11. August 2021 / 10:55 Uhr

OSV-Coach Ortega über die neue Saison: "Wir sind die Letzten in der Nahrungskette"

OSV-Coach Ortega über die neue Saison: "Wir sind die Letzten in der Nahrungskette"

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
OSV-Trainer Emilio Ortega befürchtet, dass auch die bald beginnende Saison von Corona geprägt werden wird.
OSV-Trainer Emilio Ortega befürchtet, dass auch die bald beginnende Saison von Corona geprägt werden wird. © Florian Petrow
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Am Freitag beginnt die Saison 2021/22 auch im "kleinen Fußball". Mit welchen Erwartungen gehen die Amateure nach zwei coronabedingten Abbrüchen in Folge in die Spielzeit? Ist die Verletzungsgefahr so groß wie nie? Der SPORTBUZZER hat stellvertretend mit OSV-Trainer Emilio Ortega gesprochen.

Hand aufs Herz: Freuen Sie sich auf die Fußballsaison?

Die Vorfreude ist extrem groß, bei allen Beteiligten. Dadurch, dass wir extrem lange abstinent waren von unserem geliebten Hobby. Es kribbelt richtig.

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Wie haben Sie die beiden, letztlich abgebrochenen Corona-Spielzeiten erlebt?

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Wenn man das alles irgendwie zusammenfassen will, war es schon sehr lästig. Klar war es der Sache geschuldet, weil Corona kein Spaß ist. Sicherlich hätte man die beiden Saisons unter gewissen Voraussetzungen irgendwie aufrechterhalten können, aber immer mit der Gefahr, selbst Corona zu bekommen, beziehungsweise es an Menschen weiterzugeben, die damit eventuell nicht so einfach umgehen können wie wir jungen Leute. Und wir als Amateurfußballer sind die Letzten in der Nahrungskette, die irgendwelche An­sprü­che stellen sollten. Die Ge­sund­heit steht über allem. Von da­her haben wir es dann irgendwann genommen. wie es war. Und für OSV-Zeiten war es tatsächlich auch ein bisschen langweilig.

Das müssen Sie erklären.

Wir hatten dieses Jahr viele Anfragen, die hätten wir vor drei, vier, fünf Jahren alle mit Kusshand genommen. Aber mittlerweile haben wir uns auch einen gewissen Ruf erarbeitet. Wir ernten jetzt die Früchte unserer Arbeit, zehn von insgesamt 25 Spielern kommen aus der eigenen Jugend. Und die Jungs haben alle die OSV-DNA.


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Wie viele Ihrer Spieler sind doppelt geimpft?

Diese Frage habe ich mir letztens auch gestellt. Wir sind bei 19 ge­impf­ten Spielern. Die Hälfte haben wir schon, das Trainer- und Betreuerteam ist durchgeimpft. Aber wir haben jetzt von niemandem verlangt, dass er sich impfen lassen soll. Das ist jedem selbst überlassen. Wenn jemand meint, dass er das nicht möchte, dann ist das so. Diese Verantwortung muss er für sich tragen.

War der OSV einmal selbst betroffen?

Wir hatten einen Spieler, der hat sich Ende letzten Jahres infiziert, war zwischen Weihnachten und Silvester in Quarantäne.

Gibt es ein Feierverbot für Ihre Spieler?

Ich heiße die Feierei nicht gut, aber ich kann sie meinen Jungs auch nicht verbieten. Das sind alle junge Bengels. Und am Ende des Tages müssen sie für sich selbst die Entscheidung treffen.

Rechnen Sie mit einer dritten durch die Pandemie beeinträchtigten Saison?

Ja, definitiv. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Amateursport im Spätherbst wieder in den sauren Apfel beißen muss.

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Ist die Verletzungsgefahr nach der langen Pause höher?

Ich denke schon. Die Spieler haben jetzt zehn, elf Monate lang keine maximale Belastung gehabt, das kannst du in sechs bis acht Wochen nicht aufholen. Ohne Rhythmus wird es zwangsläufig zu Verletzungen kommen.

Drei Tage vor dem Saisonstart unterhält man sich am wenigsten über den Saisonstart ...

Leider. Aber Corona ist leider allgegenwärtig. Fälle wie in Ramlingen, beim HSC oder bei Arminia werden nicht ausbleiben, das Thema wird uns jede Woche begleiten.

Was rechnen Sie sich am Freitag zum Landesliga-Auftakt beim Heeßeler SV aus?

Wir haben beim 3:3 beim Porta-Pokal vor zwei Wochen gegen Heeßel eine Halbzeit gespielt, die unter aller Sau war. Wir wissen um ihre Stärken und um ihre Schwächen und gehen auf drei Punkte, wollen am Ende ohne Frage in die Aufstiegsrunde.

Haben Sie sich schon eine Ansprache überlegt?

Ich werde an die Worte erinnern, die ich bei unserem ersten Testspiel zum Besten gegeben habe: Geht raus, macht das, was ihr am besten könnt. Setzt das um, was wir lange schweißtreibend trainiert haben und am Ende des Tages: Jungs, habt Spaß, genießt es.