28. April 2020 / 21:44 Uhr

Innenminister Wöller: Freiluft-Vereinssport ab 4. Mai in Sachsen möglich

Innenminister Wöller: Freiluft-Vereinssport ab 4. Mai in Sachsen möglich

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Sachsens Innenminister Roland Wöller ist auch für den Sport zuständig.
Lockerungen im Breitensport: Sporttreiben im Freien soll möglich sein. Das soll auch Vereine betreffen, sofern Umkleide- und Sanitärräume der Sportstätten nicht genutzt werden. © Roger Dietze / Dietrich Flechtner
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Der Innen- und Sportminister Roland Wöller (CDU) hat Lockerungen im Freistaat Sachsen für den Breitensport in Aussicht gestellt. Ab 4. Mai soll in Sachsen wieder Sporttreiben im Freien möglich sein.

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Dresden/Leipzig. "Sachsens Sport im Abseits? Wie Corona den kleinen Vereinen zusetzt!" Unter dieser Überschrift stand diesmal die abendliche Sendung "Dienstags direkt" im MDR-Sachsenradio. Der Untertitel hätte sinngemäß lauten können: Welche Lockerungen kann der organisierte Sport im Freistaat in den kommenden Tagen erwarten? Geht der Sportbetrieb in den kontaktlosen Sportarten am 4. Mai wieder los?

Innen- und Sportminister Roland Wöller (CDU) sprach in der Sendung zunächst über geplante Geisterspiele in den ersten beiden Fußballligen. Er befürwortet die Berufsausübung der Profis, befürchtet aber Ansammlungen von Fans vor den Stadien - diese könnten im Extremfall zum Spielabbruch führen. "Deshalb brauchen die Ligen und Vereine neben dem Gesundheits- dringend ein Sicherheitskonzept."

Auch für den Breitensport stellte der Minister Lockerungen in Aussicht. Ab 4. Mai soll in Sachsen wieder Sporttreiben im Freien möglich sein. Dies betreffe auch die Vereine, sofern Umkleide- und Sanitärräume der Sportstätten nicht genutzt werden. "Über diese Nachricht bin ich freudig überrascht", meinte Detlev Günz, der als Vizepräsident des Sächsischen Behindertensportverbandes und Chef des BSV AOK Leipzig im Namen von 80000 Rehasportlern sprach. Der erfahrene Sportfunktionär gab aber zu bedenken: "60 Prozent unserer Sporttreibenden sind über 60 Jahre alt und gehören zur sogenannten Risikogruppe. Wir haben auch gesundheitlich angeschlagene Sportler. Deshalb sollten wir schrittweise wieder anfangen unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen."

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Der Leipziger Christian Dahms, Generalsekretär des Landessportbundes, sagte zunächst: "Das Vereinsleben unserer 675 000 Mitglieder in 4450 Vereinen ist seit 17. März auf dem Nullpunkt angekommen." Der erste Schritt zur Lockerung seien im Sinne der Berufsausübung das Training der Fußball-Profis bei RB Leipzig, Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue sowie der Olympiakader gewesen.

Dahms befürwortet den Wiederbeginn des Vereinssports, musste aber eine zugeschaltete Vertreterin der Hallensportart Tischtennis aus Neukirch vertrösten: "Ich habe selbst erst heute von den neuen Plänen erfahren. Tischtennisspieler müssen sich wohl noch über den 4. Mai hinaus gedulden." Zum Thema Golfsport oder Tennis sagte er: "Fünf Bundesländer haben bislang Ausnahmeregelungen für Sportarten wie Tennis, Reiten, Segeln und Golf getroffen. Warten wir einfach ab, was die neue Verordnung in Sachsen ab 4. Mai möglich macht." Informationen dazu seien in den nächsten Tagen auf der Homepage sport-fuer-sachsen.de nachzulesen.

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Dahms lobte die Staatsregierung und Parlamentarier für die unbürokratische Corona-Soforthilfe für Vereine. Je zehn Millionen Euro stellt der Freistaat seit vergangener Woche für Profiklubs sowie für kleine Vereine zur Verfügung, über 200 Anträge seien bereits eingegangen. "Wir wollen helfen, die über Jahre aufgebauten Strukturen zu erhalten. Doppelt hilft, wer schnell hilft", sagte Minister Wöller.