05. Januar 2021 / 10:55 Uhr

Inklusionspreis für den NHV Concordia Delitzsch: "Eine außergewöhnliche Ehrung"

Inklusionspreis für den NHV Concordia Delitzsch: "Eine außergewöhnliche Ehrung"

Ulrich Milde
Leipziger Volkszeitung
NHV
Sichtbare Freude bei allen Beteiligten. © Verein
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Im vergangenen Jahr wurde erstmals der „Inklusionspreis Sport“ vom sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (SBV) vergeben. In diesem Rahmen wurde der NHV Concordia Delitzsch für seine Arbeit mit Behinderten ausgezeichnet.

Delitzsch. Die Behindertenmannschaft des NHV Concordia Delitzsch ist ausgezeichnet worden. Die Handballer wurden im Rahmen des erstmals vom Sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (SBV) ausgelobten Inklusionspreis Sport in der Sonderkategorie für erfolgreiche Projekte gewürdigt. „Die Mannschaft und ich freuen uns riesig“, sagt Trainer Hansi Winkler. Das Engagement des Teams sei damit belohnt worden. „Das ist schon eine außergewöhnliche Ehrung.“

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Lange Tradition

Was mit dem Preisgeld in Höhe von 200 Euro gemacht wird, steht noch nicht fest. „Da müssen wir warten, bis wir wieder trainieren können.“ Wegen der Corona-Pandemie ruht der gesamte Trainings- und Spielbetrieb des Vereins. Sorgen, dass ihm Spieler abspringen werden, hat Winkler nicht. Die Aktiven – viele von ihnen arbeiten in der Behindertenwerkstatt – fragten regelmäßig, wann es wieder weitergehen werde. „Der Wille ist da.“

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Die Behindertenmannschaft hat in Delitzsch schon eine lange Tradition. Sie gab es bereits im Vorgängerverein SV Concordia Delitzsch, der aufgelöst wurde. Zuvor hatte 2010 die Spielbetriebsgesellschaft Insolvenz angemeldet. Flugs wurde der Nachfolgeverein NHV Concordia Delitzsch ins Leben gerufen, der die Spielrechte für alle sächsischen Handballligen erhielt, in denen vorher die Mannschaften des SV Concordia aktiv waren.

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„Unsere Mannschaft wurde von Anfang an gleichberechtigt im neuen Verein integriert“, erinnert sich Winkler. „Wir werden genauso behandelt wie alle anderen Mannschaften auch.“ Und sie trainiert nicht nur regelmäßig, sondern nimmt erfolgreich am Spielbetrieb der vom Behindertensportverband ins Leben gerufenen „Special Olympics“ teil. Regelmäßig finden auch Begegnungen gegen eine der Jugendmannschaften des Klubs statt. Außerdem nimmt das Team gemeinsam mit dem Fanclub Loberhaie an Freundschaftsturnieren anderer Vereine wie EHV Aue, Ludwigsfelder HC, DHRTVV Dessau-Roßlau und ThSV Eisenach teil. Klar ist, dass die Spieler auch die Oberliga-Mannschaft lautstark in den Heimspielen unterstützen.

Sieben Vereine in Sachsen geehrt

Der Erfolg kann Winklers Einschätzung nach vor allem „an der Freude am gemeinsamen Sporttreiben“ und weiteren Erlebnissen im Vereinsleben gemessen werden. Beim Festumzug anlässlich des Stadtfestes Peter & Paul ist sein Team regelmäßig mit dabei. Eine wechselseitige Geschichte. „Bei allen Mitgliedern des Vereins ist eine wesentlich höhere Akzeptanz und Anerkennung für Menschen mit Handicap zu verzeichnen.“ Das größte Ziel sei, den Sportlern Spaß und Freude an der gemeinsamen körperlichen Bewegung zu vermitteln. „Dabei steht im Vordergrund, dass dies jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten tun kann.“

Das Angebot für diese Sportler wird weitgehend über Mundpropaganda der im Verein organisierten und in den Einrichtungen der Fröbel-Schule und im Sozial- und Beschäftigungszentrum tätigen Mitglieder verbreitet. Gegenwärtig betreut Winkler 13 Sportler, ein paar mehr dürfen es gerne sein.

Der NHV gehört zu sieben Vereinen in Sachsen, die im Rahmen des Inklusionspreises geehrt wurden und ist dabei der einzige Handball-Club. Zu den anderen Gewinnern zählen unter anderem der CVV Cheermania in Auerbach, der SV Koweg Görlitz und der SC Riesa. „Es hat sich gezeigt, dass inklusive Sportangebote auch jenseits der Großstädte und Ballungsräume entwickelt und erfolgreich betrieben werden können“, kommentiert das SBV-Vizepräsidentin Simone Zimmermann.