14. März 2019 / 11:55 Uhr

Im Auftrag des Mädchenfußballs

Im Auftrag des Mädchenfußballs

Marius Beneke
Abiturientin Lea Taubert macht ein Freiwilliges Soziales Jahrbeim Bremer Fußball-Verband. Einen Teil ihrer Stunden absolviert sie in der Grundschule Schmidtstraße.
Abiturientin Lea Taubert macht ein Freiwilliges Soziales Jahrbeim Bremer Fußball-Verband. Einen Teil ihrer Stunden absolviert sie in der Grundschule Schmidtstraße. © KARSTEN KLAMA
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Lea Taubert und Rune Orb absolvieren beim Bremer-Fußball-Verband ein Freiwilliges Soziales Jahr

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Fußball und Mädchen. Nicht gerade das, was die meisten in der von Männern dominierten Sportart miteinander verbinden. Ein Problem, das auch dem Bremer Fußballverband nicht verborgen blieb. Nach einer flächendeckenden Analyse war klar, dass es einer Lösung bedarf. Es war der Startschuss für das sogenannte #FUSOJA, das Fußball Soziale Jahr. In einer Kooperation zwischen Verband, Schulen und Vereinen soll so der Mädchenfußball in Bremen ausgebaut werden.

Lea Taubert und Rune Orb wurden für diese Aufgabe ausgewählt. Beide haben im Sommer ihr Abitur gemacht und gehen das Projekt nun zusammen mit dem BFV an. Die beiden 19-Jährigen sind selbst aktive Fußballer und wollen in ihrer Zeit beim BFV neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln. „Nach dem Abi wusste man noch nicht, was man machen will, da war das eine tolle Gelegenheit für mich“, sagt Rune Orb. Beide hatten sich nach ihrem Abitur im Sommer bei der Bremer Sportjugend für ein Freiwilliges Soziales Jahr beworben. „Die haben unsere Bewerbung dann an Vereine und den Verband weitergeleitet“, erzählt Lea Taubert.

Nach einem Bewerbungsgespräch im Bremer Weserstadion gab es schließlich die positive Rückmeldung. Orb und Taubert wurden die beiden ersten Fusojas und sind nun seit dem 1. September dabei. Wer allerdings denkt, die 19-Jährigen verteilen nur Kaffee auf der Geschäftsstelle, hat sich geirrt. Ihre Arbeit hat nichts mit den üblichen Praktikantentätigkeiten zu tun. „Wir legen hier im System Lehrgänge für Trainer und Schiedsrichter an oder schreiben Spielberichte für die Bremen-Liga“, erklärt Lea Taubert die Aufgaben innerhalb des Verbandes. Es wird also an allen Ecken mit angepackt. Die beiden Kicker des TuS Schwachhausen bekommen so hautnah mit, was für Arbeit in den Amateurfußball gesteckt werden muss.

Die Praxis kommt aber natürlich nicht zu kurz. Schließlich soll das Projekt ja den Mädchenfußball in Bremen fördern. An drei Schulen leiten die beiden FSJler Arbeitsgruppen und unterstützen den Sportunterricht. „Es wird schon anders wahrgenommen, wenn man vom Bremer Fußballverband kommt und in entsprechender Kleidung dasteht“, sagt Rune Orb über das positive Feedback. Zwischen 15 und 20 Mädchen betreut er an der Gesamtschule Ost. Und das, obwohl die AG erst innerhalb des laufenden Schuljahres eingeführt wurde.

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Lea Taubert arbeitet im Zuge des Projekts mit der Grundschule an der Schmidtstraße und der Gesamtschule Mitte zusammen, wo sie von den Kindern stets freudig erwartet wird. „Man sieht, dass das Projekt für beide Seite eine super Sache ist“, sagt auch Grundschullehrer Peter Fricke. Früher sah Fricke nur wenige Mädchen auf dem Schulhof Fußball spielen. Heute sieht das ganz anders aus. Zwischen 30 und 40 Kinder treten nun in den Pausen gegen den Ball. „Wir haben mittwochs auch einen Mädchenfußballtag eingeführt, an dem nur die Mädels das Feld nutzen dürfen“, sagt der 51-Jährige mit Blick auf das Projekt.

Die Begeisterung also steigt an den Schulen. Und genau daraus soll bei den Mädchen die Eigenmotivation entstehen, sich einem Bremer Verein anzuschließen. Auch hier greift wieder die Kooperation des Projekts. Mit dem SC Borgfeld und dem FC Union 60 haben sich zwei Vereine gefunden, in denen Lea Taubert und Rune Orb zusätzlich Traineraufgaben übernehmen. Natürlich unter den besten Voraussetzungen.

Neuauflage bereits in Planung

Die beiden 19-Jährigen haben in ihrem Fusoja überdies die Möglichkeit erhalten, eine C-Lizenz für den Bereich Breitenfußball zu erwerben. 120 Lerneinheiten sind dafür zu absolvieren. Dabei werden nicht nur Trainingsmethoden für Kinder und Jugendliche gelehrt. Auch die Aufgaben eines Trainers werden in den Einheiten vermittelt. Somit wissen Lea Taubert und Rune Orb in jeder Situation genau, wovon sie gerade sprechen.

Und das endet mit positiven Rückmeldungen beim Verband. „Bisher hat sich noch keiner über die beiden beschwert“, sagt BFV-Pressereferent Oliver Baumgart und lacht. Einmal im Monat trifft sich der 40-Jährige mit den Partnern der Kooperation zu einer Feedbackrunde. Da das Projekt gut läuft, ist bereits eine Neuauflage für den kommenden Sommer in Planung.

Wie es für Lea Taubert und Rune Orb nach dem Fusoja weitergehen soll, wissen sie noch nicht. Ein Studium soll es wohl werden, aber zuerst wollen sie ihre Erfahrungen weiter genießen. Das Trainerdasein werden sie nach dem Jahr aber nicht aufgeben, das steht für beide fest.

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