07. April 2020 / 11:29 Uhr

In der Liga Flop, auf der Konsole Top: Vatan Sport will vereinsinternes Finale

In der Liga Flop, auf der Konsole Top: Vatan Sport will vereinsinternes Finale

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Seit gut einer Woche haben 26 Spieler des NFV-Kreises Wolfsburg die Fußballschuhe gegen einen Controller eingetauscht und messen sich in FIFA 20 auf der PlayStation 4. In beiden Divisionen liegen die Kicker von Vatan Sport auf Kurs Richtung K.o.-Runde.

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In Division 1 grüßt Cihancan Kocak mit einer makellosen Bilanz von 21 Zählern aus sieben Partien von der Tabellenspitze, Vereinskollege Enes Yildirim steht mit einer Niederlage bei sechs Siegen in Division 2 auf dem zweiten Rang. Die einzige Niederlage kassierte Yildirim bislang gegen Tabellenführer Carlo Fischer vom VfB Fallersleben.

Der 21-jährige Kocak und sein zwei Jahre jüngerer Teamkollege Yildirim haben bereits vor Beginn des Turniers ein gemeinsames Ziel ausgegeben. „Enes und ich wollen uns im Finale treffen“, sagt Kocak. Auch der Verein steht dabei hinter ihnen: „Die schauen unsere Spiele, kommentieren sie und unterstützen uns. Die freuen sich alle und sind stolz. Wir repräsentieren ja auch unsere Mannschaft.“

Gespielt wird das Turnier im 85er-Modu – das bedeutet, alle Mannschaften haben die gleiche Spielstärke. Dennoch gibt es Unterschiede: „Ich setze zum Beispiel auf große Stürmer und Innenverteidiger, die gewinnen die meisten Kopfballduelle“, sagt Yildirim. Kocak wählt zudem Mannschaften, die Außenverteidiger in ihrem Kader haben, da diese „bessere Tempo- und Zweikampfwerte“ besitzen.

Die Gruppenphase wird, wie in einem Ligamodus, in Hin- und Rückrunde gespielt. Die vier besten Teams aus den beiden Divisionen kommen in die Finalrunde. Dort tritt der jeweils Erste der einen Division gegen den Vierten der anderen und der Zweite gegen den Dritten an. Wer zuerst zwei Siege gegen den Gegner einfahren kann, zieht in die nächste Runde ein. Bei einem Unentschieden kommt es zu einem Wiederholungsspiel.

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„Ich bin nicht überrascht, dass ich so gut abschneide, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich mit sieben Siegen starte“, sagt Kocak am Montagnachmittag, der in Division 1 mit sieben Gegentoren die mit Abstand beste Defensive stellt. Auch Yildirim, der im Verein neben Kocak in der Innenverteidigung spielt, hatte mit einem so guten Ergebnis nach der ersten Woche „ehrlich gesagt nicht gerechnet. Es geht natürlich um den Spaß, aber man merkt schon, dass einige ganz gut spielen können.“

Auf dem virtuellen Grün ist Vatansport der dominierende Verein, in der 2. Kreisklasse steht die junge Mannschaft nach null Punkten aus acht Spielen dagegen am Tabellenende. „Wir sind aber eine neue Mannschaft, wir müssen uns erst mal aufbauen“, sagt Kocak, während Yildirim mit einem Lächeln ergänzt: „Wenn wir schon draußen nicht so abliefern, dann zumindest virtuell.“

Beide halten die Idee der virtuellen Liga für „eine gute Alternative“ in Zeiten der Corona-Pandemie und des dadurch eingestellten realen Ligabetriebs. „So lerne ich neue Leute kennen und knüpfe Kontakte“, sagt Kocak. „Normalerweise begegnen wir uns auf dem Rasen, kennen unseren Gegenüber aber gar nicht.“ Auch der Umgang miteinander sei laut Yildirim „durchweg positiv“. Dennoch freuen sich die Vatan-Sport-Kicker auf den Tag, an dem die Controller wieder weggelegt und die Fußballschuhe geschnürt werden dürfen. Kocak: „Draußen zu spielen ist natürlich besser, das macht mehr Spaß.“