22. April 2020 / 13:30 Uhr

"Nur Medizinball in der Hand": Fabian Böhm zum Abbruch und der eigenen Lage

"Nur Medizinball in der Hand": Fabian Böhm zum Abbruch und der eigenen Lage

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fabian Böhm von den Recken hat seit Mitte Mai keinen Handball mehr in der Hand gehabt.
Fabian Böhm von den Recken hat seit Mitte Mai keinen Handball mehr in der Hand gehabt. © imago images/Christian Schroedter
Anzeige

Der Abbruch der Saison hat Fabian Böhm natürlich nicht mehr überrascht. Im Interview mit dem SPORTBUZZER spricht der deutsche Nationalspieler der TSV Hannover-Burgdorf über diese Entscheidung, mögliche Geisterspiele und wie er persönlich die schwierige Phase überbrückt.

Anzeige

Herr Böhm, wie fühlen Sie sich nach der Entscheidung zum Saisonabbruch?

Anzeige

Natürlich bin ich als Sportler etwas traurig, ich hätte mit den Recken gern die Saison vernünftig zu Ende gebracht. Es gab aber wohl keine andere Möglichkeit wegen der Pandemie, und dieser Schritt hat sich in den vergangenen Wochen angedeutet. Somit kam das jetzt nicht so überraschend.

Hätte es eine Alternative gegeben, wie Geisterspiele?

Es wäre schon seltsam gewesen, so ganz ohne Zuschauer. Aber natürlich hätten wir auch das gemacht, um dem Verein zu helfen. Wir spüren ja auch die schwierige Lage.

Mehr Berichte aus der Region

Wie haben Sie die Zeit vom Beginn der Pause Mitte März bis heute überbrückt?

In den ersten Tagen habe ich gar nicht an Sport gedacht. Jetzt jogge ich und mache zu Hause, so weit es geht, Athletiktraining. Timo Kastening und ich dürfen als Olympiakader ja auch im Sportleistungszentrum trainieren. Einen Handball habe ich in der Tat seit Mitte März nicht mehr in der Hand ge­habt, nur mal einen Medizinball.

Ich habe mir viel Zeit für meine Frau und meine beiden Kinder genommen. Wir waren viel spazieren und haben in der Eilenriede neue Wege entdeckt. Meine Tochter ist jetzt sieben Monate alt, da war das so wie eine vorgezogene Elternzeit.

Die schönsten Bilder der Recken in der Saison 2019/20

Kreative Recken-Fans in der Festung! Zur Galerie
Kreative Recken-Fans in der Festung! ©

Markiert die Covid-19-Pandemie auch für Sie eine Zäsur?

Natürlich. Wir wurden als Handballprofis ja aus dem vollen Programm auf null gesetzt. Uns wurde die Bühne genommen, auf der wir unseren Beruf ausgeübt haben. Und niemand weiß, wie lange dieser Zustand noch anhält. Aber Gott sei Dank bin ich gesund, auch meiner Familie geht es gut. Das ist wichtig.

Wann rechnen Sie mit einem Neustart?

Ich kann ja nur vom gegenwärtigen Zeitrahmen ausgehen, das heißt, dass Großveranstaltungen frühestens ab September erlaubt sind und dass wir dann auch wieder Handball spielen dürfen. Ich versuche mich so gut wie möglich auf diesen Termin vorzubereiten.