21. November 2022 / 10:14 Uhr

Internationale Pressestimmen zum WM-Auftakt in Katar: "Perfektes Beispiel für Sportswashing"

Internationale Pressestimmen zum WM-Auftakt in Katar: "Perfektes Beispiel für Sportswashing"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Pressestimmen zum ersten WM-Tag mit der Eröffnungsfeier in Katar.
Die Pressestimmen zum ersten WM-Tag mit der Eröffnungsfeier in Katar. © dpa (Montage)
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Die Weltmeisterschaft 2022 wurde mit der Eröffnungsfeier und dem Auftaktspiel eingeleitet und hat international für Aufsehen gesorgt. Bereits vor Abpfiff leerten sich die Ränge und auch ein Auftritt des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino sorgte für Irritationen. Die Pressestimmen im Überblick.

Nach einer glanzvollen Show im Wüsten-Stadion hat der WM-Gastgeber Katar das Eröffnungsspiel 0:2 gegen Ecuador verloren. Schon vor Abpfiff leerten sich die Zuschauerränge, für Irritationen sorgte auch ein Auftritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der SPORTBUZZER fasst die internationalen Pressestimmen zusammen.

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Spanien

Marca: "Mit Geld bekamen sie die Kühlung hin, aber nicht, wie man gut Fußball spielt. (...) Beim Elite-Fußball ist es ohne Talent fast unmöglich. Und wenn darüber irgendein Zweifel bestand, dann brauchte die WM, der anspruchsvollste und spektakulärste Sportwettkampf der Welt, drei Minuten, um das ins Gedächtnis zu rufen."

El País: "Der Emir von Katar eröffnet das Turnier und feiert die "Diversität" in einer Loge mit kaum Frauen."

Mundo Deportivo: In Bewegung. Eine farbenfrohe und emotionale Zeremonie gab den Startschuss für die ungewöhnlichste Weltmeisterschaft der Geschichte."

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Frankreich

L'Equipe: "Katar hat nicht wirklich das Niveau, um bei seiner Weltmeisterschaft eine Rolle zu spielen, und ein großer Teil seines Publikums kehrte in der zweiten Halbzeit nicht zurück. Eine irre Eröffnung."

Le Figaro: "Eines ist sicher: Katar hat bei diesem Auftaktspiel nicht beeindruckt. (...) Ein Eröffnungsspiel, das im Großen und Ganzen nicht in die Geschichte eingehen wird, bestritten im langsamen Tempo, mit wenigen Chancen und wenig Spektakel."

Deutschland

Bild: "Katars krasse Lügenshow! Gastgeber Katar zeigt sich in einer knapp halbstündigen pompösen Eröffnungszeremonie vor der ersten Partie gegen Ecuador (0:2) weltoffen, tolerant und inklusiv. Dabei zeigte das streng muslimische Land vor der WM genau das Gegenteil!"

Spiegel: "Infantinos Desaster. Welch ein Debakel für die Fifa: Am Ende des Eröffnungsspiels war das Stadion fast leer, die Begeisterung der Katarer für das Turnier droht schnell zu erlöschen. Und damit sind all die schönen Bilder schon Makulatur."

Frankfurter Allgemeine: "Eine herbe Enttäuschung für Qatar. Kaum Stimmung im Stadion und eine heillos überforderte Mannschaft: Der qatarische Auftakt in die Fußball-Weltmeisterschaft misslingt völlig."

Österreich

Kronen-Zeitung [zu Infantinos Aussage, er habe Diskriminierung wegen seiner roten Haare erlebt]: "Ein Satz, der für die verfolgten Minderheiten und unterdrückten Frauen eine Verhöhnung ist. Unpassend und selbstherrlich. (...) Für etliche Katar-Kritiker steht allerdings fest: Der Tiefpunkt ist bereits vor dem Anpfiff des ersten Spiels erreicht."


Großbritannien

Daily Mirror: "Enner Valencia strahlte sogar noch heller als die Lichtshow der Eröffnungsfeier, als Ecuador Gastgeber Katar im ersten Spiel besiegte. (...) Katar muss in den nächsten beiden Spielen etwas ganz Besonderes zeigen, um bei ihrer Heim-WM überhaupt eine Chance auf das Weiterkommen zu haben."

Telegraph: "Katar bietet in seiner Eröffnungszeremonie ein perfektes Beispiel für Sportswashing dar. (...) Letztlich war diese Zeremonie ein Schaukasten eines einzigartigen Zusammentreffens einer korrupten, geldversessenen Organisation und einem Regime mit einem mittelalterlichen Ansatz für Bürgerrechte und Arbeitssicherheit."

Guardian: "Für Katar war dies eine Enttäuschung mit zwölf Jahren Vorbereitung. Das Gastgeberland hat diese Zeit damit verbracht, die Infrastruktur für eine Weltmeisterschaft aufzubauen, die von Kontroversen umhüllt und mit einem bitteren Beigeschmack gefüllt ist, der, was auch immer die nächsten vier Wochen bringen werden, wahrscheinlich nie weggespült werden wird."

Italien

La Repubblica: "Als der Sprecher stolz die 67 000 Zuschauer auf den Tribünen des Al-Bait Stadions verkündet, sind viele längst gegangen. Bereits zur Halbzeit. Katar startet als Gastgeber sehr schlecht in die Weltmeisterschaft, die erste seiner Geschichte: Ein Spiel, das nie stattgefunden hat, zusammengefasst im Gesicht des katarischen Trainers, des Spaniers Felix Sanchez Bas, das er nach dem zweiten Tor von Enner Valencia mit der Hand verdeckt."

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