27. Oktober 2021 / 17:17 Uhr

Immer mehr Coronafälle: Sachsens Amateursport drohen empfindliche Einschränkungen

Immer mehr Coronafälle: Sachsens Amateursport drohen empfindliche Einschränkungen

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Corona hat den Amateurfußball weiter fest im Griff. In Leipzig wird der Ball 2020 nicht mehr rollen.
Die Corona-Pandemie könnte den Amateursport in Sachsen erneut stark beeinflussen. © Alexander Prautzsch
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Auch wenn Sachsen seine Corona-Vorschriften inzwischen von der Sieben-Tages-Inzidenz abgekoppelt hat, stehen im Freistaat erneut Regelverschärfungen an. Denn die mittlerweile ausschlaggebenden Bettenbelegungen in den hiesigen Krankenhäusern nähern sich den ersten vorgegebenen Grenzwerten. Für den Amateursport hätte das fatale Folgen.

Leipzig. Auf Sachsens Amateursportler kommen unerfreuliche Zeiten zu. Grund dafür ist das näher rückende Eintreten der Vorwarnstufe im Sinne der aktuell gültigen Corona-Schutz-Verordnung. Die Vorwarnstufe tritt in Kraft, wenn in den Krankenhäusern des Freistaates an fünf aufeinander folgenden Tagen 650 Betten auf Normalstationen ODER 180 Betten auf Intensivstationen mit Covid19-Patientinnen und -Patienten belegt sind. Stand Mittwoch waren es 528 Patientenbetten auf Normalstationen und 149 auf Intensivstationen. Damit fehlen nur noch 31 belegte Intensivbetten zum Erreichen der Vorwarnstufe.

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Die würde den Amateursport empfindlich treffen, denn sie sieht für private Zusammenkünfte erneut Kontaktbeschränkungen vor. Konkret dürfen sich dann nur noch maximal zehn Personen treffen. Die Anzahl der dabei vertretenen Haushalte spielt keine Rolle. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres werden bei der Ermittlung der Personenzahl ebenso wenig berücksichtigt wie Geimpfte oder Genesene. Das sportliche Problem hierbei: Nach Auffassung des Sächsischen Sozialministeriums (SMS) gelten die Kontaktbeschränkungen auch für Training und Wettkämpfe, "sofern sie nicht im Rahmen der Berufsausübung erfolgen". Das teilte das Ministerium am Mittwoch auf SPORTBUZZER-Anfrage mit. Einen gesonderten Sport-Paragraphen, der genau diese Problematik vermied, gibt es schon seit einiger Zeit in der Corona-Schutz-Verordnung nicht mehr.

Das heißt ganz konkret am Beispiel Amateur-Fußball: Sobald an einer Trainingseinheit mehr als zehn Sportlerinnen oder Sportler teilnehmen, muss der betreffende Verein genau hinschauen und prüfen, wie viele der Teilnehmenden geimpft oder genesen sind. Bei Spielen wird es noch schwieriger. Hier stehen - ein Schiedsrichter-Trio mitgerechnet - 25 Männer oder Frauen gleichzeitig auf dem Platz. Sind dabei mehr als zehn der Beteiligten nicht geimpft oder genesen, darf die Partie nach Lesart des SMS nicht stattfinden. Denn dann wäre die Einhaltung der Kontaktbeschränkung nicht mehr möglich. Was das für den Ligenspielbetrieb bedeuten könnte, lässt sich kaum absehen. Andere Mannschaftssportarten wie Handball oder Volleyball stünden selbstredend vor der gleichen Problematik.

Nicht betroffen von den Regelungen wären neben Profis aller Sportarten auch der Nachwuchs, solange keine Jugendlichen über 14 Jahren am Training oder Spielbetrieb beteiligt sind. Die aktuelle Corona-Schutz-Verordnung gilt bis zum 17. November.

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