22. November 2021 / 14:10 Uhr

In Zukunft wird bei Corona-Verdachtsfällen nicht sofort abgesagt

In Zukunft wird bei Corona-Verdachtsfällen nicht sofort abgesagt

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
An den vier vergangenen Sonntagen hatten Silvan Steinhoff (l.) und Nils Hillemann (r.) keine Gelegenheit zu jubeln, die Spiele des SSV Nörten sind ausgefallen.
An den vier vergangenen Sonntagen hatten Silvan Steinhoff (l.) und seine Teamkameraden keine Gelegenheit zu jubeln, die Spiele des SSV Nörten sind ausgefallen. © Helge Schneemann
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Zwischen neun und 13 Begegnungen haben die Landesliga-Klubs – darunter vier aus der Region Göttingen – bislang ausgetragen. Mehr als die Unbespielbarkeit von Plätzen waren Corona-Verdachtsfälle der Grund für Spielabsetzungen. Diese sollen zukünftig nicht mehr ausschlaggebend sein, die neue 2-G-Regel muss auch von den Vereinen umgesetzt werden.

Vier Vereine aus der Region spielen in der Fußball-Landesliga, drei von ihnen mussten am zurückliegenden 14. Spieltag unfreiwillig pausieren. Lediglich der I. SC Göttingen 05 ging auf Auswärtsfahrt und brachte vom TSC Vahdet Braunschweig ein 3:3 mit. Die Schwarz-Gelben und der TSV Landolfshausen/Seulingen standen von den Teams aus der Region bislang am häufigsten auf dem Platz (12 Spiele), SC Hainberg (11) und der SSV Nörten-Hardenberg (9) sind schon weiter im Rückstand. Staffelleiter Thorsten Tunkel verspricht, dass es in Zukunft nicht automatisch bei einem Corona-Verdachtsfall sofort eine Absage geben wird, dafür sorgen inzwischen die Vorgaben der niedersächsischen Landesverordnung.

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Seit dem vergangenen Freitag gilt in geschlossenen Räumen die 2-G-Regelung. Das bedeutet, dass nur noch geimpfte und genesene Spieler, Trainer und Betreuer den Kabinentrakt betreten dürfen, um sich dort umzuziehen und zu duschen. Für ungeimpfte Teammitglieder gilt die 3-G-Regel. Sie müssen umgezogen auf das Trainingsgelände unter freiem Himmel kommen, einen Test vorweisen und haben keinen Zugang zu den Duschen. „Weil diese Regelung aber erst am vergangenen Freitag in Kraft getreten ist, habe ich für den vergangenen Spieltag noch einmal entschieden, vorsichtig zu sein und alle Spiele abzusagen, bei denen es in einer Mannschaft einen Corona-Verdachtsfall gegeben hat“, erklärt der Göttinger Tunkel.

Diese Entscheidung sei im Nachhinein richtig gewesen, denn im Fall des Hainberg-Gegners Vahdet Salzgitter sei aus dem Verdachtsfall inzwischen ein positiv bestätigter Corona-Fall geworden. „Ich weiß, dass durch diese neue Regelung mehr Arbeit und Verantwortung auf die Vereine zukommt, aber diese Mehrbelastung sorgt auch für mehr Sicherheit“, so Tunkel.

Dass es mit dem SSV Nörten-Hardenberg, der vier Mal in Folge pausieren musste, einen Verein besonders hart getroffen habe, bedauert der Staffelleiter. Die Nörtener haben gerade einmal neun Begegnungen ausgetragen, Tabellenführer Vorsfelde immerhin schon 13. „Wir haben aber noch genug Möglichkeiten, die Saison zu Ende zu spielen. Natürlich wird es schwer, in diesem Jahr noch ein Nachholspiel anzusetzen“, sagt Tunkel. Bis zum 12. Dezember soll gespielt werden.

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Weil sich die 17 Teams umfassende Landesliga, die nicht – wie fast alle anderen Spielklassen – geteilt wurde, noch in der Hinrunde befindet, hat der Staffelleiter die Möglichkeit zum Heimrechttausch. „Das wird die erste Maßnahme sein. Da schaue ich jetzt natürlich ganz genau hin. Im Bereich Wolfsburg und Braunschweig haben fast alle Klubs einen Kunstrasenplatz. Wenn der TSV Landolfshausen/Seulingen dann nicht auf seinem eigenen Platz spielen kann, muss eben getauscht werden.“ Hinzu komme, dass durch die ungerade Anzahl an Mannschaften in dieser Liga immer ein Team spielfrei sei. Das ermögliche auch Alternativen bei der Neuansetzung von Begegnungen. „Natürlich muss man da flexibel sein und ich muss ein bisschen hin und her denken, aber das sollten wir hinbekommen.“ Mit Blick auf das Wetter und die Platzverhältnisse weiß Tunkel aber auch, „dass nicht mehr allzu viel passieren darf“.