20. März 2020 / 18:28 Uhr

Unions Emily-Jane Karger: "Ich treibe zu Hause weiterhin Sport"

Unions Emily-Jane Karger: "Ich treibe zu Hause weiterhin Sport"

Stefan Peglow
Märkische Allgemeine Zeitung
Emily-Jane Karger aus Perleberg kickt seit 2019 für den 1. FC Union Berlin und lernt an der Eliteschule des Sports.
Emily-Jane Karger aus Perleberg kickt seit 2019 für den 1. FC Union Berlin und lernt an der Eliteschule des Sports. © Stefan Peglow
Anzeige

Kreis Prignitz/Ruppin: Emily-Jane Karger kickt mit den B-Juniorinnen des 1. FC Union Berlin in der Bundesliga und hält sich derzeit individuell fit.

Anzeige

Emily-Jane Karger schnürt ihre Fußballschuhe seit vergangenem Sommer für den 1. FC Union Berlin. Zuvor hatte sie noch mit den C-Junioren des SSV Einheit Perleberg in der Landesklasse Nord-West gekickt. Die 16-jährige Perlebergerin spielt nun mit den B-Juniorinnen des Hauptstadtvereins. Die stiegen 2019 in die Bundesliga auf und sind derzeit Tabellensiebter. Im SPORTBUZZER-Interview spricht Karger über ihre derzeitige Situation.

Anzeige

Frau Karger, wie sind Sie bei Union aufgenommen worden – sind Sie in der Mannschaft angekommen?
Emily-Jane Karger: Ich denke, ich bin ganz gut angekommen. Wir hatten ja im vergangenen Sommer gleich zum Beginn ein Trainingslager mit mehreren teambildenden Aktionen, um alle an die Mannschaft heranzuführen. Denn ich war ja nicht die einzige neue Spielerin für das Team. Das hat dann auch alles ganz gut geklappt und wir sind auf jeden Fall schnell zusammengewachsen.

Und war es aus sportlicher Sicht eine große Umstellung für Sie?
Sportlich ist das beim 1. FC Union natürlich ein ganz anderes Niveau als vorher. Alles ist anstrengender und mit mehr Trainingsaufwand verbunden. Die Intensität der Übungen ist eine andere. Eine Trainingseinheit dauert dort zwar auch nur eineinhalb Stunden, allerdings sind es jetzt wöchentlich vier. In Perleberg waren es zwei Einheiten pro Woche.

Mehr Sport aus Prignitz/Ruppin

_Angesichts des Coronavirus ruhen derzeit Spiel- und Trainingsbetrieb. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?
_
Ja, leider ist bis nach Ostern erstmal Ruhe. Also momentan finde ich die Situation schon sehr schwierig und traurig – so ganz ohne gemeinsames Training und die Spiele. Die Saison ist angesichts der Lage vermutlich leider schon Geschichte. Ich treibe zu Hause weiterhin Sport. Das würde ich in der momentanen Situation auch für mich machen, wären wir von unserer Trainerin Anja Matthes nicht dazu aufgefordert worden. Ich brauche das einfach.

Gibt es denn konkrete Vorgaben für das individuelle Training daheim?
Wir haben von unserer Trainerin einen Trainingsplan für Stabi-Aufgaben bekommen. Dazu gehören zum Beispiel der Unterarmstütz – ein bisschen Kraft allgemein halt – Situps und Liegestütze. Und für die Kondition sollen wir joggen gehen. Ich mache das alles ganz individuell, versuche jeden Tag etwas zu machen, auf jeden Fall täglich zu laufen. Bis auf dienstags habe ich ja sonst auch jeden Tag Training. Zu Hause arbeite ich übrigens auch noch ein bisschen mit dem Ball.

Wie viele Kilometer kommen beim Lauftraining wöchentlich zusammen?
Das weiß ich gar nicht so genau, wie viele Kilometer da zusammenkommen. Denn das variiert bei mir. Aber zwei sind es mindestens pro Laufeinheit.

"Es läuft aber nicht so, wie es geplant war"

Und wie steht es um die Schularbeiten? Gab es vor der Schulschließung in Berlin wie in Brandenburg Aufgaben mit nach Hause?
An unserer Sportschule läuft das so, dass wir eine App haben, über die wir unsere Aufgaben geschickt bekommen. Eigentlich sollten wir zu den Schulzeiten online sein und unsere Aufgaben bearbeiten. Am Ende der Stunde sollte dann alles an die Lehrer verschickt werden. Es läuft aber nicht so, wie es geplant war. Sondern wir haben jetzt schon mehrere Aufgaben vorab bekommen. Für die haben wir jetzt immer eine Woche Zeit. Aber wir sind dazu angehalten, sie so schnell wie möglich zu lösen. Dann fotografiere ich meine Niederschriften mit dem Handy ab und schicke sie per App an die Lehrer.

Wie nutzen Sie ihre unverhofft gewonnene Freizeit in Perleberg noch?
Ich wollte die Zeit auf jeden Fall nutzen, um mich mit meinen alten Freunden wieder einmal zu treffen. Das haben wir auch schon schnell umgesetzt – waren gemeinsam etwas essen und haben das schöne Wetter genossen.