19. Mai 2020 / 20:45 Uhr

Im Kreis Gifhorn: Die Sharing-Schiris kommen!

Im Kreis Gifhorn: Die Sharing-Schiris kommen!

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zwei Schiris teilen sich den Saisonjob : Der TuS Seershausen/Ohof (l.) gehört zu den Ideengebern des Schiri-Sharings. 
Zwei Schiris teilen sich den Saisonjob : Der TuS Seershausen/Ohof (l.) gehört zu den Ideengebern des Schiri-Sharings.  © Preuss/NFV-Kreis Gifhorn (Montage)
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Die Idee kam aus den Fußball-Vereinen, Gifhorns Schiedsrichter-Ausschuss setzt sie nun im: Der Halbtags-Schiri soll kommen – funktioniert aber nur im Doppelpack.

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Hintergrund: Die Kreisschiedsrichter-Ausschüsse legen bestimmte Bedingungen fest, die jeder Kamerad zu erfüllen hat. „In unserem Kreis ist zum Beispiel die Mindestanzahl der Spielleitungen auf 18 Einsätze festgelegt“, sagt Gifhorns Schiri-Chef Dennis Laeseke. Er weiß: „Nicht alle Schiedsrichter schaffen es, dieses Soll zu erreichen und ihre Vereine erhalten deswegen teilweise einen Verwaltungsentscheid." Sprich: sie müssen blechen.

Von einzelnen Vereinen, federführend dabei der TuS Seershausen/Ohof, wurde die Idee eines Sharings des Schiedsrichteramts an den Ausschuss herangetragen, „der wir uns gerne angenommen haben“, so Gifhorns Schiri-Chef. In Abstimmung mit dem Kreisvorstand entschied man sich für die Realisierung des Pilot-Projekts des „Halbtags-Schiedsrichters“. Natürlich nach Rücksprache mit dem Verband in Barsingshausen. Laeseke: „Rein rechtlich spricht nichts dagegen.“

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So läuft das Projekt ab: Ab dem Sommer 2020 besteht für die Vereine die Möglichkeit, zwei Unparteiische namentlich an den Ausschuss zu melden, die sich das Soll von mindestens 18 Spielleitungen ausgeglichen untereinander aufteilen, um so gemäß Paragraf 11 der Spielordnung als ein Referee angerechnet zu werden. Die Mindestanzahl der Spielleitungen dieser Halbtags-Schiedsrichter liegt somit bei neun Partien, bei weniger als fünf ist die Anerkennung nicht möglich. Die Differenz erklärt Laeseke so: „Es kann beispielsweise sein, dass sich ein Schiri verletzt. Wir werden immer auf den Einzelfall schauen.“

Wie jeder andere auch, hat der Halbtags-Schiri ebenfalls zwei Lehrabende pro Halbserie zu besuchen und eine jährliche Leistungsprüfung abzulegen. Wichtig: Wird einer der beiden nicht anerkannt, kann eine Anrechnung des verbliebenen Kameraden als ein Schiedsrichter für den Verein nicht erfolgen.

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Mit dem Wissen um die Planung dieses Projekts haben erste Vereine bereits Anwärter zum jüngsten Lehrgang geschickt. Laeseke: „Wir hoffen mit dieser Möglichkeit einen neuen Anreiz zur Ausbildung als Fußball-Schiedsrichter geschaffen zu haben.“ Übrigens: Das Angebot besteht auch „für unsere Bestands-Schiedsrichter. Denn, wie beschrieben, erreichen nicht alle Kameraden das Soll von mindestens 18 Spielleitungen.“

Und: Vielleicht setzt sich das Projekt ja über die Kreisgrenzen hinweg durch. Der Schiri-Mangel ist ja nicht auf Gifhorn begrenzt. Laeseke: „Wir schauen mal in einem Jahr, wie sich die Sache entwickelt. Wobei wir ja nicht wissen, wie viel Fußball bis dahin gespielt wird...“