer Worte. Doch auf die Frage, ob er denn zufrieden sei mit dem bisherigen Saisonverlauf, antwortet Florian Eichelkraut: „Jein“. Der Kapitän der IceFighters Leipzig muss am Telefon ob dieser „klaren Meinung“ lachen. Dann sagt er: „Klar, wir haben mal neun Spiele in Folge gewonnen. Das war schon gut. Aber auch da haben wir nicht immer gezeigt, was wir können. Generell muss man sagen, es ist noch mehr drin.“

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Doch noch auf dem Eis

Tatsächlich sind elf Siege, fünf Niederlagen sowie aktuell Rang fünf in der (schiefen) Tabelle kein schlechtes Zwischenzeugnis für Leipzigs Eishockey-Cracks. In normalen Jahren würde jetzt die Rechnerei über Playoff-Chancen und -Gegner beginnen. Aber was ist schon normal in diesen Zeiten. Eichelkraut ist mit seinen 36 Jahren schon lange im Geschäft und hat weiß Gott schon allerhand erlebt. „So eine Saison aber noch nicht“, sagt er.

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Wie viele Beobachter wundert auch er sich, wie der Spielbetrieb in der Oberliga bisher so durchgezogen wurde – trotz einiger Corona-Fälle in Teams mit folgender Quarantäne und Spielabsagen. „Da muss man schon sagen, dass das die Oberliga gut macht. Der Spielplan wird flexibel angepasst. Ich war mir wirklich nicht sicher, dass das alles funktioniert und ob wir im Januar überhaupt noch spielen würden. Aber es klappt erstaunlich gut“, sagt Eichelkraut.

Nicht nur irgendwie gewinnen

Auch bei den IceFighters hat es positive Corona-Proben gegeben, die Folge war eine 14-tägige Quarantäne vor Weihnachten. Die Mannschaft hat sich darauf geeinigt, die Namen der positiv getesteten Spieler nicht öffentlich zu machen. Aber der Kapitän kann erzählen, wie es den Betroffenen – die meisten hätten keine oder nur schwache Symptome gehabt – nach dem Restart erging. „Quarantäne bedeutet 14 Tage auf der Couch, da haben halt 14 Tage Training gefehlt. Deshalb waren die ersten Trainingseinheiten wirklich hart, die Jungs konnten natürlich nicht bei hundert Prozent sein. Sehr gut war der Gesundheitstest der gesamten Mannschaft beim IAT vor dem Restart.“ Für alle Spieler kam danach das ärztliche „Go“. „Das war vor allem für den Kopf wertvoll“, sagt Eichelkraut. „Denn wichtig ist, dass wir überhaupt spielen können. Das gilt erst recht für mich, ich habe schließlich nicht mehr so viele Jahre.“

„Hauptsache spielen“ wird offenbar zum Mantra dieser Saison. Eichelkraut und seine Teamkollegen sind sich des Privilegs bewusst, dass sie in diesen Zeiten ihrem Beruf nachgehen können. „Wenn ich mir andere Bereiche anschaue, die im kompletten Lockdown sind, da sind wir schon gut dran, dass wir Eishockeyspiele austragen dürfen. Ich verstehe es nicht, befürworte es aber.“ Bedeutet „Hauptsache spielen“ auch, dass die Ergebnisse in dieser verrückten Saison eigentlich gar nicht so wichtig sind? Noch ist ja nicht einmal klar, ob es Playoffs sowie Auf- und Absteiger überhaupt geben wird. „Wenn wir schon spielen, dann sind die Ergebnisse auf keinen Fall unwichtig“, sagt Eichelkraut. „Während eines Matches werden die Umstände sowieso weitgehend ausgeblendet. Dann wollen wir auch gewinnen, immer. Und nicht nur irgendwie. In Hamm haben wir 3:2 gewonnen, aber wir waren mit unserem Spiel überhaupt nicht zufrieden.“

Das fehlende Prozent Aufmerksamkeit

Dass sämtliche Partien ohne Zuschauer stattfinden sei „sehr bedauerlich“, sagt der Leipziger. Vor allem bei Heimspielen sei es besonders schade, erst recht bei Derbys. Etwas Gutes hätten die Geisterspiele aber auch: „Man hört die Anweisungen vom Trainer und die Zurufe von Mitspielern besser.“ Glaubt er, dass es in dieser Spielzeit noch Matches mit Publikum geben wird? Diesmal klare Meinung: „Ich befürchte nein.“

Die Aufgaben am Wochenende haben es in sich. Am Freitag (20 Uhr) geht es zum Tabellendritten Hamburg Crocodiles, am Sonntag (15 Uhr) nach Holland zu den Tilburg Trappers, dem Oberligameister der letzten Jahre. „Zuerst mal kann man davon ausgehen, dass wir die nicht unterschätzen“, sagt Käpt’n Eichelkraut. Kommt das etwa manchmal vor…? „Es ist eine unserer Schwächen, dass wir gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte im Unterbewusstsein manchmal ein Prozent weniger aufmerksam sind“, räumt Florian Eichelkraut ein. Das könnte auch ein Grund für das „Jein“ in punkto Zufriedenheit sein.