13. Juli 2019 / 06:00 Uhr

McLaren-Teamchef Andreas Seidl über die Formel 1: "Es müssen Reglementänderungen kommen"

McLaren-Teamchef Andreas Seidl über die Formel 1: "Es müssen Reglementänderungen kommen"

Karin Sturm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Andreas Seidl in der McLaren-Garage.
Andreas Seidl in der McLaren-Garage. © imago/HochZwei
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Andreas Seidl ist der neue Teamchef bei McLaren und auf dem Weg, an die großen Erfolge vergangener Zeiten anzuknüpfen. Im SPORTBUZZER-Interview spricht er über die Arbeit in der Formel 1, nötige Reglementänderungen und sein Team, das sich gerade im Aufwind befindet.

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Er kennt die Formel 1 seit seinen Zeiten bei Williams, er führte später Porsche zu drei LeMans-Sie­gen und zu WM-Titeln in der WEC – jetzt ist Andreas Seidl zurück in der Königsklasse: Seit Anfang Mai steht der 43-Jährige als Teamchef an der Spitze des Traditionsteams McLaren. Jenem Team, das bereits ganze Epochen in der Formel 1 prägte, speziell Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre mit Ayrton Senna und Alain Prost, dann auch Ende der 90er mit Mika Häkkinen – den letzten WM-Titel für McLaren holte 2008 Lewis Hamilton.

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Nach einer langen Krise ist McLaren nun plötzlich das Team der Stunde: „Best of the Rest“ hinter den großen drei Mercedes, Ferrari und Red Bull in den letzten beiden Rennen, auch in der Konstrukteurs-WM auf Rang vier. Vor dem „Heimrennen“ am Sonntag in Silverstone (15.10 Uhr, RTL und Sky) spricht Seidl über den Aufschwung.

SPORTBUZZER: Ein Deutscher an der Spitze eines britischen Teams: Kann das mit den Mentalitätsunterschieden klappen?

Andreas Seidl (43): Das ist gar kein großes Thema. Alle großen Motorsportorganisationen sind heute sehr international aufgestellt, da gibt es gar keine so großen Unterschiede. Ich bin in der Williams-Garage groß geworden, habe dort meine Motorsporterziehung genossen, die Einstellung, die da herrscht, „geht nicht, gibt’s nicht“, hat mir sehr gefallen. Dieses Motto gilt auch heute noch für mich.

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Von Porsche in der WEC wieder in die Formel 1 – steigt da der Druck noch einmal?

Die Formel 1 ist eine einzigartige Plattform, diese Fokussierung auf jedes Detail, die permanente öffentliche Beobachtung. Die Budgets sind noch einmal höher als überall anders. Aber wenn man mit Porsche nach Le Mans geht und dort um den Gesamtsieg fährt, ist der Druck auch nicht kleiner. Denn man hat nur eine Chance im Jahr – hier hat man zumindest 21. Die Prinzipien, um Erfolg zu haben, sind die gleichen.

Wegen "Schumi": McLaren früher der große Gegner

War McLaren für Sie ein Traumteam, eines, das sie vielleicht als Kind schon bewundert haben?

Ich bin an sich ein Michael-Schumacher-Kind, erst mit ihm habe ich angefangen, ernsthaft Formel 1 zu schauen. Insofern war McLaren dann für mich Ende der 90er-Jahre immer der große Gegner von Schumacher, aber gerade deshalb hatte ich immer großen Respekt davor, was McLaren geleistet hat. McLaren hat immer gewisse Standards gesetzt, sei es in Sachen technische Expertise, aber auch im Auftreten.

Die ersten Schritte bei McLaren scheinen gemacht worden zu sein. Wie sieht der mittelfristige Plan für den Weg zurück ganz nach vorn aus?

Wichtige Richtungsänderungen sind schon letztes Jahr angestoßen worden. Das Auto ist besser, es herrscht eine positive Stimmung im Team. Für mich ist es wichtig, mir die Zeit zu nehmen, Details in der Organisation genau anzuschauen – zusammen mit unserem Technikchef James Key –, dann Stärken und Schwächen herauszuarbeiten, und die Defizite anzugehen. Wichtig war zum Beispiel die Entscheidung, einen neuen Windkanal zu bauen. Das ist ein deutliches Zeichen der Teambesitzer, dass man es ernst meint mit der Rückkehr an die Spitze. Wir müssen uns als Team Schritt für Schritt verbessern, denn es ist klar, dass wir mit dem momentanen Abstand von fast 1,5 Sekunden zur Spitze unser Potenzial, das jetzt schon vorhanden ist, nicht ausschöpfen. Obwohl wir Topleute haben.

"Budgetobergrenze muss Realität werden"

Was muss sich in der Formel 1 generell ändern, damit Teams wie McLaren wieder eine Chance haben?

Es müssen Reglementänderungen kommen, gerade auf der finanziellen Seite. Die Budgetobergrenze, die für 2021 im Plan ist, muss Realität werden. Das ist die einzige Chance, wieder auf einigermaßen gleiche Bedingungen mit den großen drei zu kommen und auch nachhaltig wieder wettbewerbsfähig zu sein.

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