03. Februar 2020 / 09:50 Uhr

1,96 Meter geknackt: Imke Onnen gelingt der große Sprung zu Olympia!

1,96 Meter geknackt: Imke Onnen gelingt der große Sprung zu Olympia!

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Imke Onnen überwindet in Karlsruhe die 1,96 Meter im ersten Versuch.
Imke Onnen überwindet in Karlsruhe die 1,96 Meter im ersten Versuch. © imago images/Beautiful Sports
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Die Weltrangliste kann Imke Onnen nun egal sein: Beim Indoormeeting in Karlsruhe hat Imke Onnen von Hannover 96 die Höhe von 1,96 Meter überwunden - und damit die Norm für die Olympische Spiele im Sommer in Tokio gelöst. Und es sah so aus, als wäre da noch mehr für die 25-Jährige drin.

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Sie lag auf der grünen Matte, strampelte mit Armen und Beinen und schrie ihre Freude heraus. Erst kurze Zeit später lief Imke Onnen auch durch die Karlsruher Halle – immer noch jubelnd, hüpfend. Beim Indoormeeting war die Hochspringerin von Hannover 96 über 1,96 Meter geflogen – wie alle Höhen auf dem Weg dorthin im ersten Versuch.

Die Höhe von 1,96 Metern war eben die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen in Tokio. „Wer diese Supernorm seit dem 1. Mai 2019 gesprungen ist, ist definitiv dabei. Die Weltrangliste, über die die weiteren Plätze verteilt werden, ist nun egal“, sagte Trainerin Astrid Fredebold-Onnen.

Imke Onnen (rechts) freut sich mit Trainerin und Mutter Astrid Fredebold-Onnen.
Imke Onnen (rechts) freut sich mit Trainerin und Mutter Astrid Fredebold-Onnen. © imago images/Beautiful Sports
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Auch die Tochter war völlig happy. „Ich war den ganzen Abend völlig aufgekratzt und bin erst um 2 Uhr nachts eingeschlafen. Aber schon um sieben mussten wir in Karlsruhe losfahren, weil wir es noch zur Norddeutschen Meisterschaft nach Hannover schaffen mussten. Ich wollte unbedingt meinen Bruder Lasse anfeuern“, sagte die Hochspringerin. Das klappte – sogar doppelt.

Einmaliger Familienzusammenhalt

Den 60-Meter-Vorlauf verpasste die Familie zwar noch, doch weil Lasse Onnen nach dem Zwischenlauf (7,10) noch ins Finale rutschte und dort in 7,02 Sekunden Siebter wurde, konnte die Schwester wieder jubeln. „Ich bin immer noch total müde, auch wenn ich im Auto die meiste Zeit geschlafen habe. Aber hier musste ich einfach sein“, sagte Onnen im Sportleistungszentrum. Der Familienzusammenhalt der Onnens ist eben einmalig.

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Der Start in Karlsruhe ging weiterhin durch ihren Kopf. Noch zwei Tage zuvor hatte sie beim Meeting in Cottbus 1,92 Meter überquert, lag hinter den Ukrainerinnen Yaroslava Mahuchikh und Yuliya Levchenko. „Heftig war die Fahrt direkt von Cottbus nach Karlsruhe. „Die hat einen Tag gedauert. Aber wir konnten nicht fliegen, weil wir sonst aus Karlsruhe nicht rechtzeitig nach Hannover gekommen wären“, sagte die Mutter.

Wettkampf als Training

Doch war dieses Härteprogramm mit zwei Wettkämpfen kurz hintereinander auch Training. „Da konnten wir Vorkampf und Finale von großen Meisterschaften simulieren“, sagte Fredebold-Onnen. Die Gegnerinnen aus der Ukraine taten das Gleiche. In Karlsruhe waren bei 1,93 Meter noch sechs Springerinnen im Feld, 1,96 Meter schafften aber nur jene drei. Levchenko kam noch über 1,99 Meter, Yaroslava Mahuchikh stellte mit 2,02 Metern sogar einen U20-Weltrekord auf.

 Imke Onnen freut sich über den erfolgreichen Sprung über 1,96 Meter.
Imke Onnen freut sich über den erfolgreichen Sprung über 1,96 Meter. © imago images/Beautiful Sports

Und da freute sich auch wieder Onnen. Sie rannte zu der 18-Jährigen und beglückwünschte sie. Eben ihr fröhliches Naturell. „Die Ukrainerin galt eigentlich als etwas unnahbar. Weil sie so überlegen ist. Aber die ist in Wirklichkeit eine ganz Süße“, sagte Fredebold-Onnen. „Und wenn jemand Weltrekord springt, muss man ihm doch einfach gratulieren“, ergänzte Konkurrentin Onnen.

"Sah so aus, dass da noch mehr drin ist"

Das könnte der Beginn einer Hochsprungfreundschaft sein. Denn vor der DM in drei Wochen in Leipzig stehen noch Meetings in Dortmund und das World-Indoormeeting in Glasgow an. Onnen und Mahuchikh werden auch dort dabei sein. „Mal sehen. In Karlsruhe war die Spannung nach dem Olympiasprung weg. Aber der sah so aus, dass da noch mehr drin ist“, sagte Fredebold-Onnen. 1,99 Meter waren schon im Karlsruhe fast möglich, und die Zwei-Meter-Marke ist für alle Hochspringerinnen ein Traumziel.

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