23. März 2021 / 21:48 Uhr

In wenigen Tagen wohl fix: Saison-Abbruch im Amateur-Fußball

In wenigen Tagen wohl fix: Saison-Abbruch im Amateur-Fußball

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Ball ruht: Frühestens, wenn die 7-Tage-Inzidenz landesweit unter den Wert 50 fällt, dürfen die Mannschaften wieder in das Training einsteigen.
Kommt der Saison-Abbruch? Der NFV will darüber in der kommenden Woche entscheiden. © dpa
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Die heimischen Fußball-Vereine werden in der kommenden Woche am Mittwoch endlich Klarheit haben, wie es mit der laufenden, aber unterbrochenen Saison weitergeht. Dann will der NFV eine Entscheidung fällen. Und die dürfte auf Abbruch hinauslaufen.

Am Mittwochabend in der kommenden Woche soll Klarheit herrschen: Dann will der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) nach monatelangem Abwarten eine Entscheidung treffen, wie es mit der laufenden, aber unterbrochenen Spielzeit im Amateur-Fußball weitergeht. Das gab der Verband nach einer nicht turnusmäßigen Vorstands-Sitzung am Dienstagabend bekannt. Es riecht nach Abbruch. Der scheint unausweichlich.

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„Der Verbandsvorstand, dem unter anderen die Vorsitzenden der 33 niedersächsischen Fußballkreise angehören, muss die Corona-Sachlage anhand von Fakten und ‚auf Sicht‘ bewerten, um zu verhältnismäßigen Entscheidungen im Umgang mit dem Spieljahr zu gelangen. Unsere feste Absicht war die sportliche Beendigung der Saison", wird NFV-Präsident Günter Distelrath in einer Mitteilung des Verbandes zitiert. "In wieweit dieses Ziel angesichts der inzwischen wieder drastisch gestiegenen Infektionszahlen und der Beschlüsse der jüngsten Bund-Länder-Konferenz noch realistisch ist, war Gegenstand unserer Erörterung."

Das Ergebnis dieser Erörterung: Die aktuelle Corona-Lage und die politischen Vorgaben machen es dem NFV und seinen Klubs nicht möglich, den Spielbetrieb rechtzeitig wieder aufzunehmen, um die Saison bis spätestens 21. Juli zu beenden. Deshalb kündigt der NFV an: "Insofern wird der Verband im Rahmen einer ordentlichen Vorstandssitzung in der kommenden Woche zur weiteren Planungssicherheit für Vereine und Verband eine alternative und finale Entscheidung zum Umgang mit dem Spieljahr 2020/2021 treffen."

Mit anderen Worten: In der kommenden Woche könnte der Saison-Abbruch beschlossene Sache sein. Über die Form des Abbruchs wurde auf der Konferenz am Dienstagabend auch gesprochen, der NFV favorisiert die Annullierung der laufenden Spielzeit - "unter Berücksichtigung der Schnittstellenlösungen zwischen dem Niedersächsischen Fußballverband und den Spielklassen- und Pokalwettbewerben von übergeordneten Verbänden".

Vorbereitungs-Turnier in Gifhorn?

Ralf Thomas war als Gifhorns Kreis-Chef mit in der Sitzung dabei und bestätigt: "Es deutet alles auf Abbruch hin." In manchen Fußball-Kreisen seien die Vorsitzenden mächtig unter Druck, ohne Staffel-Einteilungen sei es dort unmöglich, den Spielbetrieb sinnvoll fortzuführen, geschweige denn zu beenden. Ein Problem, das Gifhorn nicht hat. Aber, so Thomas: "Auch wenn wir in Gifhorn nicht unbedingt die Saison abbrechen müssen, waren wir uns auf der Sitzung dennoch alle einig, dass wir eine einheitliche Lösung für ganz Niedersachsen möchten." Auch Bernd Hartwig, Spielausschuss-Vorsitzender des Kreises Wolfsburg, betonte: "Wenn es zum Abbruch kommt, werden wir da natürlich mitgehen."

Kommt es zum Abbruch muss das in Gifhorn aber keine Fußball-freie Zeit bedeuten: Vorausgesetzt Corona-Vorgaben und Inzidenz-Zahlen lassen das zu, deutete der Kreis-Chef ein Vorbereitungs-Turnier im Landkreis an, das in einem Mix aus Freundschaftsspiel- und Wettbewerbs-Charakter abgehalten werden könnte. Im Gespräch mit den Vereinen sei diese Idee gut angekommen, so Thomas. Wie sich das dann auch umsetzen lässt, müsse sich aber natürlich zeigen.