24. März 2022 / 10:49 Uhr

In der Fremde zu Hause: Was machen eigentlich RB Leipzigs Leihspieler?

In der Fremde zu Hause: Was machen eigentlich RB Leipzigs Leihspieler?

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Talentierte Kicker auf Reisen: Eric Martel, Tom Krauß und Caden Clark (v.l.) wurden von RB Leipzig verliehen.
Talentierte Kicker auf Reisen: Eric Martel, Tom Krauß und Caden Clark (v.l.) wurden von RB Leipzig verliehen. © imago(Gepa/Müller/Graessle)
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Bei RB Leipzig gehört die Ausleihe von Talenten zum Alltag. Im Rahmen des Career Center sollen sie Einsatzminuten und Erfahrungen sammeln, so fit werden für den Bundesligisten. Verliehen werden aber auch Profis, die am Cottaweg zunächst nicht zurechtkommen. Wir werfen einen Blick auf einige Hoffnungsträger.

Leipzig. Elf Kicker braucht es (im Herrenbereich) um vollständig zu einem Fußballspiel anzutreten. Der Kader eines Profiteams ist weit größer – die Akteure, die per Leihe bei anderen Clubs untergebracht sind, nicht mitgerechnet. Bei RB Leipzig tragen derzeit satte 14 Akteure ein anderes Trikot. Der Bundesligist könnte quasi eine Mannschaft nur aus Leihspielern zusammenstellen.

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Tom Krauß: Seit knapp zwei Jahren sammelt der defensive Mittelfeldspieler Einsatzminuten beim 1. FC Nürnberg. Und das nicht zu knapp. In der laufenden Saison verpasste der 20-Jährige lediglich zwei Partien, gehört zu den Stammkräften von Coach Robert Klauß, der wie sein Schützling 2020 von RB zum FCN wechselte. Als Fünfter der 2. Bundesliga hat das Team noch Chancen auf den Aufstieg ins Oberhaus. Dorthin könnte der Kicker im Sommer aber ohnehin zurückkehren. Die Leihe endet zum 30. Juni und RB-Eigengewächs Krauß ist einer der Top-Kandidaten für einen erfolgreichen Sprung zu den RB-Profis. Das weiß auch sein Trainer und verkündete im Dezember: „Wir wollen ihn natürlich behalten und irgendeine Lösung finden.“

DURCHKLICKEN: Sie sind derzeit ausgeliehen

Ademola Lookman (Leicester City, Premier League England, bis Juni 2022) Zur Galerie
Ademola Lookman (Leicester City, Premier League England, bis Juni 2022) ©

Ilaix Moriba: Bei RB konnte der Hochtalentierte seit seinem Wechsel im vergangenen Jahr keinen Fuß fassen, war nur eine von vielen Wechseloptionen. Beim FC Valencia scheint sich Moriba wohlzufühlen, gehörte in zehn Pflichtspielen fünfmal zur Startelf. Für den 19-Jährigen kommt das einem Quantensprung gleich. Eine Zukunft am Cottaweg dürfte davon abhängen, wie sehr er bereit ist, sich auf RB, die Spielweise und die Bundesliga einzulassen und Geduld an den Tag zu legen.

Brian Brobbey: Letzteres gilt auch für den niederländischen Stümer. Der hatte seinen Wechsel von Ajax Amsterdam zu RB bereits öffentlich betrauert, nachdem Julian Nagelsmann seinen Abschied verkündete. Als die Saison dann begann, fiel Brobbey eher durch schwierige Laune denn Leistung auf – und ging zurück zu Ajax. Dort begann er verheißungsvoll, traf dreimal in zwei Partien – und riss sich dann das Innenband im Knie. Seit Mitte März ist der Angreifer zurück, kämpft nun erneut um Anschluss. Ausgang ungewiss. Dass er gern bei seinem Jugendclub bleiben wurde und Leipzig eher als Unfall einstuft, bestätigte er in dieser Woche in einem Interview mit De Telegraaf. „Ich bin noch nicht fertig in Amsterdam. Wenn es nach mir ginge, würde ich nächste Saison für Ajax spielen. Hundertprozentig", sagte er da. „Es wäre toll, wenn Ajax mich zurückkaufen könnte." Eine Kaufoption enthält die Leihvereinbarung zwischen RB und den Niederländern allerdings nicht.

Eric Martel: Mit seinen 19 Jahren gehört er zu den Stammspielern bei Austria Wien. Abgesehen von einer Gelbsperre absolvierte Martel alle Pflichtpartien des österreichischen Erstligisten in der laufenden Saison von Beginn an. Gerüchte, wonach der defensive Rechtsfuß auf der Liste von Manchester United stehe, kommentierte sein Coach Manfred Schmidt im Januar klar: „Ich persönlich würde ihm die Premier League zutrauen.“

Caden Clark: Dieser junge Mann hat das RB-Trikot noch gar nicht getragen. Leipzig verpflichtete Clark im Sommer 2021 vom Schwesterclub in New York. Im Winter sollte der 18-Jährige an den Cottaweg kommen, bleibt nun aber bis Ende des Jahres noch im Big Apple. Dort hat die Saison gerade erst begonnen. In vier Partien wurde Clark dreimal eingewechselt, bereitete einen Treffer vor.


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Frederik Jäkel: Aus der Stammelf des KV Oostende ist der gebürtige Torgauer quasi nicht wegzudenken. Das hat sich auch nach dem Trainerwechsel (Yves Vanderhaeghe folgte im Februar auf Alexander Blessin) nicht geändert. Jäkel könnte im Sommer zurückkehren. Sein Problem: In der Innenverteidigung ist RB gut aufgestellt.

Neues aus dem RB-Nachwuchs: Per Nilsson, Leiter des Bereichs Recruiting und der Talentesucher des Bundesligist, steht nach Medienberichten vor dem Absprung. Er will künftig als Spielerberater arbeiten.