17. Februar 2017 / 15:16 Uhr

Interview: "Marketing soll nicht im Vordergrund stehen"

Interview: "Marketing soll nicht im Vordergrund stehen"

Stefan Freye
Weser-Kurier
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Werden künftig mit dem Namenssponsor auf dem Ärmel auflaufen: die Fußballer der Bremen-Liga (hier Brinkumer SV und FC Oberneuland). © Björn Hake
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Bremen Liga-Namenssponsor Olaf Stark über seine Motivation, Erwartungen und die Perspektiven seines Engagements

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Am Montag haben Sie mit dem Bremer Fußball-Verband die Vereine über die Pläne zur Stark-Bremen-Liga informiert, am Dienstag folgte die Vertragsunterzeichnung. Sind Sie erleichtert, dass es so schnell und reibungslos über die Bühne ging?

Olaf Stark: Ich bin immer froh, wenn etwas wie vorgesehen klappt, insofern bin ich auch erleichtert. Nachdem wir gesehen haben, dass es positiv aufgenommen wurde, haben wir den Vertrag unterzeichnet.

Die Frage drängte sich auf. 2015 wollten Sie sich in der Kreisliga Delmenhorst/Oldenburg-Land engagieren, aber damals hatten die Vereine massive Bedenken, das Vorhaben scheiterte und gipfelte darin, dass sie den Liga-Verantwortlichen Hartmut Heinen wegen Verleumdung angezeigt haben.

Wir hatten etwas vereinbart, und dann gab es Gegenwind von den Vereinen. Also kam es nicht zum Abschluss. Mit dem Ergebnis, dass Herr Heinen von allen Ämtern zurückgetreten ist und ich nichts weiter unternommen habe. Daraufhin ist der Bremer Fußball-Verband an mich herangetreten und hat gesagt: Wenn die nicht wollen, machen wir es.

Und dann kam es kurze Zeit später zum ersten Versuch in Bremen. Damals wollten die Vereine aber auch nicht, oder?

Die Vereine wollten schon. Aber wir hätten die Liga Stark-Gebäudereinigungs-Bremen-Liga nennen müssen, und die Vereine sollten die Ärmelwerbung tragen. Das ist nun freiwillig.

Sie konnten die Vereine nun überzeugen, weil die Werbung freiwillig ist und zusätzlich honoriert wird. Zudem haben Sie deutlich mehr geboten. Täuscht der Eindruck, dass Sie dieses Liga-Sponsoring unbedingt wollen?

Ich will es und der Verband auch. Schon seitdem es damals im Landkreis nicht geklappt hat. Es waren immer faire Verhandlungen, der BFV ist in diesem Bereich professionell und zukunftsorientiert geführt. Genauso wie wir.

Sie werden jährlich nun wohl mindestens 30 000 Euro in den neuen Liga-Namen investieren. Rechnet sich das tatsächlich?

Sie können Werbung nicht messen, bevor sie angefangen haben. Der Bekanntheitsgrad wird sicher höher, aber auf der an­deren Seite ist es ja auch eine soziale Arbeit. Die Vereine freuen sich über das Geld, das ist eines unserer vielen sozialen Projekte.

Das aber auch eine ausgeprägte Werbefunktion für Ihr Unternehmen entfalten soll. Was Ihnen diese Form des Marketings am Ende bringt, lässt sich noch nicht absehen?

Das kann keiner sagen. Ich hoffe nur, dass es nicht ins Negative ausschlägt. Der Marketingeffekt ist zwar da, sollte aber nicht im Vordergrund stehen. Dann könnte ich auch einen Hubschrauber über Bremen fliegen lassen. Wir verbinden mehrere Aspekte mit diesem Engagement. Uns ist zum Beispiel auch wichtig, neue Mitarbeiter zu finden.

Bei Menschen, die auf Tradition setzen und die Kommerzialisierung des Sports kritisieren, dürften Sie es schwer haben. Können Sie deren Bedenken nachvollziehen?

Es wird solche Menschen immer geben. Nur wer etwas macht, kann auch dafür kritisiert werden, und wenn zehn Leute sagen: Das finde ich toll, gibt es auch immer ein, zwei Leute, die sagen: Das hätte ich aber anders gemacht. Wir machen nun etwas für alle Vereine und nicht nur für einen. Das ist meines Erachtens besser, als sich nur auf einen Verein zu konzentrieren.

Was Sie beim TSV Ippener aber auch tun.

Mein Bruder wohnt dort, und deshalb bin ich vor Jahren dorthin gewechselt. Als ich kam, hatten die gar nichts, ein Dorfklub. Deshalb habe ich geholfen, das hat sich herumgesprochen, und so kamen immer bessere Spieler. Jetzt spielen wir in der Kreisliga. Aber nicht mehr mit mir, ich bin jetzt 49 Jahre alt und habe vor drei Jahren in der 1. Herren aufgehört.

Die Vereine haben die Nachricht von Ihrem Sponsoring offenbar gut aufgenommen. Welches Feedback haben Sie außerhalb der Veranstaltung am Montag erhalten?

Ein sehr Gutes. Es gab nicht ein negatives Wort.

Das muss aber nicht so bleiben. Wäre es eine Option, den auf drei Jahre angelegten Vertrag vorzeitig zu kündigen, wenn sich der gewünschte Effekt nicht einstellt? Oder wenn die Vereine ihren Verpflichtungen nicht nachkommen?

Nein. Wenn wir etwas starten, dann langfristig. Wir werden nach drei Jahren sehen, was passiert ist, und über die Option für drei weitere Jahre sprechen. Das Projekt ist schon auf sechs Jahre ausgelegt. Der Bremer Fußball-Verband hat ja gerade nach einem Partner gesucht, der das langfristig leisten kann. Und wenn sich die Vereine nicht daran halten, wird es sicher keine Sanktionen geben. Dann wird der Verband mit diesen Vereinen sprechen. Aber wir sind euphorisch und gehen davon aus, dass es klappt.

Kämen in diesem Fall weitere Bremer Ligen für Sie infrage?

(überlegt) Nein. Ich würde dann, weil die Pionierarbeit gemacht wurde, eher andere Sachen anstreben. Vielleicht ist 2020 ja etwas ganz anderes interessant. Jetzt zu sagen, ich kaufe noch die Landesliga, Bezirksliga und Kreisliga, würde nichts bringen. Ich muss einen Namen zuordnen können. Wenn dann einer sagt: Ich spiele in der Stark-Liga, weiß doch keiner mehr, wo er tatsächlich antritt.

Sie gehen also davon aus, dass aus der Bremen-Liga eines Tages die Stark-Liga wird?

Nein. Aber ich hoffe, dass man den Zusammenhang oft erwähnt. Ich gehe aber davon aus, dass es schwer wird. Die ÖVB-Arena ist für viele Leute ja immer noch die Stadthalle. Andererseits hat sich die Bremen-Liga in dieser Form auch noch nicht so etabliert – deshalb würde es mich freuen, wenn der neue Name so oft wie möglich fällt.

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