20. März 2022 / 19:17 Uhr

In seinem ersten WM-Finale geht die Post ab – Leipziger Robert Farken wird Elfter

In seinem ersten WM-Finale geht die Post ab – Leipziger Robert Farken wird Elfter

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Für Robert Farken war der Einzug ins 1500 Meter finale ein großer Erfolg. Dort fehlte dem 24-Jährigen dann die Frische um mit der Weltelite mitzuhalten. 
Für Robert Farken war der Einzug ins 1500 Meter finale ein großer Erfolg. Dort fehlte dem 24-Jährigen dann die Frische um mit der Weltelite mitzuhalten.  © IMAGO/Eibner
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1500-Meter-Läufer vom SC DHfK reist kurz vor knapp aus Südafrika nach Belgrad – und feiert den Finaleinzug. Im Endlauf fehlt die Frische und die Kraft reicht nur für 800 Meter

Belgrad/Leipzig. „Ich habe eine richtig gute Chance, auf die ich mich freue.“ Dies sagte Mittelstreckler Robert Farken am Sonnabend nach seinem überzeugenden Finaleinzug bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Belgrad. Der 1500-Meter-Läufer vom SC DHfK stand am Sonntag in der serbischen Hauptstadt im ersten großen Finale seiner Karriere. Sechs Europäer und sechs Läufer aus Übersee kämpften um die drei Medaillen. Und der 24 Jahre junge Sachse hielt in einem sehr schnellen Finalrennen bis zur 800-Meter-Marke sehr gut mit, behauptete sich an Position sechs mit überschaubarem Rückstand. Doch dann zündeten die Weltklasse-Läufer den Turbo – der Leipziger verlor Position um Position und wurde mit 8,5 Sekunden Rückstand zur Spitze Elfter. Der siegreiche Äthiopier Tefera rannte in 3:32,77 min WM-Rekord.

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Die lange und sehr kurzfristige Anreise aus Südafrika bezeichnete Farkens Trainer Thomas Dreißigacker als ein gewisses Risiko. Doch dieses seien beide bewusst eingegangen, um Erfahrungen zu sammeln und die gute Ausgangsposition mit Platz sechs der Weltrangliste zu nutzen. Parallel gehe es bereits darum, die im Mai beginnende Freiluftsaison optimal vorzubereiten. Daher befand sich der fünffache deutsche Meister bereits zwölf Tage lang im Höhentraining, ehe er von Johannesburg in der Nacht auf Freitag über Istanbul nach Belgrad flog. Heute geht es über Zürich zurück nach Südafrika, wo 16 weitere Trainingstage anstehen.

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Als Robert Farken am Samstag seine Vorlauf-Aufgabe bravourös löste, war er erst 27 Stunden zuvor in Serbien gelandet. Bei 1000 Metern ging er an die Spitze und sicherte im Ziel Platz zwei ab. Als Dritter wäre er ausgeschieden, denn sein Vorlauf war der langsamste. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich das Finalticket lösen konnte. Das war ein hartes Stück Arbeit und keine Selbstverständlichkeit bei einer Weltmeisterschaft, auch wenn es von der Papierform her gut aussah.“ Die Beine hätten auf den schnellen letzten 600 weh getan, „aber das dürfen sie auch bei einem langen WM-Spurt“. Es sei gut gewesen, nach dem Flug die Beine „durchzupusten“.

Auch Thomas Dreißigacker, der das Rennen in Südafrika im Stream verfolgte, war nach dem Vorlauf happy: „Robert hat das souverän gelöst, immerhin hat er zwei Olympia-Finalisten hinter sich gelassen. Das war eine ordentliche Leistung.“ Dies verdeutlicht, welchen Sprung der 24-Jährige seit August gemacht hat. Denn bei der Hitzeschlacht in Tokio war der damalige 1500-m-Neuling im Halbfinale klar ausgeschieden. „Leider war er nun in Belgrad im Finale nicht ganz frisch“, so Dreißigacker. „Wir hatten uns mehr erhofft, aber wir werden hart arbeiten und Robert wird im Sommer noch stärker zurückkommen.“