12. Dezember 2020 / 16:20 Uhr

IOC-Präsident Bach über Olympia 2021, Corona-Maßnahmen und seinen Wunsch nach vollen Stadien

IOC-Präsident Bach über Olympia 2021, Corona-Maßnahmen und seinen Wunsch nach vollen Stadien

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
IOC-Präsident Thomas Bach ist mit Blick auf die geplanten Olympischen Spiele im Sommer 2021 zuversichtlich.
IOC-Präsident Thomas Bach ist mit Blick auf die geplanten Olympischen Spiele im Sommer 2021 zuversichtlich. © imago images/Sven Simon
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IOC-Präsident Thomas Bach ist zuversichtlich, dass es im Sommer 2021 im zweiten Anlauf klappt mit den Olympischen Spielen von Tokio. Die Athleten müssen sich jedoch coronabedingt auf einige Einschränkungen einstellen.

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Noch gut sieben Monate bis zur Eröffnungsfeier der auf den Sommer 2021 verschobenen Olympischen Spiele von Tokio. Ein Zeitraum, den das Internationale Olympische Komitee und die japanischen Organisatoren nutzen wollen, um die Metropole in Zeiten der Pandemie olympiatauglich zu machen. Denn Pandemie hin oder her: Die Spiele sollen vom 23. Juli bis 8. August stattfinden. IOC-Präsident Thomas Bach sprach am Samstag in einer Videopressekonferenz vor deutschen Journalisten über seine „große Zuversicht“, was die Austragung von Tokio 2021 betrifft.

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Und bei dieser Zuversicht vertraue er nicht auf sein Bauchgefühl, so der 66 Jahre alte frühere Fecht-Olympiasieger, sie basiere auf Fakten. Die jüngere Vergangenheit habe gezeigt, dass Sport in Zeiten der Pandemie sicher veranstaltet werden könne. Bach verband dies mit einem Lob für die Tokio-Organisatoren: „Wir sehen die sehr sorgfältigen Maßnahmen in Japan.“
Doch wie können Olympische Spiele nach Meinung des weltweit obersten Sportfunktionärs in diesen Zeiten aussehen? Ein Überblick.

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Athleten:

Um den Schutz der Athleten zu gewährleisten, setzt der IOC-Präsident auf eine Kombination aus Impfungen, Corona-Schnelltests und Regelungen zum Social Distancing. Von An- bis Abreise der Sportler werde alles geregelt, kündigte Bach an. Er sprach von „einem riesigen Werkzeugkasten“ an Maßnahmen. Denn: „Impfungen sind nicht das Allheilmittel.“ Zudem bekräftigte Bach, dass es keine Impfpflicht für die Athleten geben werde.

Der aus dem Olympischen Dorf bekannte sorglose Austausch der aus 206 Nationalen Olympischen Komitees stammenden Athleten untereinander dürfte wegen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen schwierig werden. „Die Aufenthaltsdauer im Olympischen Dorf wird beschränkt werden“, kündigte Bach an. „Das ist der Preis, den wir und die Athleten zugunsten der Sicherheit zahlen müssen.“ Er sprach von einem Zeitraum von fünf Tagen, der jedem Athleten garantiert werden könne. Gleichzeitig soll jedem Sportler die Möglichkeit gegeben werden, entweder an der Eröffnungs- oder an der Schlussfeier teilnehmen zu können.

Qualifikationen:

Viel Puffer gibt es nicht mehr bis zur Eröffnungsfeier. Beispiel: Die Qualifikationsturniere im Basketball werden am 4. Juli entschieden – weniger als drei Wochen vor Olympiastart. Es werde „eine große Herausforderung“, alle Qualifikationsturniere über die Bühne zu bringen, so Bach. „Bei Athleten und Trainern wird eine hohe Flexibilität nötig sein“, kündigte der IOC-Boss an. Ziel bleibe es, dass sich die Sportler bei Wettkämpfen qualifizieren. Sei dies nicht möglich, könnten auch Ranglisten herangezogen werden, um die Starterfelder zu bestimmen.

Doping:

Vor allem im ersten Corona-Lockdown im Frühjahr dieses Jahres brachen die globalen Dopingkontrollen aufgrund der geschlossenen Grenzen großflächig ein. Die Angst: Athleten könnten die Freiheit genutzt haben, um ihre Leistung mithilfe illegaler Substanzen zu verbessern. Bach bleibt dennoch optimistisch, dass Tokio 2021 nicht zu Dopingspielen wird. „Es ist genügend Zeit, in der man noch viel aufholen kann und wird“, sagte er.

Vor allem das Gewichtheben steht in Japan unter besonderer Beobachtung. Aufgrund der Erfahrungen, die in Tokio gemacht würden, könne entschieden werden, ob die Sportart, der die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada ein ausgeklügeltes Dopingsystem vorwirft, eine olympische Zukunft hat. „Es gibt keine Garantie, dass Gewichtheben die Sommerspiele 2024 in Paris erleben wird, wenn nichts Entscheidendes passiert“, sagte Bach.

Zuschauer:

Bach machte aus seiner Hoffnung keinen Hehl. „Jeder Sportfan, jeder Athlet wünscht sich volle Stadien.“ Doch sind volle Ränge in den Wettkampfstätten realistisch? „Höchste Priorität haben die Gesundheit und die Sicherheit aller Beteiligten“, sagte der IOC-Präsident. Gleichwohl sieht er „ermutigende Zeichen“: Baseballspiele hätten in Japan schon wieder vor Tausenden Zuschauern ausgetragen werden können. Bach: „Man testet sich heran.“