09. März 2018 / 18:59 Uhr

Iran-Besuch: Fußballerin des VfL Wolfsburg kritisiert FIFA-Chef Infantino

Iran-Besuch: Fußballerin des VfL Wolfsburg kritisiert FIFA-Chef Infantino

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Caroline Hansen vom VfL Wolfsburg kritisiert FIFA-Präsident Infantino
Caroline Hansen vom VfL Wolfsburg kritisiert FIFA-Präsident Infantino
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Der Boss des Weltverbandes war bei einem Spiel, zu dem Frauen keinen Zutritt haben - Caroline Hansen findet das "völlig unverständlich"

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Caroline Hansen, Fußballerin des VfL Wolfsburg, hat deutliche Kritik an FIFA-Präsident Gianni Infantino  geäußert. Infantino hatte im Iran das Derby zwischen den Männerteams Esteghlal und Persepolis Teheran besucht – ein Spiel, bei dem Frauen der Zutritt zum Stadion verwehrt wurde. Infantinos Verhalten sei „völlig unverständlich“, die Position der FIFA offensichtlich „hoffnungslos“.

Hintergrund: Im Iran ist Frauen der Zutritt zum Stadion verboten. Beim Teheran-Derby wurden jetzt 35 Frauen festgenommen, die versucht hatten, in das Azadi-Stadion zu gelangen. Hansen äußerte sich dazu auf Instagram: „Leider gibt es so viele Frauen, die für ihre Rechte kämpfen, nur weil sie Frauen sind. Bitte, kämpfen Sie weiter – Sie sind alle meine größten Vorbilder.“ Und: „Es ist sehr hoffnungslos, an einem Sport festzuhalten, bei dem unsere Hauptverantwortlichen sich dafür entscheiden, ein Land zu unterstützen, das Frauen unterdrückt, weil sie Frauen sind. Es ist völlig unverständlich, dass er zu einem Spiel geht, zu dem Frauen keinen Zugang haben und dafür ins Gefängnis kommen.“

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Infantino beteuerte später, er glaube an ein schnelles Einlenken was die Stadionverbote angeht. „Ich habe Zusagen erhalten, dass Frauen im Iran demnächst Zutritt zu den Fußballstadien erhalten werden“, sagte er in Zürich. Irans Innenminister Abdulresa Rahmani Fasli hingegen will jedoch am Verbot festhalten: „Wenn etwas verboten ist, dann muss es bei dem Verbot auch bleiben.“  Es habe zwar bei anderen Sportarten wie Basketball einige Erleichterungen gegeben, aber die gelten vorerst nicht für die Fußballspiele der Männer, so der Minister nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim.

Für den einflussreichen Klerus im Land haben islamische Frauen in Fußball-Stadien mit frenetischen männlichen Fans und vulgären Slogans nichts zu suchen. Das Sportministerium hatte eine Familientribüne vorgeschlagen, aber auch der Plan wurde vom Klerus abgelehnt.

Viele junge Frauen jedoch versuchen, als Jungen verkleidet in die Stadien zu kommen. Die 35 Frauen, die beim Derby festgenommen wurden, waren laut Berichten aus Teheran zuvor in sozialen Medien erkannt und dann von der Polizei festgenommen worden. Minister Fasli dementierte die Festnahmen und behauptete, dass die Frauen „lediglich zu einem geeigneten Ort“ gebracht worden seien.

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