17. Oktober 2019 / 09:39 Uhr

Inter Türkspor Kiel distanziert sich von Salut-Jubel

Inter Türkspor Kiel distanziert sich von Salut-Jubel

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Ligamanager des Kieler Oberligisten Inter Türkspor Berkant Özel: „Bei uns steht der Sport im Vordergrund. Politische Themen spielen bei uns keine große Rolle
Ligamanager des Kieler Oberligisten Inter Türkspor Berkant Özel: „Bei uns steht der Sport im Vordergrund. Politische Themen spielen bei uns keine große Rolle" © Reinhard Gusner
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SHFV bestätigt: Militäreinsatz-Geste - Nachahmern droht ein Ausschluss auf Zeit

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Die Aufregung über den Salut-Jubel türkischer Nationalspieler wird im deutschen Fußball zum Fall für die Sportgerichte. Zwar scheint am kommenden Wochenende in der Bundesliga ein politisches Bekenntnis zum international kritisierten Militäreinsatz der Türkei in Nordsyrien wenig wahrscheinlich – in den unteren Spielklassen hat der von der Uefa untersuchte Vorfall in der EM-Qualifikation aber bereits erste Nachahmer gefunden.

Vorbild Profifußball?

„Wir sind alle gegen Krieg“, sagte der türkischstämmige deutsche Nationalspieler Suat Serdar vom FC Schalke 04 am Mittwoch in Gelsenkirchen und schloss „auch Ozan“ Kabak ein, der gegen Albanien und in Frankreich im türkischen Kader gestanden und sich dem Salut-Gruß an die kämpfenden Soldaten angeschlossen hatte.

Im Gegensatz zu den Profiklubs spielen im Amateurbereich auch Mannschaften, die sich fast ausschließlich aus türkischen Spielern zusammensetzen. Im Kreis Recklinghausen ermittelt der zuständige Verband nach Salut-Posen gegen die SG Hillen, Genclikspor Recklinghausen und die zweite Mannschaft der DTSG Herten, wie auch der WDR berichtete. „In einem Fall handelte es sich um die komplette Mannschaft, bei den anderen ging es um Gruppierungen von fünf bis sechs Spielern“, sagte der Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey.

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In Schleswig-Holstein ist dagegen noch kein Fall bekannt. „Wir haben das bisher nicht thematisiert“, sagt Berkant Özel, Ligamanager des Kieler Oberligisten Inter Türkspor. Özel weiter: „Bei uns steht der Sport im Vordergrund. Politische Themen spielen bei uns keine große Rolle.“ Aktuell kämen in der ersten Mannschaft nur drei Türken zum Einsatz. „Übrigens genauso viele Kurden. Aber auch Afrikaner, Albaner und Deutsche, die zum Teil auch türkische Wurzeln haben.“

Thema sei "aufgebauscht", Meinungsfreiheit im Vordergrund

Ob Özel ein generelles Verbot des Salut-Jubels aussprechen würde? „Wir mischen uns nicht in die Meinungsfreiheit unserer Spieler ein“, sagt Özel diplomatisch. „Sollte ein Spieler so jubeln, würde ich es nicht gutheißen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass es passieren wird. Zumal unser Verein nicht als Erdogan-nah gesehen werden möchte.“ Özel empfindet das Thema als „aufgebauscht“, sagt: „Als Samuel Eto’o oder Antoine Griezman den Salut-Gruß gezeigt haben, hat auch niemand eine politische Debatte losgetreten.“

Grundlage für die Sanktionierung durch die Landesverbände und deren Satzungen ist die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB. In der steht: „Eines unsportlichen Verhaltens (...) macht sich insbesondere schuldig, wer sich politisch, extremistisch, obszön anstößig oder provokativ beleidigend verhält.“

Das Strafmaß reicht von einer Verwarnung bis hin zu einem Ausschluss auf Zeit. Auch beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband beruft man sich darauf: „Wenn ein Fall, der gegen Paragraf 2 verstößt, angezeigt wird, zieht es automatisch ein Sportgerichtsverfahren nach sich. Der Einzelfall wird dann betrachtet“, sagt der Pressesprecher des SHFV, Karsten Tolle. Anzeigeberechtigt sind neben den Schiedsrichtern die sportlich Aktiven, aber auch Trainer und Zuschauer, die Zeugen eines Vorfalls gewesen sein können. „Den Nachweis eines politischen Hintergrunds müssten dann die Sportgerichte führen“, erklärt Tolle.

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