13. Oktober 2019 / 18:37 Uhr

Bericht: Ilkay Gündogan und Emre Can sorgen mit Instagram-Like für türkischen Salut-Jubel für Wirbel

Bericht: Ilkay Gündogan und Emre Can sorgen mit Instagram-Like für türkischen Salut-Jubel für Wirbel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die türkischstämmigen DFB-Profis Ilkay Gündogan und Emre Can (r.) haben mit Instagram-Likes auf den Salut-Jubel der türkischen Nationalspieler gegen Albanien reagiert.
Die türkischstämmigen DFB-Profis Ilkay Gündogan und Emre Can (r.) haben mit Instagram-Likes auf den Salut-Jubel der türkischen Nationalspieler gegen Albanien reagiert. © imago images/Montage
Anzeige

Die Nationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can haben bei Instagram offenbar ein Foto mit dem umstrittenen Salut-Jubel der türkischen Nationalmannschaft geliked. Beide zogen das "Like" später zurück.

Der Wirbel um den Salut-Jubel einiger türkischen Nationalspieler nach dem 1:0-Siegtreffer des ehemaligen Frankfurter Bundesliga-Profis Cenk Tosun am Freitagabend in der EM-Qualifikation gegen Albanien hat offenbar auch das DFB-Team erreicht. Wie die Bild berichtet, haben die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can einen Instagram-Post Tosuns geliked, auf dem die salutierende Geste im Anschluss des Treffers zu sehen ist. Dazu schrieb der Stürmer des FC Everton: "Für unsere Nation, vor allem für jene, die für unser Land ihr Leben riskieren." Mittlerweile haben Gündogan und Can ihr "Like" wieder zurückgenommen.

Anzeige

"Ich habe den Post von Tosun, den ich schon lange kenne, beim Scrollen geliked, ohne jegliche Intention und auf den Inhalt zu achten. Ich bin ein absoluter Pazifist und gegen jede Art von Krieg", erklärte Juventus-Profi Can der Bild, die berichtet, dass auch der DFB den Vorgang mitbekommen habe. Demnach wolle der Verband nach dem EM-Qualifikationsspiel am Sonntagabend gegen Estland das Gespräch mit Gündogan und Can suchen. Dass "Entliken" des Fotos habe der DFB "als ein erstes Statement zur Kenntnis genommen". Gündogan hatte schon vor der WM 2018 wegen eines gemeinsamen Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan für Unruhe gesorgt, sich später aber von dem Bild distanziert.

UEFA beschäftigt sich mit Salut-Jubel der Türkei

Auch bei der UEFA wird die Jubel-Geste der Türkei diskutiert. Der Verband hat zwar noch kein Verfahren wegen einer möglichen Vermengung von Sport und politischen Positionierungen eröffnet, beschäftigt sich aber mit dem Fall. „Ich habe die Geste, die zweifellos als Provokation gedeutet werden kann, nicht gesehen“, sagte UEFA-Pressechef Philip Townsend der italienischen Nachrichtenagentur ANSA: „Politische Äußerungen sind in den Regularien aber verboten. Deshalb werden wir dem Verdacht definitiv nachgehen.“

Mehr vom SPORTBUZZER

Die türkischen Spieler um Tosun und den ehemaligen Leverkusener Hakan Calhanoglu hatten nach dem Tor salutiert und damit möglicherweise einen Gruß an das Militär ihres Landes geschickt. Die Türkei hatte am Mittwoch eine militärische Offensive in Nordsyrien begonnen und dabei mehrere syrische Orte entlang der gemeinsamen Grenze angegriffen. Ankara sieht in den dortigen Kurdenmilizen einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation. International wurde die Offensive größtenteils verurteilt.

Türkische Nationalmannschaft twittert Foto nach Sieg gegen Albanien

Die türkischen Nationalspieler beließen es am Freitag nicht bei ihrem umstrittenen Jubel auf dem Feld. Nach der Partie twitterte die Nationalmannschaft auf ihrem offiziellen Account ein Foto des Teams in ähnlicher Pose. Hier wird der Beweggrund dann deutlich benannt. Der Sieg sei "den tapferen Soldaten und Märtyrern" gewidmet, heißt es in der Beschreibung des Bildes.

Aus der Bundesliga bezog am Sonntag Fortuna Düsseldorf, wo die beiden türkischen Nationalspieler Kaan Ayhan und Kenan Karaman unter Vertrag stehen, Stellung zu den Fotos mit dem militärischen Gruß. Sportvorstand Lutz Pfannenstiel habe "umgehend das Gespräch mit den Spielern gesucht und die Position des Vereins deutlich gemacht", hieß es in dem Statement: "Beide Akteure versicherten, dass es sich lediglich um eine Solidaritätsbekundung für Soldaten und ihre Angehörigen handelte, verbunden mit dem Wunsch, dass sie wieder gesund zu ihren Familien zurückkehren können."


Fortuna-Vorstand Pfannenstiel nimmt Ayhan und Karaman in Schutz

Pfannenstiel erklärte: "Wir kennen Kaan Ayhan und Kenan Karaman seit langer Zeit. Wir sind davon überzeugt, dass ihnen nichts ferner lag, als ein politisches Statement abzugeben. Beide Spieler stehen für die Werte, die unser Verein lebt." Die Fortuna betonte zugleich, dass sich der Klub "in aller Deutlichkeit von jeglicher vermeintlich politisch motivierter Handlung, die gegen die Werte des Vereins verstößt", distanziere.