18. April 2019 / 09:57 Uhr

Genki Haraguchi über die Misere von Hannover 96: "Habe natürlich eine Mitverantwortung" 

Genki Haraguchi über die Misere von Hannover 96: "Habe natürlich eine Mitverantwortung" 

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Genki Haraguchi trägt als Teil des Teams eine Mitverantwortung dafür, dass es in der Tabelle steht, wo es steht. Aber: Es ist noch nichts vorbei.
Genki Haraguchi trägt als Teil des Teams eine Mitverantwortung dafür, dass es in der Tabelle steht, wo es steht. Aber: "Es ist noch nichts vorbei." © 2019 Getty Images
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Genki Haraguchi ist im Sommer als möglicher Spielmacher für 4,5 Millionen Euro von Hertha BSC zu Hannover 96 gewechselt. Allerdings hat der Japaner bei den Roten bisher selten überzeugt. Im Interview mit dem SPORTBUZZER gibt sich der 27-Jährige selbstkritisch.

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Hannover 96 steht am Tabellenende mit 14 Punkten. Das haben Sie sich beim Wechsel anders vorgestellt, oder?

Selbstverständlich habe ich mir das so nicht vorgestellt. Ich bin mit großen Erwartungen hergekommen, an die Mannschaft und an mich persönlich. Dass wir jetzt stehen, wo wir stehen, dafür habe ich als Teil des Teams natürlich eine Mitverantwortung. Die spüre ich – aber es ist noch nichts vorbei.

Profiboss Martin Kind hat das Team als „gescheitert“ und „schlecht zusammengestellt“ bezeichnet. Wie sehr trifft so eine Kritik?

Wir haben es als Mannschaft in einigen Spielen nicht gut gemacht, da muss man sich Kritik auch gefallen lassen. Ich würde die Verantwortung nicht auf bestimmte Spieler übertragen, wir haben als Mannschaft nicht die erforderliche Leistung gebracht. Das kann man nicht anders sagen.

Natürlich hört man das nicht gern, aber ich würde das als Motivation annehmen. Es sind noch fünf Spiele – in fünf Spielen kann sich viel tun. Da kann sich alles noch ändern.

Genki Haraguchi: Stationen seiner Karriere in Bildern

Genki Haraguchi startete seine Karriere bei den Urawa Red Diamonds, wo er 2008 aus der Jugend zu den Profis aufstieg. Hier ein Bild aus dem Jahr 2010. Zur Galerie
Genki Haraguchi startete seine Karriere bei den Urawa Red Diamonds, wo er 2008 aus der Jugend zu den Profis aufstieg. Hier ein Bild aus dem Jahr 2010. ©
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Der Abstieg ist wahrscheinlich. Wie viel Hoffnung haben Sie wirklich noch?

Das nächste Spiel wird entscheidend sein. Wenn wir da keine drei Punkte holen, wird die Lage sehr, sehr schwierig.

Schwierig ist die Lage schon jetzt. Was lässt hoffen?

Wer sich die letzten fünf Spiele genauer angeschaut hat, merkt, dass nicht viel gefehlt hat. Darauf kann man aufbauen. Klar, das nächste Spiel ist entscheidend. Aber da kann man schon auch zuversichtlich sein. Was dann nach Berlin passiert, kann ich noch nicht sagen.

Und was passiert nächste Saison? Würden Sie mit in die 2. Liga gehen?

Was hinterher sein wird, egal, was rauskommt, darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken. Solange es auch nur eine geringe Chance gibt, will ich alles geben, noch etwas zu holen. Solche Gedanken mache ich mir erst danach.

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Was fehlt, damit 96 mal 90 Minuten ordentlich spielt?

Da hat jeder Spieler die Verantwortung, noch mal die letzte Konsequenz auf dem Spielfeld zu zeigen. Nicht zu zögern, nicht zu verzagen, sich reinzuhauen – das müssen wir alle machen. Da nehme ich mich nicht raus. In Wolfsburg habe ich meine Chancen auch nicht verwertet. Die Verantwortung habe ich, auch als Teil des Teams.

Ist es eine Frage von Angst und mangelndem Selbstvertrauen oder fehlt es dem Team schlicht an Qualität?

Ich denke, dass viele Komponenten eine Rolle spielen. Was das Selbstvertrauen anbelangt – das sehe ich auch im Spiel. Bei 0:0 spürt man noch Zuversicht, dass man was holen kann. Aber sobald man ein Gegentor bekommt, sieht man in den Gesichtern der Mitspieler, dass das Selbstvertrauen schwindet. Deswegen müssen wir vielleicht den Fokus darauf legen, erst mal kein Gegentor zu bekommen. Und wenn es anders kommt, dürfen wir nicht gleich zusammenbrechen.

Sie haben dreieinhalb Jahre bei Hertha gespielt. Was verbinden Sie mit Berlin?

Ich hatte dort eine tolle Zeit in einem tollen Verein. Das wird ein Spiel, das für mich mit sehr vielen Erinnerungen verbunden ist. Der Trainer hat mich beim Vormittagstraining auch angesprochen und gefragt, wie lange ich in Berlin war. Er hat gefragt, ob er auf mich zählen kann – ich habe ihm versprochen, dass ich ein Tor schießen werde!

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