30. März 2020 / 18:36 Uhr

Tim Kleindienst über seine Vorliebe für Schildkröten, Frank Schmidt und Energie Cottbus

Tim Kleindienst über seine Vorliebe für Schildkröten, Frank Schmidt und Energie Cottbus

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Tim Kleindienst, der einst bei Viktoria Jüterbog begann, konnte in dieser Saison bereits zwölf Zweitligatreffer für Heidenheim bejubeln. 
Tim Kleindienst, der einst bei Viktoria Jüterbog begann, konnte in dieser Saison bereits zwölf Zweitligatreffer für Heidenheim bejubeln.  © Imago
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Kreis Dahme/Fläming: Der Angreifer, der bei Viktoria Jüterbog das Fußballspielen erlernte und über Energie Cottbus in den Profifußball kam, steht im SPORTBUZZER-Interview Rede und Antwort.

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Als Tim Kleindienst (24) für das Interview zurückruft, arbeitet der gebürtige Jüterboger gerade mit seiner Freundin an der Bepflanzung des Balkons. „Heute spielt das Wetter mit. Wir haben auch schon das Terrarium unserer vier griechischen Landschildkröten sauber gemacht“, erzählt der Angreifer des Fußball-Zweitligisten 1.  FC Heidenheim.

Wie kam es denn zu Ihrer Vorliebe für Schildkröten?
Tim Kleindienst: Wir haben sie noch nicht so lange, aber sie sind unsere Lieblingstiere. Als wir auf den Seychellen im Urlaub waren, haben wir auch Riesenschildkröten gesehen, die haben es uns noch mehr angetan. Unsere sind natürlich viel kleiner.

Was fasziniert Sie an Schildkröten?
Das ganze Wesen, wie sie sich bewegen, was sie tun, dass sie so alt werden. Man beobachtet sie einfach gerne. Sie haben auch eine beruhigende Wirkung, man kommt ein bisschen runter, wenn man ihnen zuschaut.

Aktuell pausiert der Fußball in ganz Deutschland, ist das nicht ein bisschen zu viel Ruhe?
Wir sind noch sehr gut versorgt mit Trainingsplänen. Das Training ist nicht ganz ohne und haut rein. Wir haben auch Doppel-Einheiten, die auch zu den Zeiten stattfinden, wie das Mannschaftstraining. Aber natürlich ist der ganze Ablauf ein anderer, da fehlt schon was.

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Was machen Sie mit der vielen Zeit?
Zum Glück haben wir in Baden-Württemberg keine komplette Ausgangssperre, so dass wir noch rausgehen und spazieren können. Natürlich spiele ich online auch mal Playstation mit Kumpels oder schaue Fernsehen. Und ich arbeite an meinem Ernährungsberatung-Fernstudium.

Warum interessiert Sie das Thema?
Als Leistungssportler spielt das Thema eh schon eine sehr große Rolle. Als ich noch in Cottbus gespielt habe, habe ich mich schon dafür interessiert, aber noch nicht studiert, das habe ich dann erst in Freiburg angefangen.

Hat es Ihnen auch im Alltag schon etwas gebracht?
Auf jeden Fall. Ich bin inzwischen nur noch ganz, ganz selten krank. Und wenn es mich erwischt, dann nur kurz. In den vergangenen drei, vier Jahren hat es mich nur einmal komplett weggehauen, ansonsten war ich immer gesund.

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Dann gehen Sie also eher selten essen und kochen viel selbst?
Wir kochen eigentlich fast jeden Tag selbst. Und wenn man es zu zweit macht, dann macht es eh noch mehr Spaß.

Haben Sie eine spezielle Vorliebe?
Seit dem 1. Januar probieren wir, uns vegetarisch zu ernähren, rein interessenhalber, aber natürlich auch, um die Tiere zu schützen. Ich habe schon vorher darauf geachtet, dass ich nur gutes Fleisch kaufe. Aber im Moment fehlt mir ohne das Fleisch nicht viel. Und die Leistung stimmt auch, sie ist sogar vielleicht noch etwas besser als vorher.

Seit Januar haben Sie fünf Tore bei sechs Einsätzen geschossen, insgesamt stehen sie bereits bei zwölf Ligatreffern und sechs Vorlagen. Erleben Sie gerade die beste Phase ihrer Karriere?
Auf jeden Fall. Als ich in der Saison 2016/17 schon einmal bei Heidenheim war, lief es ja schon gut, wenn auch nicht so gut wie jetzt. Aber ich habe damals schon eine andere Vertrauensbasis gespürt. Ich durfte mir hier auch mal ein schlechtes Spiel leisten, in Freiburg war das anders. Wenn man da einmal nicht gut gespielt hat, war man raus. Hier gehe ich jetzt nicht mehr in ein Spiel und denke: Oh Mist, wenn ich einen Fehler mache, dann bin ich wieder raus aus der Mannschaft. Es gab viel mehr Druck, man spielt natürlich auch eine Klasse höher. Aber man konnte sich eben nichts erlauben und es dann wiedergutmachen, ich hatte mehr negative als positive Erlebnisse.

Also hängt ihr Formhoch auch sehr an Trainer Frank Schmidt?
Wir sind viel im Austausch. Er hat mich in Freiburg kontaktiert und gesagt, dass er mich gerne zurückholen will. Das ist natürlich schön, so ein Vertrauen zu spüren. Ich würde unser Verhältnis schon als sehr gut bezeichnen, aber trotzdem auch mit dem nötigen Abstand, schließlich ist er mein Chef.

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Er ist seit fast 13 Jahren Trainer in Heidenheim und genießt auch deutschlandweit hohes Ansehen, was zeichnet ihn aus?
Er ist auf jeden Fall ein Typ, total fußballbesessen. Für ihn ist es wahrscheinlich noch viel ungewohnter als für uns Spieler, dass er nicht am Trainingsgelände sein kann, da war er eigentlich rund um die Uhr. Wie er mit den Menschen umgeht, ist einfach super. Er versucht, nie jemanden außen vor zu lassen, auch wenn jemand länger nicht spielt. Er versucht das Konzept Mannschaft voll rüberzubringen, das vermittelt er überragend.

Einen ähnlichen Kultstatus hat Marc Schnatterer in Heidenheim.
Er ist total entspannt, er präsentiert sich nicht in der Stadt und sagt: Ich bin der Allergrößte. Er ist total bodenständig, entspannt und nett. Und aus sportlicher Sicht steht er eh für sich. Er spielt schon ewig hier und wenn man so lange für einen Verein spielt, dann hat man sich diesen Status auch verdient.

Wie verfolgen Sie die Lage bei Energie Cottbus?
Ich kenne noch ein paar Spieler von damals. Leider überwiegt gerade das Negative. Es ist natürlich nicht schön anzusehen, wenn der Ex-Verein in der Regionalliga spielt. Ich hoffe, sie kommen da bald wieder raus.