27. Juli 2021 / 23:42 Uhr

Inzidenz in Wolfsburg über 35: Wackelt jetzt der Saisonstart mit Zuschauern?

Inzidenz in Wolfsburg über 35: Wackelt jetzt der Saisonstart mit Zuschauern?

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vertraut trotz steigender Inzidenz weiter auf 2G: Der VfL Wolfsburg mit Geschäftsführer Michael Meeske.
Vertraut trotz steigender Inzidenz weiter auf 2G: Der VfL Wolfsburg mit Geschäftsführer Michael Meeske. © Boris Baschin/Gero Gerewitz
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Die Inzidenz hat in Wolfsburg den kritischen Wert von 35 überstiegen. Dennoch dürfen die Fans des VfL Wolfsburg weiter Hoffnung haben, beim Liga-Start gegen Bochum in der VW-Arena dabei zu sein.

Eigentlich plant der VfL Wolfsburg, zum Start der Fußball-Bundesliga am 14. August (15.30 Uhr) gegen den VfL Bochum 12.755 Zuschauer in die VW-Arena zu lassen - doch diese Zahl wackelt nun enorm, sogar ein erneuter Fan-Ausschluss ist möglich. Denn in der VW-Stadt liegt der Inzidenzwert seit Dienstag über dem kritischen Wert von 35. Und das bedeutet nach der niedersächsischen Corona-Verordnung eigentlich, dass Sportveranstaltungen gar nicht besucht werden dürfen. Doch VfL-Geschäftsführer Michael Meeske macht den Fans Hoffnung.

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Der Kartenvorverkauf läuft für Dauerkarten-Besitzer und Mitglieder bereits seit Montag, einige Fans haben sich für die Partie gegen Bochum schon Tickets gesichert. "Der Stand der Dinge ist ganz ordentlich. Die Auslastung ist durchaus ansprechend", freut sich auch Meeske. Karten sind noch zu bekommen. Doch ob tatsächlich Zuschauer in die VW-Arena dürfen und ob es dann auch wirklich die angepeilten 12.755 werden, ist offen. "Aufgrund der Corona-Entwicklung und der aktuell gültigen Regelungen ist ein Fragezeichen dahinter, aber ich bleibe optimistisch", so der VfL-Geschäftsführer.

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Die Landesverordnung sieht folgendes vor: Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in drei aufeinanderfolgenden Tagen über 35, dürfen ab dem übernächsten Tag keine Sportveranstaltungen wie Fußballspiele besucht werden. Das heißt, sinkt die Zahl in den nächsten Tagen nicht unter den Schwellenwert, dürften gegen Bochum normalerweise keine Zuschauer in die Arena. Bereits das letzte Testspiel der Vorbereitung am Samstag (18 Uhr) gegen Atletico Madrid könnte davon betroffen sein - eigentlich rechnet der VfL bei der Generalprobe mit 1750 Fans im AOK-Stadion.

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Doch noch gibt es für die VfL-Fans nicht unbedingt Grund zur Sorge. Denn die Politik arbeitet gerade schon mit Hochdruck an einer Anpassung der geltenden Verordnung. Diese könnte den einzelnen Kommunen und deren Gesundheitsämtern mehr Verantwortung übertragen. So könnten diese in Einzelfällen entscheiden, bei welchen Veranstaltungen Zuschauer zugelassen werden und wie viele. Darauf hofft jetzt auch Meeske: "Es wäre sicherlich sinnvoll zu schauen, welchen Einfluss ein Fußballspiel auf das Infektionsgeschehen haben dürfte, um dann gemeinsam mit dem Gesundheitsamt eine situativ angepasste Lösung zu finden." Heißt, die Besucherzahl könnte beispielsweise auf 7500 herabgesetzt werden. Um das beurteilen zu können, wird genau geschaut, wodurch die Inzidenzzahlen in die Höhe gehen und ob der Besuch eines Fußballspiels ein erhöhtes Infektionsgeschehen auslösen könnte.

Einer, der gern gegen Bochum ins Stadion möchte und sich dafür auch schon ein Ticket gesichert hat, ist VfL-Fan Michael Günterberg. Aber auch er weiß, dass die Corona-Pandemie seinen Plan noch über den Haufen werfen kann. "Meine Hoffnung ist gering, dass wirklich über 12.000 Fans in die Arena dürfen." Er freue sich zwar auf einen Besuch, weil es "schöner als vor dem Fernseher" ist, aber seine Vorfreude "hält sich in Grenzen, weil es nicht so ist wie sonst. Es ist nach wie vor die gleiche Situation wie vor einem Jahr, als zwischenzeitlich 6000 Fans zugelassen waren."

Wann letztlich eine Entscheidung fällt, ob und wie viele Fans beim Liga-Start dabei sein dürfen, ist offen. "Es kann durchaus sein, dass eine Entscheidung erst drei, vier Tage vor dem Spiel getroffen werden kann. Wir hoffen es nicht, aber ich denke, mit den drei Sternchen hinter jedem Angebot müssen wir leben", sagt Meeske. Nach welchem Verfahren die Besucher ausgewählt werden, die ins Stadion dürfen, wenn kurzerhand doch weniger als die angedachte Zuschauerzahl vor Ort sein dürfen, das wird ebenfalls noch geklärt. Sollte Günterberg tatsächlich dabei sein dürfen, blende er das Drumherum aus. "Dann konzentriert man sich nur auf das Spiel und versucht, die Mannschaft zu unterstützen."

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