09. Oktober 2019 / 15:55 Uhr

Ironman-WM auf Hawaii ruft – Leipziger Triathleten dabei

Ironman-WM auf Hawaii ruft – Leipziger Triathleten dabei

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Erik Müller und Martin Kronbügel.
Erik Müller und Martin Kronbügel. © privat
Anzeige

Es wird wieder geschwommen, geradelt und gelaufen. Am Samstag treffen sich Sportler der ganzen Welt auf Hawaii, mit von der Partie auch Vertreter aus Leipzig.

Anzeige
Anzeige

Kailu-Kona/Leipzig. Sie sind seit 20 Jahren Trainingskameraden und beste Kumpels, sie treiben sich im Wettkampf zu Topleistungen. Der sehnlichst erhoffte gemeinsame Start beim Ironman auf Hawaii geht für die beiden Leipziger Hobby-Triathleten am Sonnabend in Erfüllung – er hing aber am seidenen Faden. Erik Müller (42) hatte sich im Herbst 2018 in Malaysia qualifiziert und getönt: „Jetzt muss Krone nachziehen.“

Die Rede ist von Martin Kronbügel. Der 43-Jährige, der seit einigen Jahren bei Puma in Boston arbeitet, gab im Juli in Lake Placid alles. In den Bergen des Olympiaortes von 1980 verfehlte er das Hawaii-Ticket als Vierter unter 300 Männern der AK 40 um einen Platz. Doch die Geschichte geht weiter. Vier Tage später kam ein Anruf der Ironman-Veranstalter: Man habe einen Fehler gemacht, ein nicht genutzter Senioren-Startplatz sei in die AK 40 gerutscht. „Wollen Sie starten? Entscheiden Sie sich bis 24 Uhr!“ Das „Ja“ war schnell ausgesprochen und kostete schlappe 1050 US-Dollar Startgebühr. Für die Familie bedeutete es: Der Vater hat weitere zehn Wochen (fast) nur sein Training im Kopf.

Müller von Konkurrenz unbeeindruckt

Inzwischen sind die zwei ersten Hawaii-Starter des Leipziger Triathlon-Vereins in Kona angekommen und haben am Strand festgestellt: „Die anderen sehen braungebrannt, durchtrainierter und extrem fit aus.“ Dies sagt Kronbügel – und schiebt hinterher: „Nur Erik lässt sich davon beeindrucken.“

Beide nehmen sich gern hops, zumal sie gegeneinander in einer Altersklasse starten. „Erik bringt jeden Tag eine neue Ausrede. Mal ist er umgeknickt, dann hat er muskuläre Probleme, Meniskus oder Halsschmerzen. Und dann legt er Samstag voll los“, so „Krone“ über den Kumpel. Dass Müller beim Radtraining einen Reifenplatzer hatte, ist verbrieft – dieses Malheur hat er schon mal weg. Beim Ironman 2008 in Zürich sowie beim Berlin-Marathon 2018 in Berlin war Kronbügel jeweils zwei Minuten schneller, bei den Triathlon-Sachsenmeisterschaften Ende September waren sie Vierter und Fünfter. „Von den vier Minuten in Zürich und Berlin hat Erik in Zwickau vier Sekunden gutgemacht“, sagt Martin über den Kumpel, der schon 2010 in Hawaii startete.

Manuela Süß zum vierten Mal dabei

Zum vierten Mal auf Big Island dabei ist Manuela Süß. Die 42-Jährige aus Dreiskau-Muckern, die für den TV Dresden startet, habe sich schon akklimatisiert. „Ich fühle mich gut, starte mit einem neuen Rad, will mir aber genügend Kraft für den Lauf aufheben – denn dort entscheidet sich das Rennen.“

Derweil läuft schon die Quali für 2020. Die begann für Alexander Martin (RSV Speiche) verheißungsvoll. Der Leipziger steigerte sich in Barcelona um 26 Min. auf 8:56:51h – er braucht für die 3,8 km Schwimmen, 180 km auf dem Rad plus Marathonlauf nur eine Stunde mehr als die besten Profis. Die Klassezeit reichte nur zu Platz 14 unter den 426 Startern der AK 35. „Das Niveau ist unfassbar. Meine fünfminütige Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens war bei den Massen kaum vermeidbar.“ DHfK-Profi Christian Kramer brach beim Lauf ein und kam in 8:37:01 auf Rang 24. Der 36-Jährige hatte in Lanzarote Platz zwei belegt und den Hawaii-Start nur verpasst, weil der Belgier Frederik Van Lierde seinen WM-Verzicht nicht gleich vor Ort, sondern einige Wochen später erklärte.

Info: Der Vortrag von Triathletin Leila Künzel („Mythos Ironman Hawaii“) am Sonnabend ab 20 Uhr in der Moritzbastei (Ratstonne) wird mit einer WM-Liveübertragung verknüpft.

ANZEIGE: 50% auf dein Winter-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt