10. März 2022 / 17:08 Uhr

"Ich möchte da unbedingt hin": Vorfreude bei Wolfsburg-Fans auf neues Freiburg-Stadion

"Ich möchte da unbedingt hin": Vorfreude bei Wolfsburg-Fans auf neues Freiburg-Stadion

Florian Schulz
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Neues Ziel in der Bundesliga: Die VfL-Fans reisen am Samstag erstmals ins neue Europa-Park-Stadion in Freiburg.
Neues Ziel in der Bundesliga: Die VfL-Fans reisen am Samstag erstmals ins neue Europa-Park-Stadion in Freiburg. © imago images/camera4+
Anzeige

Die weiteste Auswärtsfahrt in der Fußball-Bundesliga für Mannschaft und Fans des VfL Wolfsburg steht am Samstag zum SC Freiburg (15.30 Uhr) bevor. Ein gehöriger Motivationsfaktor: Die Mitreisenden dürfen sich im Breisgau auch auf das neue Europa-Park-Stadion freuen.

Stolze 627 Kilometer trennen beide Stadien voneinander: Nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für die Fans des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg steht am Samstag mit der Partie beim SC Freiburg die weiteste Auswärtsreise der Saison bevor. Nur die „Verrücktesten“ haben sich dazu entschlossen, die Tour quer durch die Republik auf sich zu nehmen. Eine Tour, die diesmal nicht wie in den vergangenen Jahren als Ziel das Dreisamstadion, sondern das neu gebaute Europa-Park-Stadion hat. Eine knapp dreistellige Anzahl an Fans wird diese Tour am Samstag angehen.

Anzeige

Der VfL ist zum ersten Mal überhaupt in der am 7. Oktober des vergangenen Jahres eröffneten und 34.700 Zuschauer umfassenden neuen Freiburger Arena zu Gast. Das allein dürfte doch für viele Grün-Weiß-Anhänger Grund genug sein, in Auto, Bus oder Bahn in Richtung Süden zu steigen. Holger Ballwanz, einer der VfL-Fanbeauftragten, erklärt jedoch: „Unter normalen Umständen wäre es sicherlich auch so, dass es deutlich mehr Fans wären, aber es gibt ja immer noch mehrere Auflagen zu beachten.“ In Baden-Württemberg gilt nach wie vor: Im Stadion muss selbst am Platz eine FFP2-Maske getragen werden. „Daher halte ich es auch für nahezu ausgeschlossen, dass Wolfsburger Fanklubs in Gänze nach Freiburg reisen“, so der Ex-Profi. Die Betreuung der Mitreisenden übernimmt am Samstag sein Kollege Michael Schrader.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Schon die begrenzte Planungszeit hat den Fans die Mammut-Tour nicht einfach gemacht. „Es fängt schon mit der Spielterminierung durch die DFL an, die meist erst vier Wochen vorher erfolgt“, verdeutlicht Ballwanz. Erst am Mittwoch überlieferten die Freiburger den Niedersachsen den Link zum Ticketshop, in dem sich die Anhänger direkt in den entsprechenden Block einbuchen und die Tickets nach dem Prinzip „Print@Home“ daheim ausdrucken können. „So verfahren schon seit Beginn dieses Jahres mehrere Vereine. Man hat natürlich aufgrund der Kurzfristigkeit kaum Planungssicherheit, weiß nicht, wann und wie man an Karten kommt“, erklärt Ballwanz.

Anzeige

Karten - die hat sich auch der VfL-Fanklub "Meilenwölfe" gesichert. Die Anhänger nehmen die Tagestour in den Breisgau per Bulli in Angriff. Natürlich mit dem Anreiz, das neue Stadion aus nächster Nähe zu sehen – aber nicht hauptsächlich deshalb. „Die, die mitfahren, waren auch schon bei den vergangenen Auswärtsspielen dabei, um den VfL zu unterstützen“, erzählt der Fanklub-Vorsitzende Sören Henke. Wenngleich er klarstellt: „Die Vorfreude auf die neue Arena ist natürlich da, so etwas ist immer spannend.“

Henke und die Seinen sind mittlerweile Dauergäste in Freiburg: „Für mich ist das eine meiner Lieblingsreisen, denn man trifft auf sehr angenehme gegnerische Fans, mit denen man immer mal wieder gemütlich ein Bier trinken kann.“ Allerdings wird der Chef der Meilenwölfe am Samstag wohl zu Hause bleiben. Die Corona-Auflagen sind ihm ein Dorn im Auge. „Ich möchte im Stadion einfach ohne Abstand und Maske singen und hüpfen“, verdeutlicht der Parsauer, um anzufügen: „Glücklicherweise ändert sich das ja mit dem Leverkusen-Spiel.“ So wird Henke am 3. April in Augsburg wohl auch wieder vor Ort seine Grün-Weißen anfeuern.

Von den Auflagen am Samstag nicht abschrecken lässt sich hingegen Heike Waschull: „Ich möchte da unbedingt hin!“ Die Ahmstorferin, Mitglied in drei Wolfsburger Fanklubs, freut sich besonders auf die Eintagestour mit einem Kleinbus. Ist das neue Europa-Park-Stadion eine zusätzliche Motivation? „Nein, weil ich das alte Stadion so schön fand“, entgegnet Waschull.

Das altehrwürdige Dreisamstadion hat der VfL-Edelfan bereits seit 2000 („Wir sind auch schon mal mit dem Zug gefahren und haben uns die Stadt genauer angeschaut“) durchgehend vor Ort begutachtet. Waschull schlug am Mittwochabend direkt zu und sicherte sich online ihr Ticket, um den VfL im Schwarzwald zu unterstützen. Die lange Reise kann also beginnen.