11. Juli 2020 / 22:24 Uhr

Ingolstadt-Trainer Oral wütet nach verpasstem Aufstieg gegen Schiedsrichter: "Verständnislos"

Ingolstadt-Trainer Oral wütet nach verpasstem Aufstieg gegen Schiedsrichter: "Verständnislos"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Von Ingolstadt-Trainer Tomas Oral hagelt es nach dem Relegations-Rückspiel Kritik an Schiedsrichter Christian Dingert. 
Von Ingolstadt-Trainer Tomas Oral hagelt es nach dem Relegations-Rückspiel Kritik an Schiedsrichter Christian Dingert.  © imago images/ULMER Pressebildagentur/Montage
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Rangeleien zwischen Spielern kurz vor Abpfiff, Kritik am Schiedsrichter: Der FC Ingolstadt ist nach dem verpassten Aufstieg in der Relegation bedient. Trainer Tomas Oral kritisiert Schiedsrichter Christian Dingert scharf wegen eines vermeintlichen Foulspiels vor dem Last-Minute-Tor, das Nürnberg den Klassenerhalt sicherte.

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Frust, Enttäuschung - und Wut auf Schiedsrichter Christian Dingert: Der FC Ingolstadt hat den direkten Wiederaufstieg in die 2. Liga in der letzten Sekunde des Relegations-Rückspiels aus der Hand gegeben. In der sechsten Minute der Nachspielzeit erzielte Nürnberg-Profi Fabian Schleusener den Treffer zum 1:3 aus Sicht des Clubs, der dem Zweitligisten nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel zum Klassenerhalt reichte. Doch ging bei der Nürnberger Last-Second-Rettung alles mit rechten Dingen zu? Ingolstadt-Trainer Tomas Oral bezweifelt das und fühlt sich vom Schiedsrichter-Team benachteiligt: "Fakt ist: Es gab eine Nachspielzeit, die unverständlich ist. Das setzt dem Ganzen die Krone auf", sagte der enttäuschte Coach bei DAZN.

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Was war passiert? Bis zur 96. Minute stand der Drittligist FC Ingolstadt vor einem Fußball-Wunder, führte im leeren heimischen Sportpark nach drei Freistößen von Marcel Gaus durch Toren von Kapitän Stefan Kutschke (52. Minute), Tobias Schröck (62.) und Robin Krauße (66.) mit 3:0. Dann kam es zur Nachspielzeit. Einen hohen Ball von Patrick Erras verlängerte Nürnbergs-Held Schleusener per Direktabnahme ins Tor. Für Aufregung bei den Ingolstädtern sorgte allerdings, dass FCI-Verteidiger Nico Antonitsch kurz vor dem Treffer im Strafraum in der Nähe des Nürnbergers Michael Frey zu Boden ging. Das Schiedsrichter-Team befand allerdings, dass kein regelwidriger Kontakt dazu geführt hatte.

Relegation zur 2. Liga: Alle Duelle seit 2009

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Der SC Paderborn und der VfL Osnabrück bestreiten 2009 die erste Relegation zwischen 2. und 3. Liga. Hier zieht Stürmer Frank Löhning (Paderborn) an Verteidiger Thomas Cichon (Osnabrück) vorbei. Beide Partien kann Dirttligist Paderborn 1:0 gewinnen und deshalb den Aufstieg feiern. Für die Lila-Weißen geht es eine Etage tiefer weiter.  ©

Tomas Oral kritisiert Schiedsrichter: Dingert hätte sich Szene vor Gegentreffer anschauen müssen

Für Ingolstadt-Trainer Oral eine Fehlentscheidung: "Wenn Kontakt da ist, ist es ein Foul. Er berührt ihn schon. Das ist natürlich brutal. Was soll ich dazu sagen?", fragte der Coach verzweifelt. Oral regte vor allem auf, dass Schiedsrichter Dingert sich auf seinen Video-Assistenten verließ und sich die Szene nicht selbst nochmal anschaute: "Dass er da nicht hingeht, und sich die Szene anschaut, wenn es um eine ganze Saison geht, ist für mich verständnislos", wütete der 47-Jährige bei Sky.

Wütend waren auch die Ingolstädter um Kapitän Stefan Kutschke, die sich nach Spielende eine Rangelei mit einigen Nürnbergern lieferten. "Das kann ich nach dieser bitteren Enttäuschung sogar ein Stück weit verstehen", sagte Ingolstadts Sportchef Michael Henke nach Abpfiff. Tomas Oral war da schon den Tränen nahe: "Ich habe keine Worte. Das haben wir nicht verdient. Da ist nur Leere. Es ist einfach pervers", so sein Fazit nach der dramatischen Relegation.