19. Juni 2020 / 16:34 Uhr

Infront-Affäre beim DFB: "Spiegel" berichtet von 40 Millionen Euro Schaden 

Infront-Affäre beim DFB: "Spiegel" berichtet von 40 Millionen Euro Schaden 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Beim DFB ist laut einem Spiegel-Bericht durch die Infront-Affäre ein Schaden in Höhe von 40 Millionen Euro entstanden.
Beim DFB ist laut einem "Spiegel"-Bericht durch die Infront-Affäre ein Schaden in Höhe von 40 Millionen Euro entstanden. © dpa
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Kam es bei der Bandenwerbung in den Stadien bei deutschen Länderspielen zu Unregelmäßigkeiten? Die Infront-Affäre beim DFB soll beim Verband laut "Spiegel" zu einem finanziellen Schaden von 40 Millionen Euro gesorgt haben.

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Der Schaden aus der Infront-Affäre beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) soll nach einem Spiegel-Bericht 40 Millionen Euro für den DFB betragen. Dies schreibt das Nachrichtenmagazin in seiner aktuellen Ausgabe. Der DFB hatte bereits im vergangenen Jahr Unregelmäßigkeiten bestätigt.

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Der Verband teilte am Freitagabend mit, dass „Untersuchungen und Gespräche“ noch andauern würden. Dem DFB-Präsidium seien am Freitag „aktuelle Zwischenergebnisse“ mitgeteilt worden. „Der DFB und Infront haben heute ein bilaterales Spitzengespräch geführt und als Ergebnis klare nächste Schritte verabredet“, hieß es weiter. „Im Rahmen der laufenden Untersuchungen wird der DFB keine Details kommentieren, sondern sich erst zu einem späteren Zeitpunkt weiter dazu äußern.“

Ein Infront-Sprecher teilte am Freitag mit: „Die darin (im Bericht des „Spiegel“) enthaltenen Vorwürfe und Verdächtigungen sind unspezifisch und ohne Vorlage von Belegen an Infront herangetragen worden.“ Insgesamt seien die bislang bekannten Vorwürfe und Verdächtigungen „nicht nur stark konstruiert, sondern vor allem auch durch nichts belegt“.

Das Unternehmen habe selbst eine umfangreiche Untersuchung in Auftrag gegeben und käme „zu völlig anderen Ergebnissen“. Man sei dabei, dies mit dem DFB zu klären.

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Spiegel: Ermittler gehen von hohem Schaden aus

Wie der Spiegel berichtet, liefert der vertrauliche Report der Berliner Beratungsfirma Esecon Hinweise auf mögliche Korruption bei Geschäften des DFB mit dem langjährigen Sportvermarkter Infront Sports aus der Schweiz. Den mutmaßlichen Schaden beziffern die Ermittler demnach auf mehr als 40 Millionen Euro. Esecon war laut DFB nach dem Auftreten erster Hinweise auf „mögliche schädigende Handlungen der Firma Infront“ im Mai 2019 mit der Prüfung beauftragt worden.

Der DFB teilte mit, die derzeit „vorliegenden Untersuchungsergebnisse basieren auf einer faktenorientierten Grundlage, die durch Auswertung von Urkunden, Akten und Zeugenaussagen zusammengetragen wurde“. Unterlagen, „die seitens Infront gegenüber den Medien bereits als gefälscht eingestuft wurden“, seien nicht Bestandteil der aktuell zur Verfügung stehenden Beweislage.

Infront hatte bis 2018 den Auftrag, Bandenwerbepartner für Spiele der Nationalelf zu beschaffen. Laut dem Ermittlungsbericht habe die Firma 2013 vom DFB den Zuschlag für das Geschäft erhalten, obwohl ein Konkurrent bis zu 18 Millionen Euro mehr geboten habe. Auch der bis heute laufende Bandenwerbevertrag für die DFB-Pokalspiele soll 2015 unter fragwürdigen Umständen an Infront gegangen sein.

Infront hatte sich im vergangenen Jahr „tief schockiert“ gezeigt und mitgeteilt, dass die Firma einen leitenden Angestellten entlassen habe, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Untreue ein Strafverfahren eingeleitet habe. Infront-Chef Philippe Blatter, Neffe des Ex-FIFA-Präsidenten Sepp Blatter, verwies damals auf laufende Ermittlungen.