31. Oktober 2020 / 18:31 Uhr

In der 10. Minute der Nachspielzeit: Chemie Premnitz gleicht gegen Stahl Brandenburg aus (mit Galerie)

In der 10. Minute der Nachspielzeit: Chemie Premnitz gleicht gegen Stahl Brandenburg aus (mit Galerie)

Christoph Laak
Märkische Allgemeine Zeitung
IMG_8780
Wo ist der Torschütze? Jonas Hagedorn wurde nach dem 2:2 von seinen Mitspielern in der Jubeltraube begraben. © Christoph Laak
Anzeige

Landesliga Nord: Die Truppe von Peter Oberschmidt kommt durch Jonas Hagedorn in der zehnten Minute der Nachspielzeit zum 2:2 gegen den FC Stahl Brandenburg.

Anzeige

Das war ein Derby, wie man sich es wünscht: Drei Rote Karten, ein Elfmeter und der Ausgleichstreffer in der zehnten Minute der Nachspielzeit. Das Lokal-Derby zwischen dem TSV Chemie Premnitz und dem FC Stahl Brandenburg endete am Ende mit einem leistungsgerechten 2:2-Unentschieden.

Anzeige

„Für uns ist das natürlich richtig bitter. Wir waren über eine Stunde in Unterzahl und hatten dennoch mehr Chancen als Chemie. Der Ausgleich ist ärgerlich und ich bin natürlich auch sehr enttäuscht. Es war sehr emotional, so macht ein Derby Spaß. Ich bin mega stolz auf meine junge Truppe“, ärgerte sich Stahl-Trainer Maik Aumann nach dem Spiel, in dem seine Mannschaft spät das Ausgleichstor kassiert hat.

Chemie Premnitz und Stahl Brandenburg trennen sich 2:2.

Die Hausherren kamen in der zehnten Minute der Nachspielzeit zum 2:2-Ausgleich: Zur Galerie
Die Hausherren kamen in der zehnten Minute der Nachspielzeit zum 2:2-Ausgleich: © Christoph Laak

Freude kam natürlich bei Chemie-Trainer Peter Oberschmidt auf: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel meiner Mannschaft. Sie hat kämpferisch alles abgerufen und sich den Ausgleich am ende auch verdient. Ich bin heute sehr stolz.“ Der FC Stahl hatte besser ins Spiel gefunden. Einen Freistoß von Nicholas Engel nach zehn Minuten lenkte TSV-Torwart gerade noch über die Latte. Überhaupt hatten die Gäste die gefälligere Spielanlage, Chemie begann zunächst relativ defensiv.

Dennoch hatten auch die Chemiker eine erste gute Chance. Nils Haase brachte aber zu wenig Druck hinter seinen Schuss, den Moustapha Nouka locker halten konnte. Und mit dem nächsten Schuss ging der FC Stahl dann in Führung. Leon Sitz versetzte seinen Gegenspieler und traf mit einem sehenswerten Schuss ins lange Eck zum 0:1 (15.). „Das haben wir nicht gut verteidigt. Das hätten wir auch ander lösen können“, so der Premnitzer Trainer.

Nach 27 Minuten folgte dann die erste Schlüsselszene des Spiels. Moustapha Nouka wurde hart angegangen, ließ sich danach zu einer Tätlichkeit hinreißen und wurde folgerichtig vom Platz gestellt. Chemie übernahm nun die Kontrolle über das Spiel, ein erster Abschluss von Sebastian Krumbholz kam aber zu zentral und konnte geklärt werden. Und kurz vor der Pause lag der Ausgleich in der Luft. Hans Büchner köpfte nach einer Ecke wuchtig und Alexander Tarnow klärte in höchster Not auf der Linie. „Wir hätten vor der Pause ausgleichen könne“, schätzte Peter Oberschmidt ein.

Nach dem Seitenwechsel kam sein Team richtig gut ins Spiel. Einen Schuss von Lukas Block entschärfte Tarnow. Auf der anderen Seite schoss Lukas Hehne aus 30 Metern drüber. Kurz danach drosch Nils Haase den Ball aus zehn Metern über das Tor. Wenig später lag der Ball dann im Stahl-Tor. Büchner kam zum Kopfball und wuchtete den Ball ins Tor (54.).

Spielunterbrechung nach Böllerwürfen

Stahl kam aber zurück. Ein Schuss von Hehne hielt Baitz und Leon Sitz setzte den Nachschuss drüber. „Wir haben es da nicht mehr gut gemacht“, so Peter Oberschmidt. Und in der Schlussphase wurde es dann richtig hitzig. Zunächst flog Lucas Witschel nach einer Tätlichkeit vom Platz, ehe Christian Freidank Leon Sitz legte und Stahl in der 87. Minute per Elfmeter erneut in Führung ging. Danach flogen Böller von den Stahl-Fans. Schiedsrichter Philip Kuhblank agierte umsichtig, beruhigte die Lage und bat beide Mannschaften in die Kabine.

Und in der zehnten Minute der Nachspielzeit folgte dann der Höhepunkt. Der Premnitzer Jonas Hagedorn kam im Brandenburger Strafraum an den Ball und traf zum viel umjubelten 2:2-Ausgleich. „Das war natürlich ein geiles Gefühl. Es war nach meiner langen Verletzung ein sehr emotionaler Moment, mir sind sogar die Tränen gekommen“, so der Torschütze. „Die Truppe hat eine Top-Leistung abgerufen. Wir haben alles reingeworfen und am Ende verdient ausgeglichen. Wir gehen mit einem guten Gefühl in der Pause“, sagte Peter Oberschmidt.