09. Oktober 2019 / 10:22 Uhr

Ironman-Champion Lange ohne Trainer bei WM auf Hawaii: "Man kann mit arabischem Namen nicht einreisen"

Ironman-Champion Lange ohne Trainer bei WM auf Hawaii: "Man kann mit arabischem Namen nicht einreisen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ironman-Champion Patrick Lange wird bei der WM ohne die Unterstützung seines Trainers Al-Sultan auskommen müssen.
Ironman-Champion Patrick Lange wird bei der WM ohne die Unterstützung seines Trainers Al-Sultan auskommen müssen. © imago images/Ronit Fahl/Montage
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Die deutsche Ironman-Elite versammelt sich für die Weltmeisterschaft auf Hawaii. Mit dabei der Titelverteidiger Patrick Lange, der ohne Trainer Faris Al-Sultan anreisen musste - dieser hatte kein ESTA-Visum erhalten. Alt-Champion Jan Frodeno möchte in diesem Jahr erneut angreifen und seine Karriere verlängern. 

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Ironman-Champion Patrick Lange muss beim Titel-Hattrickversuch auf Hawaii auf seinen Trainer Faris Al-Sultan verzichten. Der Weltmeister von 2005 aus München erhielt kein ESTA-Visum für die Einreise in die USA. Die Deutsche Triathlon-Union, bei der Al-Sultan als Bundestrainer arbeitet, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur inzwischen, dass Langes Coach in München geblieben ist.

Welche Auswirkungen das auf seinen Schützling haben kann, erklärte Al-Sultan zunächst nicht. Während des Rennens ist es den Trainern ohnehin untersagt, ihre Athleten zum Beispiel an der Strecke über eine gewisse Distanz zu begleiten und zu coachen. Weder seine Abwesenheit noch die Meldung darüber ändere irgendwas für irgendwen außer „mir, eventuell für Patrick und meine Frau, der ich jetzt daheim auf den Geist geh“, sagte Al-Sultan tri-mag.de.Aber man kann mit arabischem Namen halt nicht einreisen.

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Al-Sultans Amerika-Visum war nach zehn Jahren abgelaufen. Die Behörden sollen dem 41-Jährigen, dessen Vater aus dem Irak nach Deutschland kam, kein sogenanntes ESTA ausgestellt haben. Al-Sultan trainiert Lange seit Ende 2015. Nach Platz drei bei Langes erster WM-Teilnahme 2016 holte der gebürtige Bad Wildunger 2017 und 2018 jeweils den Titel auf Hawaii. Vor einem Jahr blieb er zudem als Erster unter der magischen Acht-Stunden-Marke bei der WM. An diesem Samstag (Ortszeit) will der 33 Jahre alte Lange zum dritten Mal in Serie die Ironman-Weltmeisterschaft gewinnen.

Patrick Lange: "Scheint schwerer, Visum mit arabischem Namen durchzubekommen."

Lange bedauert das Fehlen seines Trainers bei der Ironman-Weltmeisterschaft. „Es ist sehr schade, aber man kann es nicht ändern“, sagte der Champion bei einer Pressekonferenz in Kailua-Kona. „Er hat relativ spät gemerkt, dass das Visum abgelaufen war“, erzählte Lange. Al-Sultan habe dann rechtzeitig das sogenannte ESTA-Visum beantragt. „Es scheint aber schwerer, es mit arabischem Namen durchzubekommen“, sagte Lange. „Es ist ein bisschen doof gelaufen.“

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Völlig ausgepowert überquert der strahlende Sieger Patrick Lange die Ziellinie in Kailua-Kone. Sein Streckenrekord stellte alles andere in den Schatten. © imago
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Lange bestätigte zudem, dass seine Frau bei einer Radausfahrt vor wenigen Tagen einen Unfall hatte. Sie sei mit einem ihrer Kumpel gefahren, den eine Windböe erwischt hatte. Dabei seien die beiden kollidiert. „Es war ein ziemlich heftiger Einschlag. Der Helm war gebrochen“, sagte Lange. Sie habe eine Platzwunde im Gesicht erlitten, die mit zehn Stichen genäht werden musste. Es gehe ihr aber schon wieder sehr, sehr gut. „Sie hat Glück im Unglück gehabt“, sagte der zweifache Weltmeister. Er hatte seiner Frau vor einem Jahr nach seinem Triumph in Rekordzeit auf Hawaii von unter acht Stunden den Heiratsantrag gemacht.

Ex-Champion Jan Frodeno: "Ich komme als Athlet auf jeden Fall noch einmal hierhin zurück"

Lange-Konkurrent und zweimaliger Hawaii-Triathlon-Sieger Jan Frodeno will seine Karriere noch einige Zeit fortsetzen. „Ich liebe diesen Sport“, sagte der Sieger von 2015 und 2016 in einem Interview des ZDF-Morgenmagazins in Kailua-Kona. „Ich komme als Athlet auf jeden Fall noch einmal hierhin zurück.“ Seine Karriere will der 38-Jährige noch um „ein paar Jährchen“ verlängern. Am Samstag startet der gebürtige Kölner bei der Ironman-Weltmeisterschaft über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen.

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"Ich habe ein gutes Bauchgefühl“, sagte Frodeno. In 18 Jahren als Profisportler habe er "alle Höhen und Tiefen erlebt. Ich hoffe, dass es wieder Zeit für eine Höhe ist“. Der Ironman wird von deutschen Athleten bestimmt. Vor Frodeno gewann 2014 Sebastian Kienle, 2017 und 2018 setzte sich Patrick Lange durch. Im vergangenen Jahr war Frodeno wegen einer Hüftverletzung nur als Experte und Zuschauer an der Strecke. Als den Topfavoriten auf den WM-Titel in der Nacht auf Sonntag sieht sich Lange nicht. Frodeno sei „definitiv“ mal wieder der herausragende Athlet. „Die Strategie muss sein, so lange wie möglich in Reichweite zu bleiben und zu hoffen, dass es zum Laufduell kommen wird“, sagte Lange.

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