08. Juli 2020 / 11:46 Uhr

IceFighters Leipzig in Bedrängnis - Keine Zulassung für die Oberliga

IceFighters Leipzig in Bedrängnis - Keine Zulassung für die Oberliga

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
IceFighters-Geschäftsführer André Krüll will um die Zulassung kämpfen.
IceFighters-Geschäftsführer André Krüll will um die Zulassung kämpfen. © Christian Modla
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Die Planungen der IceFighters Leipzig für die kommende Saison haben einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Der Eishockey-Oberligist hat vom zuständigen Verband nach Prüfung der eingereichten Unterlagen keine Zulassung für die anstehende Spielzeit erhalten.

Leipzig. Diese Überraschung sitzt, und zwar so gar nicht im positiven Sinne! Die IceFighters Leipzig haben vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) keine Zulassung für die kommende Saison in der Oberliga Nord erhalten. Das teilte der Club am Mittwochvormittag mit. Vorausgegangen war eine Prüfung der einzureichenden wirtschaftlichen Unterlagen. Der negative Bescheid hat die Verantwortlichen kalt erwischt. Die Begründung des Verbandes sei "auch vor dem Hintergrund der aktuellen Situation durch die Corona-Pandemie, nur schwer nachzuvollziehen", hieß es. Neben den Leipzigern erhielten auch die Hannover Indians keine Zulassung.

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"Die Lizenz wurde uns aufgrund fehlender Unterlagen nicht erteilt", erklärte IceFighters-Geschäftsführer André Krüll auf SPORTBUZZER-Nachfrage. Dabei handele sich sich einerseits um "Nachweise, die normalerweise in Bezug auf die Saison eingereicht werden" und andererseits um "Unterlagen von Vereinsseite". Die Messestädter wollen die Sache natürlich nicht auf sich beruhen lassen und kämpfen. "Wir werden jetzt in Widerspruch gehen und mit dem DEB den Kontakt suchen, um noch einmal über die Lizenzerteilung zu verhandeln", so Krüll. "Widerspruch" bedeutet ein Nachprüfverfahren durch das DEB-Spielgericht. Für den entsprechenden Antrag hat der Club 14 Tage Zeit.

Probleme haben "Ursprung in der Vergangenheit"

Der Verband selbst meldete sich am Mittag auch zu Wort, und zwar mit ungewöhnlich deutlichen Aussagen. Beiden betroffenen Vereinen habe die "Zulassung aus wirtschaftlichen Gründen zunächst verweigert werden müssen", hieß es in einer Mitteilung. "Obwohl der DEB im Wissen um die großen Schwierigkeiten angesichts der Coronakrise soweit wie möglich Rücksicht übte und die Prüfungsmaßstäbe und Fristen dementsprechend angepasst hatte, fehlten in beiden Fällen entscheidende Nachweise, um einen wirtschaftlich stabilen Spielbetrieb über die gesamte Saison prognostizieren zu können. Alle gesetzten Nachfristen verstrichen ohne ein zur Genehmigung ausreichendes Ergebnis." Um die Integrität des Wettbewerbs zu wahren, sei man deshalb gezwungen gewesen, die Zulassung zu verweigern.

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Für DEB-Vizepräsident Marc Hindelang ist das Ergebnis des Zulassungsverfahrens ein "herber Rückschlag, den wir gerne vermieden hätten". Hindelang will auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht als Ausrede gelten lassen. "Die aufgetretenen Probleme stehen nach unserer Beurteilung nicht in Verbindung zur derzeitigen Krisensituation und haben ihren Ursprung in der Vergangenheit. Selbst mit sehr viel Nachsicht war uns kein anderer Beschluss möglich." Beide Vereine hätten nun die Möglichkeit, über das Nachprüfverfahren beim Spielgericht vorzusprechen, "ihre Versäumnisse zu begründen und gegebenenfalls zu korrigieren".

Ungeachtet dessen befasst sich der DEB bereits mit einer Oberliga Nord ohne IceFighters und Indians. Der bereits vorliegende Rahmenspielplan soll entsprechend angepasst werden.

(mit Elena Boshkovska)