26. November 2020 / 16:01 Uhr

Im Corona-Jahr: Tennisvereine verzeichnen Mitgliederzuwachs

Im Corona-Jahr: Tennisvereine verzeichnen Mitgliederzuwachs

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Verbandschef Dieter Bursche (r.) mit TMV-Jugendwart Sven Ueberschär
Verbandschef Dieter Bursche (r.) mit TMV-Jugendwart Sven Ueberschär © Stefan Ehlers
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Verbandschef Dieter Bursche (71) spricht über die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Tennissport, über das neue LK-System und über die Höhepunkte des Jahres.

Tennis gehört zu den wenigen Sportarten, die in Corona-Zeiten betrieben werden dürfen. Verspüren Sie einen Mitgliederzuwachs?

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Dieter Bursche: Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor, aber ich weiß, dass mehrere Vereine – unter anderem Rot-Weiß Wismar und Blau-Weiß Warnemünde – bis zu 50 neue Mitglieder gewonnen haben. Das ist richtig gut. Wir brauchen auch Zuwachs. Aktuell haben wir landesweit gut 4000 Mitglieder.

Der Punktspielbetrieb in der Winterrunde ruht bis Jahresende. Gehen Sie davon aus, dass die Hallensaison planmäßig zu Ende gespielt werden kann?

Ja, wir können bis Mitte April in der Halle spielen. Wenn sich die Infektionszahlen nicht verschlechtern und wir im Januar endlich mit Doppel anfangen können, sollte es klappen.

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Sollte es beim derzeitigen Doppel-Verbot bleiben: Wäre auch denkbar, die Punktspiele lediglich mit Einzeln zu bestreiten?

Diese Frage haben wir im Sportausschuss verneint. Nur aus der Not heraus so eine Runde durchzuführen, macht keinen Sinn. Wir müssen ja auch die Hallensituation beobachten. Das Wonnemar in Wismar hat derzeit geschlossen. Von daher müssen wir einfach abwarten, wie sich das alles entwickelt.

Anfang Oktober wurde ein neues LK-System eingeführt. Was halten Sie davon?

Das ist eine interessante Geschichte. Die LK-Einstufung wird dadurch realistischer. Es ist zwar schwierig, alles nachzurechnen, aber da es einen LK-Rechner gibt, muss man kein Mathematiker sein.

Das Tennisjahr stand im Zeichen der Corona-Krise. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Unter den gegebenen Umständen ist es gut gelaufen. Wir haben die Landesmeisterschaften der Damen, Herren und Senioren ohne Probleme durchführen können. Bei den Herren hatten wir ein 32er-Teilnehmerfeld – das war für unsere Verhältnisse gigantisch. Der ausrichtende Verein, HSG Greifswald, hat sich sehr viel Mühe gegeben, so dass die Titelkämpfe auch im kommenden Jahr dort stattfinden werden. Die Senioren ermitteln wieder in Stralsund ihre Meister.

Und bei den Junioren?

Unser Jugendwart Sven Ueberschär gibt sich unheimlich viel Mühe, etwas zu bewegen, aber es ist klar, dass Veränderungen nicht gleich in allen Bereichen eine durchschlagene Wirkung erzielen. Wir sind auf einem guten und richtigen Weg und werden künftig auch die U8 und U10 in den Punktspielbetrieb einbinden, damit sich die Jüngsten nicht nur auf der Talente-Tour mit anderen messen können. Die Kommission der Verbandsjugendwarte des DTB hatte eine Vereinheitlichung der Altersklassen für alle Mannschaftswettkämpfe beschlossen, so dass zukünftig die Altersklassen U14 und U16 weggefallen und dafür die Altersklasse U15 geschaffen wurde. Dass heißt nun für unsere Juniorinnen und Junioren, dass die Punktspiele in den Altersklassen U8, U10, U12, U15 und U18 ausgetragen werden.

Wie sieht es mit dem Turniergeschehen bei den Junioren aus?


Mit dem Hanse-Pokal in Rostock und dem Dunlop Junior Cup in Warnemünde hatten wir zwei J2-Turniere in unserem Land. Das ist die zweithöchste Kategorie in Deutschland. In Warnemünde hatten wir 90 Teilnehmer und eine Woche später 85. Das war gigantisch. Da konnte man tolle Spiele sehen. Mit Viggo Wagenknecht vom TV Waren haben wir einen Bundeskader in der U12. Für uns als Verband ist es natürlich schön, so ein Aushängeschild zu haben.

Ende November, Anfang Dezember sollen beim ITF Juniors Fleesensee die besten Junioren-Spieler der Welt in Göhren-Lebbin aufschlagen. Findet das Turnier statt?

Leider nicht. Das mussten wir absagen. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Wir greifen nächstes Jahr wieder an.

Bei den Senioren stachen in diesem Jahr die Usedom Open und das Schweriner Turnier heraus.

Richtig. Bei den Usedom Open waren fast 300 Teilnehmer dabei. Dank der Bemühungen von Turnierchef Peter Schmidt erhielten die Usedomer vergangenes Jahr die Kategorie S1. Auch das Schweriner Turnier fand ich richtig gut. Donata und Hagen Wustlich haben das Turnier unter ihre Fittiche genommen und das super gemacht. Das Turnier war sogar etwas stärker besetzt als im Vorjahr, als es noch international war. Aufgrund von Corona wollten viele spielen. Und bei uns im Land waren die Infektionszahlen zum Glück so niedrig, dass viele gemeldet haben. Das Turnier hat für kommendes Jahr die Kategorie S2 bekommen. Auch das ist ein Erfolg.

Nächste Saison mischen neun Teams aus MV in der Regional- und Ostliga mit – so viele wie noch nie.

Das stimmt. Es ist zwar schade, dass in diesem Jahr die Regionalliga Herren 65, in der Warnemünde vertreten ist, und einige Ostliga-Staffeln ausgefallen sind, aber 2021 sind wir umso stärker vertreten. Mit den Herren 30 und 60 des TC Blau-Weiß Rostock, den Herren 55 des Schweriner TC und den Herren 65 der HSG Greifswald sind vier Mannschaften aufgestiegen. Weiterhin dabei sind die Damen des TC Rot-Weiß Neubrandenburg, die Damen 40 von Blau-Weiß Rostock, die Vierziger Herren aus Greifswald und Neustrelitz sowie die Schweriner Herren 50.

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