17. November 2020 / 17:52 Uhr

Im Kugelhagel von Blumenhagen und Triplesieger in Dungelbeck

Im Kugelhagel von Blumenhagen und Triplesieger in Dungelbeck

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
In seinen Anfangsjahren spielte Dennis Angerstein als Keeper (rechts). Schon in seiner Zeit bei Germania Blumenhagen rückte er aber vor ins Feld, ehe er beim TSV Dungelbecks seine größten Erfolge feierte.
In seinen Anfangsjahren spielte Dennis Angerstein als Keeper (rechts). Schon in seiner Zeit bei Germania Blumenhagen rückte er aber vor ins Feld, ehe er beim TSV Dungelbecks seine größten Erfolge feierte. © Isabell Massel
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Der Edemisser Trainer Dennis Angerstein (geb. Görke) hat gute Geschichten aus seiner Zeit als Torhüter zu erzählen, als Feldspieler war er aber noch erfolgreicher. Mit dem TSV Dungelbeck hatte der 35-Jährige ein ganz besonderes Jahr und in Blumenhagen vor allem im Training viel Arbeit.

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Wenn es um das schönste Jahr seiner Spielerkarriere geht, dann muss Dennis Angerstein (geb. Görke) nicht lange überlegen. 2011 holte er mit den Fußballern des TSV Dungelbeck das Triple bestehend aus Kreisliga- und Kreispokal-Titel, sowie dem Erfolg im Härke-Pokal. „Bis heute hat uns das kein Team nachgemacht“, sagt Angerstein stolz. Zu dieser Zeit spielte er meist als Innenverteidiger, während er bei seinen vorherigen Stationen dafür bekannt war, gegnerische Treffer anders als mit der Grätsche zu verhindern.

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Denn angefangen hatte der heutige Trainer des TSV Edemissen im Tor. Seine gesamte Jugendzeit verbrachte der Kreisliga-Coach beim Marathon Peine und stand seit der B-Jugend zwischen den Pfosten unter anderem in der Landesliga der A-Junioren. Bei seinem Einstieg wurde ihm eine Sache aber zum Verhängnis: „Es kann immer nur ein Torwart spielen.“ Und im Team von Christian Gleich erhielt damals Thomas Hiete den Vortritt.

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Angerstein wechselte also vom Aufsteiger in die Kreisliga zu einem Topteam dieser Staffel: dem SV Germania Blumenhagen. Und plötzlich stand er nicht nur in den Punktspielen im Tor, sondern im Training auch regelmäßig im Kugelhagel. „Mit Maik Düsterhöf und Patrick Tschapke spielten zwei der besten Stürmer des Kreises in Blumenhagen“, erinnert sich Angerstein lachend und erklärt: „Das hilft einem jungen Keeper natürlich enorm, ich habe einen riesigen Schub bekommen. Wir haben uns gegenseitig gepusht und viele kleine Wettkämpfe gehabt.“

Angerstein trug seinen Teil zu vier zweiten Plätzen und dem Aufstieg 2008 aber nicht nur als Keeper bei. „Denn irgendwann bin ich dann auch raus aufs Feld“, sagt Angerstein, der zwischendurch aber am Knie operiert werden musste: „Meine Kniescheibe war rausgesprungen und es war auch ein Stück rausgebrochen.“ Nach erfolgreichen Jahren in der Gemeinde Edemissen wechselte der heute 35-Jährige nach Dungelbeck – und schrieb mit dem Team Geschichte.

Mittlerweile als Innenverteidiger unterwegs, gewann Angerstein mit dem TSV das Peiner Triple aus Kreisliga und -pokal, sowie Härke-Pokal. In der Defensive habe er gespielt, weil er die langen Diagonalbälle zur Spieleröffnung noch aus seinen Zeiten als Torhüter drauf hatte. „Ich war gut mit dem Ball am Fuß. Ich habe in Dungelbeck aber auch mal auf der offensiven Außenbahn gespielt. Meine Kollegen haben dann aber auch schnell gemerkt, dass sie mich nicht steil schicken brauchen“, berichtet Angerstein lachend. Im Abwehrzentrum würde er sein „damaliges Ich“ heute noch aufstellen: „Als Innenverteidiger... das war schon nicht verkehrt.“

Überwältigend sei vor allem das Härke-Pokal-Finale gewesen, berichtet Angerstein. Die Dungelbecker waren als Bezirksliga-Aufsteiger gegen den etablierten SV Lengede nur Außenseiter, retteten sich auf heimischer Anlage aber nach 90 Minuten mit 2:2 in das Elfmeterschießen. Nachdem Marko Kaiser verschossen hatte, „habe ich den vorletzten Versuch verwandelt“, erinnert sich Angerstein, der zuvor beim Strafstoß eigentlich stets auf pure Gewalt gesetzt hatte. „Den habe ich aber ganz cool eingeschoben.“

Erfolg hatte er auch als Coach schon: 2017 gewann er mit den Dungelbeckern den Kreispokal. Erste Überlegungen, später Trainer zu werden, hegte Angerstein bereits während seiner Zeit in Blumenhagen. Endgültiger Auslöser sei wohl ein Halbsatz von seinem damaligen Coach Hubert Meyer gewesen. „Wenn du mal Trainer bist...“, habe der damals gesagt. Angerstein: „Da habe ich schon gemerkt, dass ich gut und viel diskutieren kann. Ob das so alles richtig war, ist eine andere Sache, aber von da an war das absehbar, dass ich mal Trainer werde.“

Mittlerweile konzentriert sich der 35-Jährige ganz auf seine Trainertätigkeit. Immer wieder war ihm während seiner Spielerkarriere die Kniescheibe herausgesprungen. Einen Schlussstrich zog Angerstein, nachdem ihm in der Alten Herren des TSV Dungelbeck „wieder jemand ins Knie gesprungen ist“. Bald werde er noch einmal operiert.