15. August 2020 / 12:00 Uhr

ManCity-Star Ilkay Gündogan über das Duell mit Lyon, Erinnerungen an den BVB und den Champions-League-Titel

ManCity-Star Ilkay Gündogan über das Duell mit Lyon, Erinnerungen an den BVB und den Champions-League-Titel

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ilkay Gündogan spricht im Interview über die Champions League und Erinnerungen an den BVB.
Ilkay Gündogan spricht im Interview über die Champions League und Erinnerungen an den BVB. © imago image /AFLOSPORT/dpa/Montage
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Vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen Olympique Lyon spricht Nationalspieler Ilkay Gündogan über seinen Traum vom Titel, das verlorenen Endspiel 2013 mit dem BVB und den Königsklassen-Modus.

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SPORTBUZZER: Ilkay Gündogan, welche Erinnerungen haben Sie an das 1:2 im Champions-League-Finale 2013 mit Borussia Dortmund gegen den FC Bayern und wie oft haben Sie sich das Spiel nochmal angeschaut?

Ilkay Gündogan (29): Das Finale 2013 war vermutlich das denkwürdigste Spiel meiner bisherigen Karriere, auch wenn wir es nicht gewonnen haben. Wir waren sehr knapp dran. Aber ich muss sagen, trotz der Niederlage erfüllt mich das Spiel einige Jahre später mehr mit Stolz als mit Frust. Wir hatten eine unglaublich starke Champions-League-Saison gespielt und hatten eine richtig geile Mannschaft. Also wenn das Spiel irgendwo in der Wiederholung läuft, lasse ich es auch immer wieder gerne laufen.

Ilkay Gündogan (29): Nun stehen Sie mit Manchester City im Viertelfinale gegen Lyon. Ist es ein Vor- oder Nachteil, dass außer Ihnen aus dem Kader nur Claudio Bravo (als Ersatztorhüter, Anm. d. Red) ein Finale der Königsklasse gespielt hat?

Internationale Erfahrung haben wir im Kader definitiv genug, auch wenn wir die letzten Jahre in der UCL nicht bis zum Schluss dabei waren. Aber was uns alle eint, ist sicherlich der Hunger auf einen internationalen Erfolg. Hier haben wir alle einen gemeinsam Traum, den wir uns erfüllen wollen. Aber auch für Lyon ist das eine einmalige Chance. Sie haben quasi gar keinen Druck und können mit wenigen Spielen nun Historisches schaffen. Unser Gegner wird also auch bis in die Haarspitzen motiviert sein.

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Wie gefährlich ist die Situation als haushoher Favorit? Alle reden schon vom Halbfinale - wie ist es in der Mannschaft?

Juventus war sicherlich in einer ähnlich klaren Favoritenrolle – und dann sind sie ausgeschieden. Wir werden keine Chance haben, in einem Rückspiel noch einmal etwas aufzuholen, wenn es schiefgeht. Jeder einzelne in der Mannschaft und drumherum ist zu 100 Prozent fokussiert – es gibt ja derzeit auch keinen parallelen Ligabetrieb. Zudem haben wir sehr viel aus den vergangenen Jahren gelernt als wir leider zum Teil auch trotz klarer Favoritenrolle ausgeschieden sind. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass uns das mehr gelehrt hat als dass uns das nun Angst einjagt. Das haben wir auch gegen Real Madrid gleich zweimal unter Beweis gestellt.

Was ändert sich durch den Modus, nur ein Spiel zu haben?

Der Modus ist definitiv ein Vorteil für den Außenseiter. Nach 90 Minuten mit etwas Spielglück weiterzukommen, ist schließlich deutlich realistischer als nach 180 Minuten. Es ist ein bisschen wie bei einer EM oder WM – auch dadurch, dass nun alle Spiele kompakt in Lissabon stattfinden. Für den Fan ist dieser Modus sicherlich sehr attraktiv, da auch jederzeit Überraschungen möglich sind. Gerade als Spieler von einem Team wie ManCity willst du aber natürlich alles tun, um einen Sieg wirklich zu erzwingen – so dominant sein, dass es am Ende nur einen Sieger geben kann und der Zufall nur eine Nebenrolle spielt. Entsprechend muss man aber einfach noch konzentrierter und motivierter an solch ein Duell herangehen und dir bewusst machen, dass es kein Rückspiel und keine Chance auf Wiedergutmachung gibt.

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Würde der Champions-League-Titel die Saison retten oder war die Spielzeit gar nicht so schlecht wie sie gemacht wird?

Wenn wir die beiden Spielzeiten zuvor als Maßstab nehmen, waren wir diese Saison natürlich nicht ganz so erfolgreich unterwegs. Aber nur, weil es zuvor zwei absolut überragende Saisons waren, müssen wir uns einen zweiten Platz in der stärksten Liga Fußballiga der Welt nicht gleich so schlecht reden lassen. Ein Champions League Titel würde die Saison nicht retten, sondern meiner persönlichen Zeit bei ManCity die absolute Krone aufsetzen.

Sie haben den Premier-League-Pokal als Replica bei sich im Büro stehen: was würden Sie mit dem Henkelpott machen? Vielleicht ein Tattoo…

Ich habe von allen meinen erstmalig gewonnenen Pokalen meiner Profikarriere Replica in meiner Wohnung stehen. Auf der einen Seite bin ich über das bisher gewonnene schon extrem glücklich, auf der anderen Seite fehlt dann eben doch noch der Henkelpott. Das wäre die absolute Krönung und wurde noch einmal einen ganz besonderen Platz bekommen.