06. Februar 2020 / 21:02 Uhr

Irre Aufholjagd: Recken holen nach starkem Schlussspurt Punkt in Magdeburg

Irre Aufholjagd: Recken holen nach starkem Schlussspurt Punkt in Magdeburg

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Timo Kastening war beim 30:30-Remis in Magdeburg mit seinen 13 Treffern der mit Abstand beste Recke auf der Platte.
Timo Kastening war beim 30:30-Remis in Magdeburg mit seinen 13 Treffern der mit Abstand beste Recke auf der Platte. © imago images/Jan Huebner
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Die Recken haben in einer dramatischen Partie beim SC Magdeburg gepunktet. Die Bundesliga-Handballer der TSV Hannover-Burgdorf erreichten im Spitzenspiel in der ausverkauften Getec-Arena ein 30:30 (13:16).

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Es ist eine Timo-Kastening-Gala gewesen beim SC Magdeburg. Die Recken punkteten im Topspiel beim SCM, weil Hannovers Nationalspieler in großartiger Form war und 13 Treffer erzielte. Die Bundesliga-Handballer der TSV Hannover-Burgdorf erreichten im Spitzenspiel in der ausverkauften Getec-Arena noch ein 30:30 (13:16) nach 24:30-Rückstand. „Eine unheimlich geile Aufholjagd war das“, sagte Kastening überglücklich. „Unser Vorteil war wohl, dass Magdeburg das Spiel im Kopf schon gewonnen hatte.“ 

Der Hallensprecher gratulierte vor dem Anwurf allen EM-Teilnehmern zu ihrem Abschneiden, beginnend mit Morten Olsen und seinem enttäuschenden 13. Platz mit Dänemark. Der ließ sich zwar nichts anmerken, leistete sich aber wenig später den ersten Fehlwurf der Begegnung – es sollte nicht sein letzter bleiben.

Dennoch begannen die Recken ordentlich, weil Kastening zwei Siebenmeter verwandelte und zudem einmal von außen traf. Dann jedoch leistete sich der schwache Nejc Cehte drei Fehlwürfe, der SCM setzte sich auf 6:3 ab. Dennoch kamen die Gäste zurück in diese sehr emotional geführte Partie. Kastening bekam bei einem Magdeburger Gegenstoß einen Ellbogen ins Gesicht und lieferte sich später eine ringkampfverdächtige Einlage mit Matthias Musche. Fast hätte der Rechtsaußen dabei sein Trikot verloren. Aber auch Torwart Urban Lesjak packte nun zu, wehrte sogar ein Siebenmeter ab. Der Schlussmann wurde von der Handvoll Recken-Anhänger gefeiert, eine einzelne Fantröte war dazu zu hören.

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„Das kann nicht sein, das kann nicht sein!“

Beim 8:8 waren die Recken dran und sie blieben es zunächst, wenngleich der Rückraum erkennbar Probleme hatte. Gefährlichster Hannoveraner war Kastening, der vor dem Wechsel sieben von acht Versuchen im Tor des guten Jannick Green unterbrachte. Darunter waren vier Strafwürfe, einen verwandelte der starke Nationalspieler im Nachsetzen.

13:15 hieß es kurz vor der Pause, Olsen verpasste mit einer schwachen Aktion den Anschluss, der Konter brachte ein weiteres Gegentor. „Das kann nicht sein, das kann nicht sein!“, schimpfte Kastening.

Nach dem Wechsel begann Domenico Ebner im TSV-Tor und führte sich mit einer Parade ein. Die Recken kamen jedoch nicht heran, offensiv wollte ihnen wenig gelingen. Die Aktionen war oft ungenau, Kapitän Fabian Böhm und vor allem Nejc Cehte hatten wenig Glück. Eine neuerliche Auszeit musste Ortega aber nicht nehmen. Beim Stand von 16:19 (37. Minute) gab es Probleme mit der Zeitnahme, das Spiel war minutenlang unterbrochen.

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Platz 1: Timo Kastening mit 129 Toren (43 Siebenmeter) Zur Galerie
Platz 1: Timo Kastening mit 129 Toren (43 Siebenmeter) ©
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Kastening gleicht in Schlussminute aus

Nach dem Wechsel begann Domenico Ebner im TSV-Tor und führte sich mit einer Parade ein. Die Recken kamen jedoch nicht heran. Die Aktionen war oft ungenau, es passte wenig zusammen. Bis auf 18:25 und 19:26 fielen die Recken zurück. „Da dachte ich nicht, dass wir noch zurückkommen“, räumte Sportchef Sven-Sören Christophersen ein. 

Die sehr lauten Fans stimmten prompt das Magdeburger Kultlied an: „Ist denn die Elbe immer noch dieselbe?“ Als Kastening in der nächsten Szene per Strafwurf scheiterte, hatte die Elbe in ihrem Flussbett scheinbar Ruhe.

Doch die scheinbar besiegten Recken gaben nicht auf, Ebner parierte mehrfach stark und vorne war Kastening genial. Er fing Bälle ab und lief Gegenstöße. Hannover nutzte eine doppelte Überzahl zu zwei Würfen ins leere Tor. „Das war der Knackpunkt, in den letzten Minuten haben wir gar nicht mehr verteidigt und vorne fehlte uns die Traute“, sagte SCM-Trainer Bennet Weigert. Plötzlich stand es 28:30 (57.), dann klaute Kastening einen weiteren Ball ab und glich in der Schlussminute per Siebenmeter aus. „Wir hatten in der ersten Halbzeit große Probleme in Abwehr und Angriff. Die Überzahl mit zwei Mann mehr war dann entscheidend. Dieser Punkt ist sehr gut für uns“, sagte TSV-Coach Carlos Ortega sichtlich erleichtert und abgekämpft.

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