07. April 2020 / 17:35 Uhr

Im Dauereinsatz an der Pfeife: Schiedsrichter Tim Gerstenberg aus Birkenwerder

Im Dauereinsatz an der Pfeife: Schiedsrichter Tim Gerstenberg aus Birkenwerder

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
_R2R1160
War als Unparteiischer in der bisherigen Saison auf diversen Fußballplätzen und unter dem Hallendach gefragt: Tim Gerstenberg (rechts). © Robert Roeske
Anzeige

Der 19-Jährige verzeichnet in dieser Saison bisher die meisten Einsätze als Schiedsrichter aus Oberhavel. Der Student engagiert sich zudem im Ehrenamt.

Anzeige

Stellvertretender Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses im Fußballkreis Oberhavel/Barnim, DFBnet-Beauftragter, Ansprechpartner für das Sportgericht und dazu noch selbst fleißiger Schiedsrichter auf Kreis- und Landesebene: Langweilig wird es dem Unparteiischen Tim Gerstenberg nicht. „Als Student habe ich durch die Online-Kurse genügend Abwechslung. Das runde Leder nimmt in meinem Leben einen großen Platz ein“, so der 19-Jährige, der nach seiner Hochstufung in dieser Saison erstmals in der Landesliga pfeift. „Man merkt schon den Unterschied. Die Mannschaften sind besser und die Spieler raffinierter. Das macht aber auch mich in meiner Arbeit als Unparteiischer besser.“

Anzeige

In Bildern: Das sagen die Kreisoberliga-Trainer aus Oberhavel/Barnim zur Corona-Krise.

Das sagen die Kreisoberliga-Trainer aus Oberhavel/Barnim zur Corona-Krise. Zur Galerie
Das sagen die Kreisoberliga-Trainer aus Oberhavel/Barnim zur Corona-Krise. ©

Mit seinen Einsätzen, in dieser Saison sind es bald Partien im dreistelligen Bereich, ist der in Birkenwerder lebende Gerstenberg die Nummer eins in Oberhavel. Mehr Ansetzungen im fusionierten Fußballkreis in Oberhavel und Barnim hat nur noch Tobias Behm von Lok Eberswalde in der laufenden Spielzeit wahrgenommen. „Das ist schon eine stolze Zahl. In den Einsätzen sind aber auch Beobachtungen und meine Ausschussarbeit enthalten“, so Gerstenberg, der in Berlin an der Hochschule für Wirtschaft und Recht im dualen Studiengang Betriebswirtschaftslehre studiert. Während Tim Gerstenberg die Partien leitet, steht Schwester Jamie Gerstenberg als Keeperin im Kader von Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam. Ohne das runde Leder geht es in der Familie scheinbar gar nicht.

Seit über fünf Jahren ist der Oberhaveler, der für Fortuna Glienicke pfeift, schon als Schiedsrichter dabei, entwickelte sich stetig weiter und übernahm auch im FK Verantwortung in der Ausschussarbeit. Zusätzlich bestreitet der Birkenwerderaner in gewohnt ruhiger Art seine Partien als Referee auf dem Platz, konnte sich in der Region bereits einen Namen machen.

<b>Torhüterin:</b> Jamie Gerstenberg, 11.12.2002, im Team seit 2011.
Eine sportliche Familie: Die Schwester von Tim Gerstenberg, Jamie, spielt bei Turbine Potsdam. © Mediengruppe Thiel/Jennifer Schröder

Doch aufgrund der aktuellen Saisonaussetzung kann er seinem Hobby am Wochenende nicht nachgehen. „Der Samstag war sonst immer mein Highlight, da ich dort meine Spiele gepfiffen habe und viele Freunde aus dem Schiedsrichterwesen getroffen habe“, so Gerstenberg. „Jetzt schlafe ich am Samstag aus und weiß manchmal gar nicht, was ich dann an dem Tag noch machen soll.“ Der 19-Jährige hat noch ehrgeizige Ziele für seine Zukunft als Schiedsrichter, will in den „kommenden Saisons in die Brandenburgliga aufsteigen“, wie er sagt. „Das ist schon ein Ziel und wäre auch ein Highlight für mich, in der höchsten brandenburgischen Liga zu pfeifen. Ab da denke ich aber nicht weiter, weil es dann ab der Oberliga ein Haifischbecken bei den Schiedsrichtern wird. Das will ich dann alles einfach auf mich zukommen lassen.“ Im Moment muss der Student die Schiedsrichterpause akzeptieren, verbringt stattdessen Zeit mit der Familie, aber auch beim Sport und ab und zu im Garten.