07. Januar 2021 / 21:51 Uhr

Im Wolfsburger Mittelfeld ist es voll: Schwerer Stand für Kapitän Guilavogui

Im Wolfsburger Mittelfeld ist es voll: Schwerer Stand für Kapitän Guilavogui

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hat derzeit einen schweren Stand: VfL-Kapitän Josuha Guilavogui.
Hat derzeit einen schweren Stand: VfL-Kapitän Josuha Guilavogui. © 2019 Getty Images
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Der VfL Wolfsburg hat im Mittelfeld ein Luxusproblem, alle Spieler sind fit. Einer der Leidtragenden ist Kapitän Josuha Guilavogui, der zuletzt schweren Stand hatte, bei Union Berlin aber auf Einsatzzeit hoffen darf.

Das Mittelfeld des VfL Wolfsburg ist prall gefüllt, fast alle Spieler sind einsatzfähig, mehrere Akteure kämpfen um eine begrenzte Anzahl an Positionen - zum Leidwesen des Kapitäns. Denn Josuha Guilavogui hat derzeit einen schweren Stand, beim 0:2 in Dortmund saß der Franzose sogar 90 Minuten auf der Bank. Doch am Samstag (15.30 Uhr) bei Union Berlin kann der Sympathieträger auf Einsatzzeit hoffen.

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Guilavogui, Yannick Gerhardt, Maximilian Arnold und Xaver Schlager für das defensive und zentrale Mittelfeld, Admir Mehmedi und Maximilian Philipp für die Zehner-Position: Im VfL-Mittelfeld tummeln sich sechs Profis für drei Positionen. Letztere beiden haben ihre Verletzungen überstanden, Philipp kehrt nach Muskelproblemen in den Kader zurück, Mehmedi klagt zwar noch über Schmerzen in der Achillessehne, beißt aber auf die Zähne und kann bei Union spielen. Ob es bei beiden allerdings schon für die Startelf reicht, ist offen. "Das werde ich mir am Freitag beim Abschlusstraining anschauen", sagt Coach Oliver Glasner.

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Sollte der Österreicher an seinem favorisierten 4-2-3-1-System festhalten und Mehmedi und Philipp nicht von Beginn an auflaufen können, "haben wir mehrere Optionen. Wir haben schon mit Josip Brekalo auf der Zehn gespielt. Xaver und Yannick könnten da auch agieren." Gerhardt hatte diese Rolle in Dortmund eingenommen und es gut gemacht, hatte in der Anfangsphase sogar die dickste Torchance für den VfL auf dem Fuß. Aber Glasner hat weitere Möglichkeiten im Kopf, beispielsweise mit Doppel-Spitze zu agieren. Neben Wout Weghorst könnte Daniel Ginczek oder Bartosz Bialek auflaufen. "Oder wir können auf ein 4-3-3 umstellen, wo wir einen Spieler mehr vor der Abwehr hätten."

Und da kommt Guilavogui ins Spiel. Während der Abräumer zu Beginn der Saison in Freiburg, gegen Augsburg und in Mönchengladbach jeweils durchspielte, musste er beim 2:1 gegen Bielefeld nach einer halben Stunde verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Eine Muskelverletzung im Oberschenkel warf ihn zurück, auf Schalke sollte er dann wieder dabei sein, verletzte sich im Training aber erneut - sieben Wochen musste Wolfsburgs Nummer 23 insgesamt aussetzen, in München feierte er sein Comeback. Gegen Stuttgart und im Pokal gegen Sandhausen kehrte Guilavogui in die Startelf zurück, fand sich in Dortmund aber auf der Bank wieder. "Im zentralen Mittelfeld sind alle Spieler fit, das war nicht immer so", hat Glasner die Qual der Wahl.

Doch den Österreicher stört das Luxusproblem nicht, im Gegenteil. "Ich würde nicht von einem Problem, sondern vielmehr von einer positiven Konstellation sprechen", sagt Glasner. "Die Spieler sind fit und in einer guten Verfassung, sie stacheln sich zu guten Trainingsleistungen an und wissen, dass sie aufzeigen müssen, um in die Mannschaft zu kommen." Das weiß auch Guilavogui, der sich im Training reinhängt, um wieder in die erste Elf zu kommen. In Berlin ist das möglich. Es gibt zwei für ihn realistische Szenarien: entweder als Achter neben Arnold und Schlager auf der Zehn oder auf seiner Lieblingsposition als Sechser, mit Arnold und Schlager davor im 4-3-3-System.

"Jeder kämpft um seinen Stammplatz. Das sind beste Voraussetzungen, um erfolgreich zu sein", unterstreicht Glasner abermals. Spätestens nach dem Union-Spiel dürfte Guilavogui wieder in die Startelf kommen. Denn dann folgt die englische Woche mit Spielen gegen RB Leipzig, beim FSV Mainz 05 und zum Rückrunden-Auftakt bei Bayer Leverkusen. Und, so Glasner, "die eine oder andere Sperre wird demnächst sicherlich dazukommen". Maximilian Arnold und Xaver Schlager stehen akutelle bei vier Gelben Karten.