03. Mai 2019 / 07:44 Uhr

96-Kapitän Bakalorz im Interview: "Vertragsverlängerung? Es kann in alle Richtungen gehen"

96-Kapitän Bakalorz im Interview: "Vertragsverlängerung? Es kann in alle Richtungen gehen"

Tobias Manzke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die 96-Fans wollen ihn Hannover behalten, Marvin Bakalorz selbst würde gerne bleiben. Aber was sagt der Verein?
Die 96-Fans wollen ihn Hannover behalten, Marvin Bakalorz selbst würde gerne bleiben. Aber was sagt der Verein? © imago/Nordphoto/Montage
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Schon am morgigen Samstag könnte der Abstieg von Hannover 96 besiegelt werden. Nur Zählbares hilft beim Rekordmeister Bayern München. Schmerzlich vermisst bei der Mission Impossible: Marvin Bakalorz (Gelbsperre). Der Mittelfeldkämpfer spricht im SPORTBUZZER-Interview über seine Zukunft, Nebenkriegsschauplätze und den Glauben an das Wunder. 

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Marvin Bakalorz, wie sah es nach dem emotionalen Sieg gegen Mainz drei Stunden später in Ihnen aus, als Stuttgart Gegner Gladbach geschlagen hatte?

Ich war daheim und habe das Spiel gesehen und habe mir nur gedacht: Warum spielt ihr die ganzen Wochen für uns und ausgerechnet jetzt, wo wir gewinnen, nicht mehr? Aber wir können es nicht ändern, es ist jetzt so. Auf der einen Seite bin ich immer noch total glücklich, dass wir mal wieder ein Spiel gewonnen haben und wieder etwas positive Energie herrscht. Auf der anderen Seite wird es jetzt natürlich unglaublich schwer.

Die Lage ist klar: Bei einer Niederlage in München und einem Punktgewinn von Stuttgart zeitgleich in Berlin ist 96 abgestiegen. Was macht Hoffnung?

Was soll ich Ihnen dazu jetzt sagen? Sollen wir hinfahren und uns ergeben? Das werden wir nicht machen. Du musst dran glauben. An Nürnberg sieht man, dass man auch gegen die Bayern etwas holen kann. Wir müssen uns reinschmeißen und versuchen, das Beste dabei rauszuholen. Wir haben noch die Chance, und wir werden daran arbeiten, diese zu nutzen.

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Sie können nicht helfen, sind gesperrt. Fahren Sie dennoch mit?

Das weiß ich noch nicht. Das bespreche ich noch mal mit dem Trainer. Aber ich werde versuchen, so viel es geht zu helfen bis zum Spiel, damit die Jungs mit einem guten Gefühl nach München reisen.

Der Sieg gegen Mainz kam wahrscheinlich zu spät. Wie verärgert sind Sie, die wochenlangen Patzer der Konkurrenz nicht genutzt zu haben?

Ich bin sehr geknickt, dass es uns nicht eher gelungen ist, ein Spiel zu gewinnen. Mit diesem Gefühl dann in der Kabine zu sitzen und völlig fertig zu sein, aber endlich mal drei Punkte geholt zu haben, das sind schon besondere Momente. Da ist wirklich etwas zusammengewachsen bei uns. Wenn das jetzt vielleicht zu spät ist, ist das total schade.

Wäre ein Abstieg mit aktuell nur vier Siegen aber nicht mehr als verdient?

Ja, weil wir dann nicht genug Punkte geholt haben, um ein weiteres Jahr in der Bundesliga zu bleiben. Und dann ist es irgendwo auch verdient, dass man absteigt. Das ist ganz klar. Wir haben viele Spiele unnötig verloren, die wir hätten gewinnen können. Aber wenn du zu wenig Punkte holst, dann bleibst du zu Recht nicht weiter in der 1. Liga.

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Linton Maina: Darf bleiben: 94,8 Prozent; soll gehen: 5,2 Prozent. ©
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Nach dem Mainz-Spiel hing in der Kurve ein Plakat: Baka als Steuermann – alles für den Neuanfang. Wie haben Sie das wahrgenommen?

Natürlich war das ein emotionaler Moment für mich, ich habe damit auch nicht gerechnet. Das ist schon eine Wertschätzung, und ich habe mich riesig gefreut, dass die Fans das so sehen. Wir spielen für sie, und wenn die Zuschauer es dann so sehen, dann ist das der größte Dank, den man einem Spieler geben kann.

Die Fans wollen Sie behalten, wie sieht es mit dem Verein aus? Ihr Vertrag läuft aus, wie laufen die Gespräche?

Es wurde in den letzten Wochen viel geschrieben, das habe ich mitbekommen. Momentan ist es aber sehr ruhig. Der Verein hat aktuell viele Entscheidungen zu treffen. Das toleriere ich. Man wird die nächsten Wochen sehen, was passiert – das kann in alle Richtungen gehen. Der Verein weiß, dass ich gern bleiben würde, aber es muss natürlich alles passen. Ich werde mir da auch noch ein bisschen Bedenkzeit lassen.

Es war mal wieder eine unruhige Spielzeit bei 96. Trainer und Manager wurden gefeuert, der Präsident hat die Mannschaft zerlegt. Dass solche Vorgänge spurlos an den Profis vorbeigehen, ist schwer zu glauben.

Das belastet eine Mannschaft und ist natürlich nicht einfach. Das kannst du gar nicht wegreden. Wenn jede Woche etwas Neues in der Zeitung steht, dann kannst du das nicht immer alles von einer Mannschaft weghalten. Es war eine total schwierige Saison. Schon die letzte Spielzeit mit dem Stimmungsboykott war nicht einfach, aber diese Saison, in der sich so einiges auf Nebenschauplätzen abgespielt hat, ist hart. Auch deswegen sieht es jetzt so aus, wie es aussieht. Das darf und wird aber dennoch nie ein Alibi für uns als Mannschaft sein.

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