06. November 2020 / 09:24 Uhr

Ex-Trainer Christian Benbennek: "Schaue immer noch schnell auf Havelses Ergebnisse"

Ex-Trainer Christian Benbennek: "Schaue immer noch schnell auf Havelses Ergebnisse"

Mark Bode
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Den direkten Kontakt gibt zwar nicht mehr, aber trotzdem ist Ex-Coach Christian Benbennek über das Geschehen beim TSV Havelse bestens im Bilde.
Den direkten Kontakt gibt zwar nicht mehr, aber trotzdem ist Ex-Coach Christian Benbennek über das Geschehen beim TSV Havelse bestens im Bilde. © imago images/Picture Point
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Zweimal hat Christian Benbennek den TSV Havelse in der Regionalliga Nord trainiert. Zur Saison 2019/20 wurde er Trainer in der Ost-Staffel beim BFC Dynamo. Im Interview mit dem SPORTBUZZER spricht der 47-Jährige über sein Leben in der Hauptstadt - und natürlich über seinen Ex-Klub.

Herr Benbennek, wie ist das Leben in Berlin?

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Ich lebe im Stadtteil Hohenschönhausen, unmittelbar in der Nähe des Sportforums, wo wir trainieren. Hier habe ich meinen kleinen Kiez, in dem ich mich inzwischen auskenne. Vom Balkon habe ich einen Blick auf den Fernsehturm. Berlin ist mir insgesamt aber etwas zu groß. Als ich mit dem Auto mal einen Spieler vom Flughafen Tegel abgeholt habe, brauchte ich für die zwölf Kilometer eineinhalb Stunden. Da hätte ich auch zu Fuß gehen können (lacht).

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Wie ist es, für den von vielen noch immer verhassten "Stasi-Club" von Erich Mielke zu arbeiten?


Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern. Trotzdem sollte jeder begreifen, dass es inzwischen 30 Jahre her ist, es ist Geschichte. Alle im Verein und in der Fan-Szene würden sich freuen, wenn man endlich mal auf unseren tollen Offensiv-Fußball guckt und darüber berichtet.

In der vergangenen verkürzten Saison sind Sie mit dem BFC Dynamo Sechster geworden. Welches Ziel haben Sie für diese Spielzeit, in der Sie aktuell Siebter sind?

Zu meinem Antritt hatten wir einen ziemlichen Umbruch. Nun haben wir das Team weiterentwickelt und gute Spieler dazubekommen. Entsprechend wollen wir eine bessere Platzierung als im Vorjahr.

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Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. Zur Galerie
Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

Wie intensiv verfolgen Sie noch das Geschehen in Havelse?

Ich schaue an Spieltagen immer noch ziemlich schnell auf die Ergebnisse und die Aufstellung und freue mich riesig über den Erfolg. Es ist toll, was die Jungs da unter Jan Zimmermann abspulen. Ich kenne ja auch noch einige Spieler. Aber einen direkten Kontakt habe ich nicht. Mit Ex-Spieler Erhan Yilmaz, der jetzt bei Viktoria Berlin aktiv ist, und Stefan Gehrke (trainierte das Regionalligateam und die A-Jugend in Havelse, Anm. d. Red.) habe ich kürzlich mal telefoniert.

An was denken Sie besonders gerne zurück?

Bei meinem ersten Engagement hatten wir extrem tolle Charaktere in der Mannschaft. Dazu zählten Denis Wolf, Alexander Dlugaiczyk, Daniel Hintzke und Deniz Tayar. Beim zweiten Mal war es der tolle Fußball, den wir mit Leuten wie Tom Merkens oder Daniel-Kofi Kyereh gespielt hatten.

Wo sehen Sie die Hauptunterschiede zwischen Havelse und dem BFC?

Beim Stadion und der Fananzahl – wir haben nach Hertha und Union die meisten Anhänger – kann man beide nicht vergleichen. Aber es gibt eine ganz große Gemeinsamkeit. Und das ist der Zusammenhalt, das Familiäre. Die Herzlichkeit der Menschen war in Havelse außergewöhnlich und ist es auch hier beim BFC.

Als Beispiel: Hier schenken mir Fans Bücher über die Vereinsgeschichte oder die Fankultur in Berlin. Die lese ich mit Begeisterung, weil ich gerne mehr über den Verein und die Historie wissen möchte.

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Kennt man in Berlin eigentlich den TSV Havelse?

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Das kam hier als Thema noch nicht auf. Aber es gibt eine Anekdote aus der Zeit in Havelse. Wir hatten damals ein Testspiel gegen Jürgen Klopps Dortmunder. Und die Leute dort dachten, wir kämen aus der Hauptstadt, weil im Namen „Havel“ enthalten ist – wie der Fluss in Berlin.

Wie verbringen Sie Ihre Tage in Berlin?

Wir trainieren unter Profibedingungen achtmal in der Woche. In der Mittagspause gibt es ein gemeinsames Essen. Das schweißt uns als Team noch enger zusammen. Da ich in meiner Wohnung kein Pay-TV habe, gehe ich abends gerne mal zum Gucken der Champions League in eine benachbarte Kneipe. Das ist auch eine BFC-Kneipe, wo man immer wieder Fans trifft.