23. März 2020 / 19:09 Uhr

In der furiosen Rekord-Schlacht freut sich Hentschel sogar über Silber

In der furiosen Rekord-Schlacht freut sich Hentschel sogar über Silber

Christian Meyer
Peiner Allgemeine Zeitung
Erstmals wuchtete André Hentschel von VT Union Groß Ilsede 205 Kilo im Bankdrücken.
Erstmals wuchtete André Hentschel von VT Union Groß Ilsede 205 Kilo im Bankdrücken. © Isabell Massel
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Er stellte gleich zwei Landesrekorde auf – doch am Ende reichte selbst das nicht. Der letzte Wettkampf vor der Corona-Pause war für Kraftsportler André Hentschel von VT Union Groß Ilsede ein denkwürdiger. Er verbesserte seine Bestleistung bei der Landesmeisterschaft im Bankdrücken auf 205 Kilo – der Sieger schaffte aber ein Kilo mehr.

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Er stellte gleich zwei Landesrekorde auf – doch am Ende reichte selbst das nicht. Der letzte Wettkampf vor der Corona-Pause war für Kraftsportler André Hentschel von VT Union Groß Ilsede ein denkwürdiger. „Es war eine Rekord-Schlacht, so etwas habe ich in meiner 20-jährigen Laufbahn auch noch nicht erlebt“, sagte der 35-Jährige nach seinem packenden Zweikampf bei der Landesmeisterschaft im Bankdrücken.

In Todtglüsingen hatte überraschend auch Felix Beßler für die Klasse der Athleten bis 105 Kilo gemeldet. Der wog bis vor kurzem noch 118 Kilo und stellte mit 213 Kilo einen Landesrekord in Schleswig-Holstein auf. Henschel freute sich auf das Duell mit Abspecker Beßler. „Ich ahnte, dass das ein spannender Wettkampf werden kann.“ Es wurde sogar einer, in dem Landesrekorde im Minutentakt aufgestellt und gleich wieder gebrochen wurden.

Routinier Hentschel wärmte sich mit 192,5 Kilo im ersten Versuch auf. Problemlos! Kontrahent Beßler stieg schon mit 195 Kilo ein. Ebenfalls locker! Dann wagten sich beide an Hentschels Landesrekord von 200 Kilo und wollten jeweils 200,5 Kilo auflegen lassen. Das erlauben die Statuten nicht. Das Los entschied, dass Beßler 200,5 Kilo angehen darf. Die wuchtete er auch und knackte damit Hentschels Rekord. Der konterte jedoch beeindruckend: 201 Kilo. Nächster Rekord!

André Hentschel holt Silber in der Rekordschlacht

„Für den letzten Versuch war Pokern angesagt“, schilderte Hentschel. Er ließ 205 Kilo auflegen, Beßler steigerte sogar auf 206. Der Groß Ilseder musste vorlegen – und drückte angefeuert von lauten „Hoch“-Rufen der Zuschauer das Gewicht tatsächlich nach oben und schrie seine Freude danach mit geballter Faust heraus. „Das war bis aufs letzte Grämmchen ausgelotet – mehr ging nicht“, stellte Hentschel fest.

Doch Kontrahent Beßler zitterte tatsächlich noch die 206 Kilo gültig. Ein Kampfrichter zückte die rote Fahne, zwei aber die weiße. „Da war ein kleiner Wackler drin, aber ich hätte den Versuch auch gültig gegeben“, erkannte Hentschel fair an. Bei ihm überwog ohnehin die Freude über seine Leistung gegenüber der Trauer über Silber. „Ich war überglücklich, schließlich hatte ich meine Bestleistung um 5 Kilo gesteigert, und so einen spannenden Fight bei der Landesmeisterschaft gibt es selten“, betonte Hentschel, der kurioserweise sogar trotz Platz zwei in seiner Klasse die Relativwertung der Landesmeisterschaft gewann. Dort wird die gestemmte Leistung im Vergleich zum Gewicht gesehen – und Hentschel wog mit 99,7 Kilo gleich 5 Kilo weniger als Felix Beßler.

Marc Krause holt den Landestitel
Marc Krause gewann den Landestitel in der Klasse bis 120 Kilo. Der Groß Ilsede drückte 165 Kilo auf der Bank. © Isabell Massel
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Zufrieden war auch Hentschels Trainingskollege Marc Krause. Der 25-Jährige schnappte sich in der Klasse bis 120 Kilo nämlich nicht nur den Titel, er stellte mit der Leistung von 165 Kilo auch seine Bestleistung ein. André Hentschel war sich sicher, dass mit weniger Pech in der Vorbereitung auch die anvisierten 170 Kilo gekommen wären. Doch erst zerrte sich Krause die Brustmuskulatur, dann fing er sich auch noch eine Erkältung ein. „Im Training hatte Marc mehrmals seine Bestleistung gesteigert, seine Kraftwerte sind gestiegen, er war gut drauf“, hob Hentschel hervor.

Mehr regionaler Kraftsport

Ihr übliches Trainingspensum können die beiden Groß Ilseder Kraftsportler aufgrund der Corona-Zwangspause mit gesperrten Fitness-Studios und Sportstätten vorerst nicht mehr abspulen. Hentschel macht aus der Not eine Tugend: „Ich werde jetzt mal das Mountainbike rausholen und ein bisschen was für die Kondition tun – uns Kraftsportlern sagt man ja immer nach, davon hätten wir zu wenig.“

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