19. April 2021 / 14:46 Uhr

Interview mit Göttingens Headcoach Goran Lojo: „Ich möchte bleiben“

Interview mit Göttingens Headcoach Goran Lojo: „Ich möchte bleiben“

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Immer engagiert an der Seitenlinie: Headcoach Goran Lojo gestikuliert.
Immer engagiert an der Seitenlinie: Headcoach Goran Lojo gestikuliert. © Swen Pförtner
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Platz fünf am Ende der Hauptrunde mit einem positiven Spielverhältnis – die flippo Baskets BG 74 haben eine gute Saison in der Damenbasketball-Bundesliga gespielt. Das findet auch Headcoach Goran Lojo, der sich im Sportbuzzer-Interview äußert.

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Eine Saison ohne Zuschauer in der Halle liegt hinter den Bundesliga-Basketballerinnen der flippo Baskets BG 74. Für Headcoach Goran Lojo war es die zweite Spielzeit an der Seitenlinie der Göttingerinnen, die noch nie so erfolgreich die Hauptrunde beendet haben. Schon früh war klar, dass die Playoffs erreicht waren.

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Tageblatt: Wie zufrieden sind Sie mit der Leistung der Mannschaft in dieser Saison?

Goran Lojo: Ich bin wirklich zufrieden, weil wir zum ersten Mal nach vielen Jahren ein positives Ergebnis von zwölf Siegen und zehn Niederlagen hatten und in der regulären Saison den fünften Platz belegt haben. Es kann natürlich immer besser sein, aber wir haben uns in jeder Saison verbessert.

Inwieweit hat die Corona-Pandemie Ihre Arbeit mit dem Team eingeschränkt?

Es war eine sehr seltsame Saison mit all den regelmäßigen Tests. Natürlich hatten wir Angst, uns zu infizieren. Aber zumindest können wir alle als Team glücklich sein, weil wir die gesamte Zeit über gesund geblieben sind, trainieren und spielen konnten. Ich hoffe, dass sich diese Situation mit Corona bald ändert und dass wir eine relativ normale nächste Saison haben werden.

Was waren die Höhen und Tiefen aus Ihrer Sicht?

Wir hatten einige großartige Spiele wie die beiden Auswärtssiege in Herne im Pokal und in der Meisterschaft, dann ein paar großartige Siege hier in Göttingen – wie die Spiele gegen Hannover, Nördlingen und Osnabrück .… Leid tun mir einige ärgerliche Niederlagen in der frühen Phase der Saison, wie beispielsweise in Heidelberg und das seltsame Spiel in Osnabrück, als wir mit einem Punkt verloren haben. Es tut mir auch leid, dass wir im Viertelfinale der Playoffs nicht das dritte, entscheidende Spiel gespielt haben. Aber ich denke, dass das Team nach der Niederlage mit einem Punkt Differenz in Marburg im Heimspiel dann nicht mental zurückgekehrt ist. Das hat die Situation in diesen Viertelfinal-Spielen entschieden.

Hat sich das Team so entwickelt, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Zum großen Teil ja. Aber wie ich immer gerne sage: Wir können noch mehr tun und haben immer noch genug Möglichkeiten, um uns in allen Segmenten zu verbessern.

Gibt es Spielerinnen, die Sie in dieser Saison überrascht haben?

Ich würde unsere Kapitänin Jenny Crowder erwähnen. Aber ich würde nicht sagen, dass sie mich überrascht hat. Ich habe immer an ihre Qualitäten und Fähigkeiten geglaubt und ich bin wirklich froh, dass sie eine so großartige Saison hatte. Meiner Meinung nach ist sie definitiv eine der besten oder vielleicht sogar die beste deutsche Spielerin auf der Point-Guard-Position.

Gibt es Spielerinnen, die bereits für die kommende Saison bestätigt haben? Haben Sie bereits Gespräche geführt?

Die Saison ist erst seit ein paar Tagen zu Ende. Wir haben aber bereits Gespräche mit Spielerinnen geführt und geplant. Ich hoffe, dass einige von ihnen bald ihre Zusage geben.

Haben die ausländischen Spielerinnen Göttingen schon verlassen?

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Die meisten von ihnen sind bereits abgereist.

Haben die jüngeren Spielerinnen im Kader in Zukunft größere Chancen auf mehr Spielzeit?

Ich hoffe wirklich, dass sie mehr Einsatzzeit bekommen. Aber es ist kein einfacher Prozess, eine Jugendspielerin in die Form zu bringen, auf hohem Wettbewerbsniveau eine große Rolle zu spielen, wie es die erste Bundesliga ist. Es sollte durch ein Jugendprogramm geschehen, mehr Mädchen sollten in den Übungsprozess einbezogen werden. Dazu kam, dass die Nachwuchsspielerinnen in dieser Saison aufgrund von Corona nicht einmal normales Training und Wettkämpfe in ihren Altersklassen absolvieren konnten. Spielerinnen wie die Oevermann-Schwestern haben definitiv das Potenzial, sich weiter zu verbessern und in Zukunft eine größere Rolle in der Bundesliga-Mannschaft zu spielen.

In diesem Sommer gibt es die Europameisterschaften. Sie sind als Headcoach für Ihr Heimatland dabei. Freuen Sie sich auf dieses Turnier?

Es ist ein großartiges Ergebnis, dass wir uns nach 22 Jahren endlich wieder für die Europameisterschaft qualifiziert haben – vor allem für ein kleines Land wie Bosnien und Herzegowina. Wir werden versuchen, unser Bestes zu geben und uns so gut wie möglich auf die bevorstehende Europameisterschaft vorbereiten. Ich freue mich sehr darauf.

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Wie sieht Ihre Zukunft aus? Bleiben Sie als Trainer für die nächste Saison in Göttingen?

Das Management möchte, dass ich bleibe. Ich möchte auch bleiben. Wir müssen nur noch die Details absprechen.

Sie sind mit Ihrer Familie in Göttingen. Mögen Sie und Ihre Familie die Stadt?

Wir leben schon seit fast zwei Jahren hier. Meine Kinder gehen hier in Göttingen zur Schule seit wir hierher gezogen sind. Wir alle lieben Göttingen wirklich, es ist eine wunderschöne Stadt und ich kann sagen, dass wir uns hier wie zu Hause fühlen.