19. Mai 2021 / 22:15 Uhr

In Nordsachsen dürfen die Fußballer auf den Rasen zurückkehren

In Nordsachsen dürfen die Fußballer auf den Rasen zurückkehren

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Hier treffen Wacker Dahlen und der FSV Beilrode in der Nordsachsenliga aufeinander. Jedenfalls sollen die Männer (und Frauen) in Nordsachsen bald wieder Fußball spielen dürfen.
Hier treffen Wacker Dahlen und der FSV Beilrode in der Nordsachsenliga aufeinander. Jedenfalls sollen die Männer (und Frauen) in Nordsachsen bald wieder Fußball spielen dürfen. © Ronny Belitz
Anzeige

Ab Freitag dürfen in Nordsachsen auch Erwachsene – unter bestimmten Bedingungen – wieder Mannschaftssport betreiben. Außerdem soll der Kreispokal im Juni weitergeführt werden. Das Finale könnte am 26. oder 27. Juni steigen.

Delitzsch. November, Dezember, Januar, Februar, März, April und mehr als die Hälfte vom Mai, die Kalenderblätter rieselten unaufhörlich hinab. Anfangs schwebten sie noch sanft durch die Luft, um sich sanft auf die Erde zu legen. Doch mit den Tagen, Wochen und Monaten wirbelten sie wild durcheinander, fühlte sich der eigentlich so sanfte papierne Aufprall an wie markerschütternder Donnerhall. Wieder und wieder wurden Nordsachsens Amateure hingehalten, vertröstet, die Corona-Zwangspause länger und länger. Ab Freitag dürfen nun endlich auch Erwachsene wieder Mannschaftssport betreiben. Zwar noch unter bestimmten Bedingungen, doch aus der neuen Freiheit erwachsen sofort große Pläne.

Anzeige

Die Corona-Schutz-Verordnung soll‘s möglich machen

Der Kreispokal (TZ-Bärenpokal) 2020/21 soll nach dem Willen des Nordsächsischen Fußballverbandes (NFV) möglichst im Juni ausgespielt werden und auch der Rahmenterminplan für die neue Serie liegt schon in der obersten Schublade des Spielausschuss-Chefs. „Ich denke, die Vereine sind sich der Situation sehr wohl bewusst und werden verantwortungsvoll mit den hygienischen Bedingungen vor Ort umgehen“, sagt Volkmar Beier.

Weitere Meldungen zum Thema aus Nordsachsen

Der viel diskutierte und nun endlich positiv ausgelegte Paragraf 19 der sächsischen Corona-Schutzverordnung macht‘s möglich. Kontaktfreier Sport unter freiem Himmel, beim Fußball also Passformen, Torschuss oder Einzeldribblings, dürfen sogar ohne Test durchgezogen werden. In Abstimmung mit dem Landratsamt gibt der Verband außerdem die Freigabe für Kontaktsport mit Zweikämpfen. Dafür ist allerdings ein tagesaktueller Test eines jeden Spielers sowie die entsprechende Rückverfolgung nötig.

Die neue Verordnung, die ab 31. Mai gelten soll, klingt nach noch größerer Verheißung, sie erlaubt Kontaktsport ab einer Inzidenz von unter 100 – und damit wären auch wieder Fußballspiele drin. Auch ohne den genauen Inhalt zu kennen, geht der NFV schwerst davon aus, dass es so kommt. „Alles andere als weitere deutliche Lockerungen wäre sehr überraschend und den Vereinen nicht zu vermitteln“, sagt Beier und liefert direkt den Plan für die ausstehenden Kreispokal-Runden. Das Endspiel könnte am 26./27. Juni steigen, die Halbfinal-Partien eine Woche zuvor. Die Viertelfinals sind für den 12./13. Juni vorgesehen und der ausstehende Nachholer zwischen Naundorf und Wermsdorf am ersten Juni-Wochenende.

Zuschauer sind weiterhin das Salz in der Suppe

All das soll zuvor mit den Vereinen abgestimmt werden, um mögliche Verzichtserklärungen einzuholen. „Aber ich gehe davon aus, dass alle dabei sein wollen. Wir sind als Verband nicht festgefahren, werfen die volle Flexibilität und Transparenz in die Waagschale.“ Denkbar ist auch, dass nach dem 30. Juni noch gespielt wird, so die Mannschaften mehr Vorbereitungszeit nach der langen Pause wünschen. Nachteil: Dann dürften Spieler, die zu einem anderen Club wechseln, nicht mehr mit dabei sein, weil die Wechselfrist am 30. Juni endet. Vorteil: Je später die Spiele desto wahrscheinlicher dürfen Zuschauer dabei sein. „Und die sind nun mal das Salz in der Suppe, das wissen wir. Deswegen bringt es nichts, jetzt etwas vorschnell zu entscheiden“, erklärt Beier.

Sein Schreibtisch wird nun endlich wieder übersichtlicher, der Papierkorb quillt nicht mehr über von Plänen, die nicht in die Tat umgesetzt werden können. Die Spuren der vergangenen Wochen und Monate bleiben. „Du kannst entscheiden, was du willst, momentan kriegst du wenig Beifall. Dabei willst du nur deinem Job gerecht werden und du willst ihn gut machen“, sagt Volkmar Beier. „Eigentlich möchten wir den Vereinen doch nur wieder Leben einhauchen, positive Stimmung verbreiten und all die Ehrenamtler motivieren, zurückzukehren.“ Nachdem die Kalenderblätter vom Boden gekehrt wurden.


Der nächste Rahmenterminplan ist in Arbeit

Rahmenterminplan: Zwei Termine hat der Verband schon seit längerem kommuniziert, als da wäre: der 7./8. August für die erste Runde des Landespokals. Eine Woche später sollen die Ligen auf Landesebene starten. Dies wäre auch der Auftakttermin für Nordsachsen. Sollten die Spielklassen aber dünner besetzt sein, könnte ein späterer Termin infrage kommen. „Wir wollen das von den Staffelstärken abhängig machen, fragen vorher die Vereine ab, die müssen ja auch erst wieder ihre Schäfchen im Training zusammenbringen“, so Beier.

Auf-, Abstiege und das Meldefenster: Auch wenn die klassischen Regelungen auf Eis liegen, dürfen Vereine bis zum 15. Juni einen Antrag stellen, in der nächsthöheren Klasse zu spielen. So würde der NFV gern seine Kreisliga von 12 auf 14 Mannschaften aufstocken. „Wir haben da schon entsprechende Signale bekommen und müssen schauen, wie wir damit umgehen, wenn es mehr Bewerber als Plätze gibt“, berichtet Beier. Umgekehrt ist natürlich auch der freiwillige Verzicht und der Start in einer unteren Spielklasse möglich.

Noch bis zum 30. Juni haben die Vereine derweil für die allgemeinen Mannschaftsmeldung Zeit, also mit welchen Teams und Spielern sie in welcher Liga starten. „Danach muss es natürlich unheimlich schnell gehen mit den Spielplänen, aber das ist eine Herausforderung der wir uns nach der lange Pause nur zu gerne stellen“, sagt Volkmar Beier.