02. November 2020 / 11:34 Uhr

Im Topspiel gegen Rostock: VfL Potsdam verpasst den Wendepunkt

Im Topspiel gegen Rostock: VfL Potsdam verpasst den Wendepunkt

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
VfL-Linksaußen Caspar Jacques erzielte drei Tore. Bei Empor-Keeper Leon Mehler aber oft Endstation.
VfL-Linksaußen Caspar Jacques erzielte drei Tore. Bei Empor-Keeper Leon Mehler aber oft Endstation. © Julius Frick
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3. Handball-Liga Nord-Ost: Adler unterliegen Spitzenreiter HC Empor vor leeren Rängen mit 24:27.

Die Adler gaben sich nie auf, waren dran und hatten mehrfach die Chance, dem Spiel die entscheidende Wendung zu geben. Überhastet und unclever agierte der VfL Potsdam in eben jenen Situationen aber, weshalb das Topspiel der 3. Handball-Liga Nord-Ost gegen den HC Empor Rostock letztlich verdient mit 24:27 (12:13) verloren ging. Während sich die Schützlinge von Trainer Daniel Deutsch somit erstmals in dieser Saison geschlagen geben mussten, wahrte der Gegner von der Ostseeküste seine blütenweiße Weste und rangiert mit 10:0-Punkten weiter an der Tabellenspitze.

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„Wenn man im gesamten Spiel nicht einmal in Führung liegt, dann muss man diese Niederlage anerkennen“, sagte Deutsch nach der Partie, die vor leeren Rängen – wegen steigender Corona-Infektionszahlen in Potsdam – in der MBS-Arena ausgetragen wurde. „Beide Mannschaften sind mit 8:0-Punkten gestartet, unter normalen Umständen wären hier über 1000 Zuschauer in die Halle gekommen“, war sich der VfL-Coach sicher, betonte aber auch: „Natürlich fehlt da auch die Atmosphäre und der Spaß. Aber viele Menschen haben aktuell wegen anderen, viel schlimmeren Dingen keinen Spaß.“

In Bildern: VfL Potsdam unterliegt dem HC Empor Rostock mit 24:27.

Die Potsdamer Adler (rote Trikots) ziehen im Topspiel - beide Mannschaften sind mit 8:0-Punkten gestartet - den Kürzeren und gehen mit einem Negativerlebnis in die Zwangspause. Zur Galerie
Die Potsdamer Adler (rote Trikots) ziehen im Topspiel - beide Mannschaften sind mit 8:0-Punkten gestartet - den Kürzeren und gehen mit einem Negativerlebnis in die Zwangspause. © Julius Frick

Die Abwehrreihen starteten hochkonzentriert und packten mächtig zu. Den 0:2-Rückstand glichen die Gastgeber durch Yannik Münchberger und David Cyrill Akakpo umgehend aus. Welche Qualität die Rostocker besitzen, bewiesen sie beim dritten Treffer – per Kempa-Trick traf Janos Steidtmann sehenswert. Nach 17 Minuten erhöhten die Gäste beim Stand von 4:4 mit einem 3:0-Lauf erstmals die Schlagzahl. Dem VfL boten sich im Angriff zwar stets gute Möglichkeiten, scheiterte aber immer wieder an Empor-Torhüter Leon Mehler. Weil Adler-Schlussmann Jan Jochens aber ebenfalls die Flügel auspackte, verkürzten die Hausherren bis zur Pause auf 12:13 – mit der Schlusssirene überwand Matti Spengler mit einem Aufsetzer fast von der Mittellinie Mehler.

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„Wir waren im ersten Durchgang zwar konzentriert, aber auch zu verhalten, nicht risikobereit genug“, empfand Deutsch. Der zweite Abschnitt begann analog zum ersten: Erst traf Empor doppelt, dann der VfL – 14:15 (34.). Es war eigentlich die Zeit gekommen, um das nahezu auf Augenhöhe geführte Duell zum Kippen zu bringen. Eigentlich. „Immer, wenn sich die Möglichkeiten geboten haben, wenn Energie durch die Mannschaft ging, haben wir Bälle unnötigerweise liegen lassen. Das ist schlecht und tut weh“, sagte Deutsch.

Folgerichtig zog Rostock 14 Minuten vor Ultimo bis auf fünf Tore davon. Drei Treffer in Serie brachten die Hoffnung bei den Adlern zurück, Levi Schwark hatte bei einem Konter sogar die Möglichkeit auf das 21:22. Die Endstation hieß aber einmal mehr Leon Mehler. „In den entscheidenden Situationen war er da und hat meinen Jungs den Zahn gezogen“, wusste Deutsch, der sein Team nicht am Optimum sah: „Ich bin der Meinung, dass wir viel besser spielen können. Deswegen sind wir nicht an unsere Grenzen gestoßen. Uns hat möglicherweise die Körpersprache gefehlt.“ Mit einem Negativerlebnis geht der VfL in die Zwangspause – wie lang diese wirklich andauert, bleibt abzuwarten.

VfL: Jochens, Pellegrini – Jacques (3), Struck, Simic, Schwarz, Münchberger (4/2), Spengler (2), Flödl, Ende (4), Akakpo (3), Rebelo, Suana, Urios Gonzalez (1), Roosna (6/5), Schwark (1)