30. Mai 2022 / 18:48 Uhr

"Ich erwarte Respekt": ZDF-Reporter Kaben missbilligt Kroos’ Benehmen bei Interview-Abbruch

"Ich erwarte Respekt": ZDF-Reporter Kaben missbilligt Kroos’ Benehmen bei Interview-Abbruch

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Toni Kroos (links) brach am Samstagabend das Interview mit ZDF-Reporter Nils Kaben ab.
Toni Kroos (links) brach am Samstagabend das Interview mit ZDF-Reporter Nils Kaben ab. © IMAGO/Moritz Müller
Anzeige

Mit seinem abgebrochenen ZDF-Interview nach dem Champions-League-Sieg von Real Madrid sorgte Toni Kroos für großen Wirbel. Nun hat sich der Reporter über den Vorfall nach dem Finale geäußert und Kroos' Verhalten kritisiert.

ZDF-Reporter Nils Kaben hat Toni Kroos für dessen Interview-Abbruch nach dem gewonnenen Champions-League-Finale kritisiert, aber auch eingeräumt, dass er eine Frage "ganz klar" besser hätte formulieren können. Real Madrids Mittelfeldspieler Kroos hatte nach dem 1:0-Finalsieg gegen den FC Liverpool am Samstag das Interview vorzeitig beendet.

Anzeige

"Du hattest 90 Minuten, dir vernünftige Fragen zu überlegen, und dann stellst du mir zwei so Scheißfragen", antwortete der Ex-Weltmeister kurz nach der Partie. Gefragt worden war der 32-Jährige, ob es überraschend gewesen sei, dass Real im Endspiel am Samstagabend im Stade de France so unter Druck geraten war.

"Kroos hätte die Frage auch als Vorlage dafür nutzen können, darauf hinzuweisen, dass Real sich schon durch den ganzen Wettbewerb immer in schwierigen Situationen gerettet hatte", sagte Kaben dem Spiegel in einem Interview am Montag. Nach Rücksprache mit Kolleginnen und Kollegen sei man "ganz deutlich zu dem Schluss gekommen, dass man sich als Spieler so nicht benehmen sollte". Eine sachliche Frage zum Spielverlauf so ins Persönliche zu kippen, gehe nicht.

Anzeige

Er kenne Kroos anders. Spieler könnten sich bei ihm sicher sein, dass er respektvoll mit ihren Leistungen umgehe. "Ich habe ihm gratuliert, wie es sich gehört. Aber ich erwarte umgekehrt auch Respekt", sagte Kaben. "Bestenfalls ist es ein Missverständnis unter viel Adrenalin gewesen", erklärte der 54-Jährige weiter. Er rechnet nicht damit, dass der Zwischenfall weitere Folgen für das Verhältnis habe. "Ich glaube, dass Toni Kroos und ich drei Sätze darüber wechseln werden, wenn wir uns das nächste Mal begegnen. Und dann ist auch wieder gut."

Kroos hatte auf die Frage geantwortet, es sei "nicht überraschend, dass du gegen Liverpool in Bedrängnis gerätst", und hinzugefügt: "Was ist das für eine Frage, du spielst ja nicht ein Gruppenspiel irgendwo, wir spielen das Champions-League-Finale." Nach dem Ansatz einer weiteren Frage von Kaben ging Kroos einfach weg und schimpfte: "Ganz schlimm, ganz schlimm." Kaben erklärte grundsätzlich: "Wir und auch die allermeisten anderen Medienhäuser sind nun mal keine Fans. Wir sind die Begleiter der Teams."