05. Juli 2019 / 19:31 Uhr

Inter Türkspor Kiel konnte nicht an die Vorsaison anknüpfen

Inter Türkspor Kiel konnte nicht an die Vorsaison anknüpfen

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Erdogan Cumur, hier im Gepräch mit Kenan Hasicic (re.), bestritt in der abgelaufenen Saison die meisten Spiele für den Oberligisten Inter Türkspor Kiel.
Erdogan Cumur, hier im Gepräch mit Kenan Hasicic (re.), bestritt in der abgelaufenen Saison die meisten Spiele für den Oberligisten Inter Türkspor Kiel. © Uwe Paesler
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Das zweite Jahr ist meist das schwerste. So lautet eine Fußballweisheit. Dass die zweite Oberligasaison für Inter Türkspor Kiel jedoch so stürmisch werden würde, sah wohl niemand voraus. Nicht nur auf dem Platz hatte Inter schwierige Phasen durchzustehen, sondern auch abseits des Spielfeldes mussten die Kieler einige Klippen umschiffen, ehe der Klassenerhalt geschafft war.

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Dabei war das Feld nach einem respektablen achten Platz im Aufstiegsjahr gut bestellt. Die Mannschaft, die im Gros zusammen blieb, wurde punktuell durch zumeist junge Spieler wie Chris Schimming (20), Benjamin Petrick (23), Kenan Hasicic (20) oder Aladji Barrie (22) noch verstärkt. Trainerteam und Umfeld harmonierten.

Doch nach nur vier Spieltagen gab es Zoff in der Wohlfühloase. Spieler begehrten auf. Trainer Atasoy befand sich im Krisenmanagement. Das erfordert Geduld, die man mit dem Coach nicht hatte. „Es herrschte eine große Unruhe in der Mannschaft. Wir sahen uns gezwungen zu handeln“, meinte Inter-Manager Berkant Özel zur Freistellung von Atasoy.

Der sportliche Leiter Harry Witt übernahm, der aber schon bald für Irritationen sorgte, als er sich im November zum Fußball-Obmann beim FC Kilia Kiel wählen und zusammen mit dem scheidenden Inter-Sponsor und neuem Kilia-Vorsitzenden Volker Roese vor dem Vereinsemblem der Kilianer ablichten ließ. Witt wurde freigestellt.

Atasoy kehrte am 17. Spieltag zurück und übernahm eine Mannschaft, die mit 37 Gegentoren zu dem Zeitpunkt die zweitschlechteste Abwehr der Liga besaß und nur vier Punkte von der Abstiegszone trennten. „Die Offiziellen haben Fehler eingestanden. Das hat mir imponiert. Verein und Spieler liegen mir am Herzen, und ich möchte helfen“, begründete Atasoy seine Rückkehr, die Türkspor zu beflügeln schien. In den letzten drei Spielen des Jahres sammelte die Mannschaft sieben Punkte und verschaffte sich dadurch eine Winterpause ohne Abstiegssorgen. Es war die fußballerisch beste Phase des Ostuferteams.

Allerdings musste ein neues finanzielles Konzept für die kommende Saison erarbeitet werden. Ohne den Unternehmer Roese als Hauptsponsor war Inter gezwungen, den Gürtel enger zu schnallen. Es wurde gespart und erstmals seit vielen Jahren auf das übliche Winter-Trainingslager in der Türkei verzichtet. Die Anstrengungen wurden belohnt. Nach Aussage von Özel ist eine konkurrenzfähige Oberligamannschaft auch künftig finanzierbar. Entscheidend war die Einsicht der Spieler.

Mannschaftskapitän Erdogan Cumur, der als einziger Akteur alle 30 Spiele absolvierte und mit 23 Toren der erfolgreichste Torschütze der Kieler war, nahm wie ein Großteil der Stammspieler Einschnitte bei den Zuwendungen in Kauf und wird auch im nächsten Jahr die Farben von Inter Türkspor tragen. „Wir haben die finanziellen Bedingungen offen kommuniziert“, freute sich Özel über die Vereinstreue der Spieler.

Nicht ganz so glatt lief es allerdings auf dem Spielfeld. In den Spielen gegen die direkte Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt gelang der erhoffte Befreiungsschlag nicht. Im Gegenteil. Gegen Kropp (1:2), Eutin 08 (1:1) und den bereits abgestiegenen VfR Neumünster (2:3) wurden sieben Punkte liegen gelassen. Und beim 2:9-Debakel gegen den SV Todesfeld blamierte sich Inter vor eigenem Publikum bis auf die Knochen. Dagegen sicherte sich Türkspor aber Punkte, mit denen gerade auf fremdem Platz keiner gerechnet hatte. Gegen Lindholm (1:0), Eichede (3:2) und NTSV Strand (1:1) wurden sieben Punkte eingespielt.

Der Klassenerhalt war zwar geschafft, doch die Kieler hatten 29 Tore weniger als im Vorjahr erzielt, neun Punkte weniger auf dem Konto und sicher nicht alle Erwartungen erfüllt. „Wir hatten große Schwankungen in den Leistungen. Die Einstellung stimmte auch nicht immer. Zufrieden bin ich nicht. Bei den vielen Baustellen, die keinen Spieler unberührt lassen, haben wir aber zumindest den Klassenerhalt geschafft. Machen wir einen Haken hinter diese Saison“, resümiert Atasoy.

Bilanz: 10. Platz. 43:63 Tore, 35 Punkte. Höchster Sieg: 5:1 TSV Lägerdorf (H) – Höchste Niederlagen: 2:9 SV Todesfelde (H), 0:5 PSV Neumünster (H), 1:5 SV Todesfelde (A).

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