21. Oktober 2021 / 07:44 Uhr

Irgendwas ist immer: Warum RB Leipzig bei PSG keine Punkte holen konnte

Irgendwas ist immer: Warum RB Leipzig bei PSG keine Punkte holen konnte

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
PARIS, FRANCE - OCTOBER 19: Christopher Nkunku of RB Leipzig (R) looks dejected after the UEFA Champions League group A match between Paris Saint-Germain and RB Leipzig at Parc des Princes on October 19, 2021 in Paris, France. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)
Trotz guter Leistung ging RB am Ende gegen Paris Saint-Germain leer aus. © 2021 Getty Images/Matthias Hangst/Getty Images
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Für RB reichte eine Klasse-Leistung in Paris nicht zum Sieg. Dabei spielten eigene Fehler und ein Knick in der Schiri-Optik eine große Rolle. Die Leipziger wollen nun nach vorne auf das Spiel gegen Bundesliga-Schlusslicht Greuther Fürth blicken.

Paris. Dienstagabend, Abpfiff im Prinzenparkstadion. PSG – von der Muse, Messi und mehreren Glücksgöttinnen geküsst – gewinnt 3:2 (1:1) gegen RB. Das Ergebnis hat mit dem Spielverlauf nichts zu tun. Die Roten Bullen haben das Superstar-Ensemble und die 48.000 Fans tief beeindruckt. Mit RB-Fußball. Balljagd, Balleroberungen, schnellem Spiel in die Spitze, Top-Chancen, zwei Toren.

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Eine Top-Leistung aus der Kalten. Ein emotionaler Vortrag mit dem Rücken zur kalten Waschbetonwand. War das die Wende zum Guten? Haben Trainerteam und Spieler endlich intus, was sie aneinander haben und wie sie sich gegenseitig beglücken?

DURCHKLICKEN: Einige Bilder vom RB-Gastspiel in Paris

Schade RB Leipzig: Durch zwei Individuelle Fehler unterliegen die Roten Bullen bei Paris St. Germain mit 2:3. Zur Galerie
Schade RB Leipzig: Durch zwei Individuelle Fehler unterliegen die Roten Bullen bei Paris St. Germain mit 2:3. ©

Hoher Besuch: Frankreichs Ex-Premier Nicolas Sarkozy, 66, und sein Sohn werden in der RB-Kabine vorstellig. Sarkozy mag Christopher Nkunku, sagt dem französischen RB-Künstler, dass er sein Lieblingsspieler sei. Nur gucken, Monsieur Sarkozy, nicht anfassen.

Gründe für die Niederlage

Ronaldinho wundert sich: Die VIP-Tribüne ist prominent besetzt. Die einstigen Größen des Weltfußball, Ronaldinho, 41, und Emanuel Petit, 51, fragen sich, weshalb die bockstarken Leipziger trotz bester Saisonleistung leer ausgehen.

Nun, weil Tyler Adams beim Stand von 2:1 für RB ein Malheur passiert, das zum 2:2 führt.

Weil den Roten Bullen wieder mal Fortune fehlt. Glückliche Momente? Ja, im Breisgau, beim SC Freiburg. Ansonsten geht bisher schief, was schief gehen kann, setzt es auch in der Stadt der Liebe unverdiente Hiebe.


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Weil man die Leistung von Schiedsrichter Marco Guida mit einem französischen „problème de vue“ beschreiben kann – veritabler Knick in der Optik.

Weil bei den Parisern Kylian Mbappé kickt, der beste und gerissenste Stürmer der Welt. Und auch ein gewisser Lionel Messi. Dass Leo für einen Verein spielt, der nicht FC Barcelona heißt, ist gewöhnungsbedürftig. Weshalb hat er seinem klammen Herzensclub nicht in Form eines Subbotniks geholfen und für umme weiter bei Barça gespielt? Wo doch eh kein Platz mehr im begehbaren Geldschrank des Argentiniers ist. Mbappé trifft gegen RB einmal, Messi zweimal. Die gute, alte L’Équipe titelt am Tag danach: „Sauve par ses Artists“ – von ihren Artisten gerettet.

Pluspunkte

Auf den Laimer gegangen: Trainer Jesse Marsch bringt eine defensive Mannschaft, die offensiv denkt. Bester unter vielen Guten und Sinnbild der Willensleistung: Konrad Laimer. Der Duracell-Mann macht ohne Ende Meter, ist, wir bemühen den Sportfreund Jürgen Wegmann, giftiger als jede Kobra. Mit „alle für einen, einer für alle“ hievt sich RB auf Augenhöhe.

Angeliños Wiedergeburt: Der kleine Spanier brachte zuletzt kleine Leistungen. In Paris zeigt er, dass er nicht nur schöne Haare hat. Zwei Traum-Vorlagen und einiges mehr. Auffällig gut und effizient spielt auch André Silva. Darf und muss in dieser Form wiederkommen.

Kontra

Die Knackpunkte: Vorm Pariser 1:0 durch Mbappé lässt Messi André Silva über die Klinge springen. Schiri Guida denkt sich, dass nicht sein kann, was nicht sein darf und gibt das Tor. Beim Zweikampf zwischen Mo Simakan und Mbappé deutet er sofort wild auf den Punkt und kann eingedenk der ausladenden Geste froh sein, dass kein Flugzeug zur Landung ansetzt. Messi lupft zum Pariser 3:2 ins Netz. Als sich ein PSG-Profi in Torhüter-Manier in einen Silva-Schuss wirft, erkennt Guida messerscharf: kein strafbares Handspiel.

Mister Marsch sieht ein Wachstumsproblem: „Große Mannschaften bekommen in solchen Situationen eher einen Elfmeter.“ Abwehrchef Willi Orban zum Thema: „Die entscheidende Situation wurde gegen uns gepfiffen.“ Entscheidende Situationen.

Alles anders gegen Fürth

Die Versehrten: Der bärenstarke Lukas Klostermann hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen, muss pausieren. Der Pferdekuss des Amadou Haidara wird beobachtet.

Der Ausblick: Am Sonnabend, 15.30 Uhr, empfangen die Rasenballer den Letzten der Liga, Greuther Fürth. Taktik und Aufstellung werden sich im Vergleich zum Ausflug an die Seine fundamental ändern. Gegen Fürth braucht es vor 24.758 Zuschauern Fußballer, die sich mit engen Räumen auskennen. Irgendwas ist immer.