27. Juli 2019 / 09:00 Uhr

Ingrid Engen: Das ist die neue Norwegerin des VfL Wolfsburg

Ingrid Engen: Das ist die neue Norwegerin des VfL Wolfsburg

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ingrid Engen im Gespräch mit VfL-Co-Trainerin Ariane Hingst
Ingrid Engen im Gespräch mit VfL-Co-Trainerin Ariane Hingst © Britta Schulze
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Sie ist neu - und sie ist die Größte: Mit 1,77 Metern überragt Ingrid Engen alle anderen Feldspielerinnen des VfL Wolfsburg. Die Norwegerin hat eine steile Karriere hinter sich.

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Sie ist eine der Jüngsten im Kader, sie ist die Jüngste unter den Feld-Zugängen bei Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg – aber sie ist auch die Größte. Und vielleicht auch die Spielerin, in die der Klub die größten Hoffnungen setzen darf. Auf jeden Fall ist Ingrid Engen die, die in den vergangenen eineinhalb Jahren die größten Sprünge gemacht hat. „Es ging immer nur aufwärts“, sagt sie.

Die 1,77 Meter große Defensivspezialistin kann manchmal selbst kaum fassen, wie ihre Karriere verläuft. Sie ist gerade mal 21, mit 13 spielte sie noch mit Jungs in einem Team, mit 16 tauchte sie schon in Trondheims erster Frauenmannschaft auf. Im Februar 2018 absolvierte sie ihr erstes A-Länderspiel. In der WM-Qualifikation war sie dann schon in Norwegens Team eine Bank. Und der VfL hatte sie frühzeitig im Fokus. Als sie im November 2018 in ihrer Heimat in einem Interview auf die Frage nach ihren zukünftigen Zielen verriet, dass sie zu einem europäischen Top-Klub möchte, da bahnte sich der Wechsel zum VfL schon an, der sie im Winter verpflichtete. Sie durfte aber (ausgeliehen) bei Lilleström SK bleiben.

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So könnten die VfL-Frauen in der kommenden Saison spielen ©
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„Ich wollte mir meinen Platz im WM-Kader sichern, wir hatten noch ein Champions-League-Spiel gegen Barcelona. Für meine Entwicklung war es sicher gut, dass ich die Saison noch dort zu Ende bringen konnte.“ Gegen die Niederlande hatte sie kurz zuvor ihr erstes Länderspieltor geschossen, zum wichtigen 1:0 beim 2:1 in der WM-Qualifikation. „Die vergangenen zwei Jahre waren einfach riesig. Jetzt hier zu sein, ein Profi zu sein, ist ein Highlight von allem. Den Traum außerhalb meines Landes zu leben ist wirklich cool.“

Sportlich hat sie schon große Sprünge gemacht, dieser Wechsel allerdings ist auch ein großer Schritt. Erstmals weg aus der Heimat, dazu wohnte sie in Lilleström mit einer Teamkollegin in einer WG, jetzt wohnt sie erstmals allein. Ihre Eltern waren in den ersten Wochen hier, ihr Vater hatte Extra-Freude. Engen: „Er ist ein Auto-Fan, wir waren schon in der Autostadt.“

Durch den Landeswechsel muss die Fußballerin nun eine Fernbeziehung führen – mit Marie Dolvik Marcussen, die auch mal kurz für den VfL aktiv war, als eine von vielen Norwegerinnen. So wie auch Leni Larsen Kaurin, Melissa Wiik oder Synne Jensen etwa, die teils auch nicht lange blieben. „Vielleicht ist die eine oder andere zu früh gewechselt“, meint Engen. „Aber ich bin bereit.“ Mit Kristine Minde ist noch eine weitere Landsfrau beim VfL; eine andere, Caroline Hansen, wechselte gerade nach Barcelona. „Ich habe mit beiden darüber gesprochen, was mich in Wolfsburg erwartet“, so Engen. „Dass Kristine da ist, ist natürlich auch ein Hilfe.“

Svenja Huth bei ihrem Debüt für den VfL. Zur Galerie
Svenja Huth bei ihrem Debüt für den VfL. © Roland Hermstein

Deutsch hatte sie in der Schule, versteht einiges, hatte aber am Mittwoch ihre erste Deutschstunde beim VfL. Sie strebt ein sportlich orientiertes Studium online in Norwegen an. Ohne Kaffee geht bei ihr nichts, sie mag lieber Tacos als Pizza, steht auf Fußballschuhe, die auch optisch etwas hermachen und sieht sich selbst als sehr laufstark. Um den Platz im Team kämpft sie unter anderem mit einem Vorbild: Sara Gunnarsdottir. Sie sei eine VfL-Spielerin, die sie schon seit Jahren beobachte. „Ich mag die Art, wie sie spielt“, sagt sie über die isländische Nationalspielerin, „sie ist inspirierend.“

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