13. Oktober 2020 / 14:03 Uhr

"Im Tunnel jedes Mal Gänsehaut": Recken-Keeper Domenico Ebner im Interview

"Im Tunnel jedes Mal Gänsehaut": Recken-Keeper Domenico Ebner im Interview

Salome Pflaum
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Domenico Ebner hält die Bälle für die Recken und die italienische Nationalmannschaft fest.
Domenico Ebner hält die Bälle für die Recken und die italienische Nationalmannschaft fest. © Florian Petrow
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Domenico Ebner ist Torhüter des TSV Hannover-Burgdorf und der italienischen Nationalmannschaft - und mit einer ungewöhnlichen Geschäftsidee auch noch in den Onlinemarkt eingestiegen. Salome Pflaum vom Infozeit-Team hat den 26-Jährigen interviewt.

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Domenico, wie bist Du zu den Recken gekommen?

Bis vor fünf Jahren habe ich noch Vollzeit im IT-Bereich des Landratsamt Freiburg gearbeitet und nur nebenbei in der 3. Liga gespielt. Dann bekam ich das Angebot für Bietigheim in der 2. Liga zu spielen. Bietigheim stieg auf und ich durfte ein Jahr in der 1. Liga spielen. Dann erreichte mich der Anruf von Sven-Sören Christophersen, dem Sportlichen Leiter der Recken, da musste ich nicht lange überlegen. Es war und ist nach wie vor genau der richtige Schritt.

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<b>5. Spieltag:</b> Bergischer HC (H), Donnerstag, 22. Oktober 2020, 19 Uhr Zur Galerie
5. Spieltag: Bergischer HC (H), Donnerstag, 22. Oktober 2020, 19 Uhr ©

Und wie kamst Du in die italienische Nationalmannschaft?

Das Interesse bestand schon 2017. Meine Mutter stammt aus Italien, in der Jugend habe ich schon für die deutsche Auswahl gespielt. Die Konkurrenz unter Torhütern ist allerdings riesig. Der italienische Verband wollte einen Neustart wagen und das hat mich gereizt. Jetzt erfüllt es mich mit Stolz für Italien zu spielen. Diese wahnsinnigen Erfahrungen möchte ich auch in Zukunft nicht missen.

Das Training während der Coronapause: Wie war es für Euch? Und wann geht es wieder richtig los?

Wir hatten Kurzarbeit und mussten uns selbstständig fit halten, zum Beispiel mit Lauf- und Krafttraining. Am meisten gefehlt hat mir das Teamgefühl und das Beisammensein. Das macht unseren Sport einfach aus.

Woran denkst Du, wenn Du kurz vor Anpfiff im Tunnel stehst?

Im Tunnel habe ich jedes Mal Gänsehaut. Diese Stimmung, der Fokus auf das Spiel und die Fans, das was gerade leider teilweise fehlt, ist immer wieder Wahnsinn.

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Ich habe gehört, Du trägst einen Spitznamen?

(lacht) Mein Vater wurde in seinem Heimatdorf „Ebbo“ genannt. Irgendwann wurde ich dann auch so gerufen. Auch die Fans nennen mich ja mittlerweile so. Damit kann ich aber gut leben.

Deine Lebenspartnerin Nicole Roth ist auch Profi-Handballerin und spielt bald international. Wie bekommt Ihr diese Balance hin?

Das war das einzig Positive an Corona: Wir konnten uns fast vier Monate durchgängig sehen. Ansonsten führen wir eine Fernbeziehung, Metzingen, wo Nicole spielt, liegt nun mal südlich von Stuttgart. So konnten wir die Zeit einmal richtig genießen. Außerdem verbindet uns die Leidenschaft zum Handball, weswegen wir beide ähnliche Prioritäten haben.

Wenn es mit dem Handball nicht geklappt hätte, was hättest Du dann gemacht?

Wahrscheinlich wäre ich in meinem Beruf geblieben, ich hatte dort ein spannendes Pilotprojekt. Wenn man mit seinem Hobby Geld verdienen kann, ist das aber natürlich ein Traum. So habe ich Spaß und Abwechslung, mache parallel ein Fernstudium in Wirtschaftsinformatik und habe mit meinem Berater zusammen die Rechte an einer amerikanischen Laufsockenmarke erworben. Die vertreiben wir nun in Deutschland.

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Laufsockenbusiness? Wie kam es dazu?

Da ich aus der IT-Branche komme, wollte was im Bereich Onlinevertrieb machen. Sportsocken passen gut zum Handballsport und ich kann dadurch viel lernen. Außerdem möchte ich mich breit für die Zukunft aufstellen. Eine Handballkarriere dauert nicht ewig. Langfristig gesehen könnten die Socken mein zweites Standbein werden.

Liest Du lieber Print-Zeitung oder bist Du eher digital unterwegs?

Eher digital. Ich habe zum Beispiel die Neue Presse auf Instagram abonniert. Ich bin aber auch sehr häufig beim SPORTBUZZER unterwegs, um mich zu informieren.

Hast Du denn auch einen Lieblingskiosk?

Ich wohne aktuell in der Südstadt und da gibt es sehr viele Kioske, einen Lieblingskiosk habe ich jedoch nicht.

Zum Abschluss noch die Frage, was durfte früher in Deiner bunten Tüte nicht fehlen?

Die Haribo-Schlangen mit Füllung natürlich.